Clever hoch drei

eine Spielerezension von Jochen Pausch - 17.08.2021
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Clever hoch drei - Ausschnitt - Foto von Schmidt Spiele
Lesezeit: ca. 7 Minuten

Aller guten Dinge sind drei? Das trifft natürlich nicht immer zu. Clever hoch drei (Schmidt Spiele) ist der dritte Teil von Ganz schön clever. Das Spiel von Wolfgang Warsch wird als eigenständiger Titel verkauft. Jeder, der allerdings einen der ersten zwei Teile kennt, kann aber das nächste Kapitel getrost überspringen.

Worum geht es?

Clever sein ist in diesem Spiel die Aufgabe. Um zu gewinnen, muss man ganz genau überlegen, welche Würfel man verwendet, um so viele Kettenreaktionen wie möglich auszulösen.

Begonnen wird das Spiel einfach nur mit einem Blatt Papier je Spieler vom beiliegenden Block, sechs Würfeln und der Spieleschachtel. Der Startspieler nimmt sich die sechs Würfel und darf einmal damit würfeln. Von diesen sechs Würfeln muss nun ein Würfel ausgewählt werden und entsprechend seiner Farbe und Zahl eine Aktion gemacht werden. Was man damit machen kann, erkläre ich im nächsten Abschnitt. Neben den fünf farbigen Würfeln gibt es auch noch einen weißen, dieser entspricht einem Joker und kann für jede Farbe verwendet werden.

Das Auswählen des Würfels hat jedoch eine Auswirkung, denn jeder Würfel, der einen niedrigeren Wert hat als der gewählte, muss auf das Silbertablett abgelegt werden. Die hohen Zahlen geben natürlich bessere Aktionen, aber bergen auch die Gefahr, zu viele Würfel zu schnell zu verlieren. Man muss also ganz genau überlegen, was man macht.

Dies macht man nun theoretisch genau drei Mal, es sei denn, einem gehen die Würfel aus. Nachdem der aktive Spieler drei Würfel ausgewählt und diese verwendet hat, sind die inaktiven Spieler dran. Jeder darf nun einen Würfel vom Silbertablett auswählen und für sich verwenden. 

Was ist bei Clever hoch drei anders?

Nachdem man einen Würfel ausgewählt hat, nimmt man seinen Block und muss genau dieses Würfelergebnis dort eintragen. Jeder Block hat wie in den anderen Teilen fünf Abschnitte, jeder entspricht einer Würfelfarbe. Der entsprechende Abschnitt ist also mit der Würfelfarbe definiert. Als nächstes berücksichtigt man die Zahl und trägt diese entsprechend in dem Abschnitt ein.

Clever hoch drei - Bogen - Foto von Schmidt Spiele

Die erste Farbe auf dem Block ist Gelb. Hier hat man drei Zeilen mit den Werten 1 bis 6. Jede Zeile entspricht dabei einer der drei Würfel. Man kann also im ersten Wurf nur ein einziges Mal eine bestimmte Zahl auswerten. Viele Würfelergebnisse sind daher sehr schnell eine Niete. Die passiven Spieler haben wiederum in der zweiten Zeile mögliche Felder und können somit den Wert 1 bis 6 nur ein einziges Mal nehmen, falls es nicht der aktive Spieler schon gewählt hat. Diese Farbe ist daher sehr tricky und stellenweise auch glückslastig. Bei der Wertung wird jede Zeile einzeln gewertet und ist abhängig von der Anzahl angekreuzter Felder.

Beim türkisen Würfel gibt es insgesamt 36 Felder zum Ankreuzen. Auf den ersten Blick hört sich das unmöglich an. Allerdings kommt hier eine Kleinigkeit dazu: Wenn man den Würfel nicht im ersten Wurf nimmt sondern erst im zweiten oder dritten dann darf man zwei bzw. drei Kreuze machen, falls die Würfel davor den gleichen Wert haben. Hier bekommt man eine Wertung abhängig von der Anzahl der angekreuzen Spalten (Würfelwert).

Beim blauen Bereich muss man (wie gewohnt) den weißen Würfel mit dazu zählen, egal wo er sich gerade befindet. In der Mitte der Zahlenleiste ist die 7 eingetragen. Es darf nun angrenzend ein Wert eingetragen. Links einen Wert niedriger und rechts einen Wert höher. Da man viel Glück haben muss, dies durchgehend zu schaffen, darf man alternativ auch wieder eine 7 eintragen und startet somit indirekt neu mit dem Runterzählen. Wenn man es allerdings schafft, zu den ganz kleinen oder großen Zahlen vorzudringen, bekommt man dafür extra Punkte.

Braun ist am einfachsten. Man muss einfach schauen, wann die nächste passende Zahl kommt, und darf diese ankreuzen. Man darf allerdings keine Lücken mehr füllen, man muss sich also überlegen, ob es sinnvoll ist, zu viele Lücken zu erzeugen. Denn je mehr Kreuze man macht, desto mehr Punkte gibt es.

Zu guter Letzt ist Rosa ganz spannend. Man kann sich auswählen, ob man den x-fachen Wert der Würfelergebnisse haben will oder ob man einen Bonus nimmt. Hier muss man ganz genau überlegen, was sinnvoll ist, denn hier kann man sich sehr leicht verzocken.

