Circuit Maze

Electric Current Logik Game

eine Spielerezension von Axel Bungart - 06.10.2016
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Circuitz Maze - Foto von Thinkfun
Lesezeit: ca. 4 Minuten

„Was brauchen wir Stromkraftwerke – bei uns kommt der Strom aus der Steckdose.“ Also Stecker rein, und Licht ist. Aber was passiert eigentlich bei einem so banalen Vorgang wie „Stecker rein“? Und was ist los, wenn nichts passiert, es dunkel bleibt?

Nun, nicht ganz so tief steigt HCM Kinzel, der die Marke Thinkfun (RushHour Shift, Gravity Maze) exklusiv im deutschsprachigen Raum vertreibt, dann doch nicht in die Materie ein. Aber immerhin sollen Kinder ab acht Jahren mit Circuit Maze ein Grundverständnis von Strom erhalten und welche Wege er so geht.

Wie funktioniert Circuit Maze?

Die Aufgabe ist simpel: Bringe ein bis drei LEDs zum Leuchten. Eine Aufgabenkarte gibt vor, welche Elemente am Start schon zur Verfügung stehen und welche zusätzlich verwendet werden dürfen. Die quadratischen Elemente werden auf einer fünfmal fünf Felder großen Unterlage eingesetzt. Sie leiten den Strom mittels Metallbahnen in unterschiedliche Richtungen weiter. Ab und an wird auch ein Schalter verbaut, mit dem man den Strom umleiten kann, um dann evt. gezielt LEDs zum Leuchten zu bringen, während andere dunkel bleiben sollen – je nach Aufgabe. Die Elemente werden fest auf der Unterlage verankert, sodass eine solide Verbindung zwischen ihnen entsteht und der Strom fließen kann. Apropos Strom: Der kommt aus einem mit Batterien versorgten Element (Plus-Pol), das über ein Kabel mit dem Zielelement (Minus-Pol) verbunden ist. Auch diese beiden Elemente müssen in den schwierigeren Aufgaben oft noch eingesetzt werden.

Da das Spiel auf eine Person (bzw. ein Team) ausgelegt ist, gibt es weder eine Zeitvorgabe noch eine Zugbegrenzung.

Circuit Matze: Wir lernen Strom

Circuit Maze liefert in der Spielanleitung nicht nur Antworten auf die Frage nach dem Wie (man das Spiel spielt) sondern gibt (sinnvollerweise) auch schon ein paar Tipps, wie Strom sich verhält. Wann fließt er wo lang? Was passiert bei einer Parallel- oder Reihenschaltung? Was ist ein Kurzschluss? Alles einfach und für Nicht-Techniker verständlich. Die nach Schwierigkeitsgrad sortierten Aufgaben fangen dann auch quasi bei Adam und Eva an, sodass tatsächlich auch Acht- bis Neunjährige schon schnell Erfolge erzielen können. Das Niveau der Aufgaben wächst aber in den Stufen „Advanced“ bzw. „Expert“ ausgewogen aber deutlich an, und so wird aus dem Logikspielchen für Kleine und Große schon ein Spiel mit gehobenen Ansprüchen. Denn neben der Logik müssen die - möglicherweise über das Spiel gewonnenen – speziellen Kenntnisse mit eingebracht werden.

Macht so etwas Spaß?

Ja, bedingt. Auf der einen Seite lernt jemand, der Strom bisher nur in Form von laufenden Fernsehern und Radios kannte, schon ein paar Grundbegriffe hinzu. Das hat zuweilen etwas Überraschendes und macht anfangs neugierig. Später verflacht der Effekt verständlicherweise, da die Erkenntnisse dann nur noch angewendet werden und somit der Schwerpunkt wieder hin zum Logikrätsel wandert. Doch bis dahin muss man bisweilen immer wieder scharf nachdenken.

Ein Wort zum Material: Die Elemente sind aus stabilem Kunststoff, auf denen die Strom leitenden Metallstreifen befestigt sind. Die Bausteine lassen sich sehr gut in der Unterlage befestigen. Alles ist absolut ungefährlich, und sogar die Folgen eines Kurzschlusses werden weitgehend technisch unterdrückt.

Der Tiefzieheinsatz in der Schachtel nimmt die Steine so auf, dass nichts unkontrolliert durch die Gegend fliegt und dadurch beschädigt werden könnte. Im Gegenteil: Die Teile sitzen teils so fest, dass man ein bisschen Mühe hat, sie aus der Umklammerung zu lösen.

Der Spielreiz liegt wie bei allen abstrakten Logikspielen im Auge des Betrachters. Solitärspiele sind nun mal ohnehin kein Quell sprudelnder Stimmung. Aber wer sich dafür erwärmen kann, findet auch an Circuit Maze durchaus Interesse. Immerhin wurde der erste Eindruck meiner Tochter (9) beim Auspacken und Erklären („laaangweilig“) nach der ersten Aufgabe soweit verdrängt, dass wir vier Aufgaben ohne Murren gelöst haben. Dem Spiel kommt dabei zugute, dass das Ziel, LEDs zum Leuchten zu bringen, von der eigentlichen Abstraktheit geschickt ablenkt. Im Team tun sich Kinder auch leichter, weil sie sich gegenseitig motivieren können. Aber ob Erwachsene oder Kinder: Als Laie sollte man auf jeden Fall die technischen Hinweise in der Anleitung aufmerksam lesen, da manche Geheimnisse der Elektrizität eben doch nicht mit einfacher Logik zu entschlüsseln sind.

Video: 

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Spielerzahl: 
1
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
8
Spieldauer (Minuten): 
5-30
Jahrgang: 
2016
Spielkategorisierung
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