Castles

eine Spielerezension von Leser - 22.11.2013
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Castles von Heidelberger Spieleverlag
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Wir bauen ein Schloss! Das hätte für mich persönlich gereicht als Hintergrundinfo zum Brettspiel Castles. In der Spielanleitung bekommt man aber noch präsentiert, dass es sich um einen Wettstreit handelt - klar -, den der König ausgerufen hat - natürlich -, um seine ledige Tochter an den Mann zu bringen - warum auch nicht ... Vorbei die Zeiten, in denen ein gemütliches Loft samt großem Balkon gereicht hat, um eine Frau zu beeindrucken, nein, wir brauchen einen Prachtbau.

Dazu hat jeder Spieler ein Tableau vor sich liegen, das sieben mal vier quadratische Felder umfasst, hier entsteht im Laufe der Zeit die Burg. Ein Grundplättchen, das Burgtor, hat jeder schon einmal vorgegeben. Nun ziehen alle jeweils zwei Burgplättchen und entscheiden, was sie damit machen wollen: Selbst behalten, endgültig entsorgen oder einem Mitspieler schenken. Dieser hat dadurch nur Vorteile und darf diese in sein Schloss einbauen, muss dies aber nicht. Man selbst zieht dann zwei weitere Plättchen, die aber auf jeden Fall verbaut werden wollen. Passt ein Teil nicht ins aktuelle Konzept, kann man es auch ins Lager legen, es sind aber nur acht Lagerplätze vorhanden. Überschreitet man diese Grenze, hagelt es bei Castles dicke Minuspunkte.

Die Bauregeln sind bei Castles ganz einfach: Mauerwerk muss an Mauerwerk grenzen, Himmel an Himmel. Das war‘s. So können auch ziemlich windschiefe Burgen entstehen, die trotzdem viele Punkte bringen. Ist der Nachziehstapel an Plättchen aufgebraucht, wird gewertet. Jedes regelkonform eingebaute Plättchen zählt einen Pluspunkt, Plättchen auf Reserve, nicht abgeschlossene Wände und insbesondere falsch eingebaute Mauerteile zählen Minuspunkte. Dass derjenige mit den meisten Punkten das Spiel gewonnen hat, muss wohl nicht mehr dazu erwähnt werden.

In der Theorie klingt dies alles nach einem lockeren Legespiel, und nach dem Erklären der Regeln waren auch die meisten Testspieler von der Idee angetan. Das Verschenken oder Entsorgen der Teilchen versprach etwas Taktik, die angegebene Spieldauer von 30 bis 60 Minuten ein kurzweiliges Vergnügen. Doch leider wollen da die verschiedenen Plättchen von Castles einfach nicht mitziehen. Diese sind sehr unregelmäßig geformt, können pro Seite vier verschiedene Anschlussmöglichkeiten bieten (rechts, links, mittig oder durchgezogen) und wollen oft so gar nicht zueinander passen. Kaum ein Zug, in denen man die passenden Teile ergattert. Natürlich gibt es dafür das Lager, aber da man nie gezielt auf eine bestimmte Form hinbauen kann, ist es auch hier reine Glückssache, welche Teile gerade passen. So ist das Frustrationspotenzial gerade im letzten Drittel des Spiels enorm hoch, hier bekommt man kaum einen Stein auf den anderen. Zwar ist nach einigen Partien bei Castles ein gewisser Lerneffekt spürbar, wie man Sackgassen vermeiden kann, aber auch dafür benötigt man anfangs die richtigen Plättchen – und genügend Geduld, denn um es über einige Zeit langsam zu erlernen, dafür bietet Castles einfach nicht genügend Reiz, dafür ist es dann doch deutlich zu einfach gestrickt. Da helfen auch die Sonderregeln nicht, die zu einer variableren Wertung führen sollen.

Hier ist es schade um die einfache Spielidee, die mit einer besseren Verteilung der Spielplättchen durchaus zu einem kurzweiligen Spaß hätte werden können. So ist man jedoch schnell frustriert, sodass Spielfreude bei Castles einfach nicht aufkommen will.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Spieleautor: 
Grafik: 
Spielerzahl: 
2 - 4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
12
Spieldauer (Minuten): 
30 - 60
Jahrgang: 
2012
Spielkategorisierung
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