Wie gerade schon erwähnt, gibt es noch Boni. Diese sind sehr entscheidend bei dem Spiel, aber ohne das Spiel direkt zu spielen, ist es etwas chaotisch, wenn man das hier erklärt. Die meisten Boni laufen darauf hinaus, dass man ein weiteres Kreuz machen kann. Dies kann natürlich zu Kettenreaktionen führen, da ich dann auch da erneut einen Bonus bekommen kann. Zusätzlich gibt es noch drei Joker, die man freischalten kann, dazu zählen: noch mal würfeln, ein zusätzlichen Würfel auswählen und die Möglichkeit, ein Würfelergebnis zu ändern.

Fazit: Macht Clever hoch drei Spaß?

Wie man vielleicht schon aus der Beschreibung erkennt, wirkt dieses Spiel anfangs sehr wirr. Es gibt viele Möglichkeiten, viele Sachen die man berücksichtigen muss, und viele clevere Entscheidungen, die getroffen werden müssen. Wenn man dies einfach nur erklärt bekommt, gibt dies nicht viel Sinn. Die Mitspieler schauen einen nur wirr an, wenn man nicht das Ganze einfach mal anspielt und dann sofort der Aha-Effekt eintritt. Anschließend lässt sich das Spiel eigentlich sehr einfach spielen und man ist sehr schnell im Mechanismus drin.

Das Entscheidende ist aber, dass man gewinnen und dadurch einen hohes Ergebnis erzielen will. Und genau da fängt die Schwierigkeit des Spiels an. Man muss genau schauen, welcher Würfel wann die richtige Entscheidung ist. Entscheidend ist dabei, welche Würfel man dem Gegner überlassen, mit welchem Würfel man die besten Kettenreaktionen erzeugen und wie man die Boni am besten einsetzen kann. Lohnt es sich, mal eine Zahlenwert auszulassen oder verschenke ich dadurch zu viele Punkte? Da steckt mächtig Denkarbeit dahinter.

Da Clever hoch drei ein Würfelspiel ist, muss man natürlich ganz klar sagen, dass das Glück immer mit dazu gehört. Die besten Entscheidungen können nur getroffen werden, wenn auch die Würfel richtig fallen.

Die Anzahl der Runden ist abhängig von der Spieleranzahl (vier Runden bei vier Spieler, fünf Runden bei drei Spieler und sechs Runden bei einem oder zwei Spielern). Man kann nun natürlich ableiten, dass sich das Spiel abhängig von der Spielerzahl anders verhält. Besonders beim gelben Bereich lässt sich das gut feststellen, da man als aktiver Spieler seltener dran kommt und es somit schwieriger ist, die Zeilen zu füllen. Man muss sich also unterschiedliche Taktiken überlegen abhängig von der Spieleranzahl.

Trotz des Mechanismusses des passiven Spielers muss man ganz eindeutig sagen, dass die Interaktion gering ist. Man schaut zwar, dass man Würfel so spielt, dass andere keinen Vorteil daraus bekommen, aber dies war es dann auch schon mit der Interatkion. Bei solchen Spielen erwartet man allerdings auch nicht mehr.

Lohnt es sich?

Also, spontan würde ich sagen: Wer schon einen der zwei Teile davor hat, sollte sich überlegen, wie er solche Spiele findet. Dieser Teil macht vieles anders, aber ist keine neue Erfindung. Er ist also nur zu empfehlen, wenn man noch keinen Teil bisher hat oder man die anderen Spiele immer und immer wieder aus dem Regal holt. 

Wer gerne hohe Ergebnisse sammelt, hat mit dem dritten Teil auf jeden Fall wieder die Möglichkeit dazu. Ergebnisse über 300 sind hier ganz üblich. Knappe Ergebnisse sind somit sehr selten und das gleiche Ergebnis so gut wie unmöglich.

Clever hoch drei - Schachtel - Foto von Schmidt Spiele

Der Name Clever hoch drei passt auf jeden Fall. Der dritte Teil ist derjenige, bei dem man wirklich am cleversten sein muss, um es bestehen zu können. Besonders zum Ende hin bekommt man sehr lange Kettenreaktionen hin und muss diese sehr clever planen. Das muss einem gefallen, sonst frustet dieses Spiel sehr schnell, wenn man zu viel planen oder zu lange auf andere Spieler warten muss. 

Besonders empfehlenswert ist das Spiel für zwei Personen, da man da die meisten Runden spielt und man weniger von den Würfeln der anderen abhängig ist. Nicht empfehlen würde ich es Gelegenheitsspielern, da es für diese Zielgruppe zu komplex und nicht dafür geeinget ist, um einfach mal 30 Minuten spielen zu können.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Spieleautor: 
Grafik: 
Spielerzahl: 
1-4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
8
Spieldauer (Minuten): 
30
Jahrgang: 
2020
Spielkategorisierung
Spielefamilie: 
Spielethema: 
Fotos
Clever hoch drei - Bogen - Foto von Schmidt Spiele
Clever hoch drei - Schachtel - Foto von Schmidt Spiele
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