Cluedo - Rätselfälle

eine Spielerezension von Michael Weber - 31.12.2006
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Cluedo - Rätselfälle von Reich der Spiele
Lesezeit: ca. 3 Minuten

60 Rätsel erwarten den Hobbydetektiv bei Cluedo Rätselfälle. Die Schwierigkeit ist dabei von Aufgabenkarte zu Aufgabenkarte leicht ansteigend, sodass am Ende die härtesten Nüsse zu erwarten sind. Anders als beim Brettspiel Cluedo geht es hier aber nicht darum, Tatort und Waffe nebst Mörder zu finden, sondern "nur" der Täter wird gesucht.

Alle 60 Fälle sind gleich aufgebaut. Es gibt eine Aufgabenkarte, auf der alle wesentlichen Informationen zu finden sind. Zum einen steht dort, welche Verdächtigen im Haus sind und wo die Leiche gefunden wurde. Zum anderen enthält sie konkrete Hinweise, welche Verdächtigen sich im haus wo aufgehalten haben. Allerdings sind diese Angaben verklausuliert, denn die Namen werden in relativen Bezug zueinander oder zu bestimmten Räumen gesetzt. Ein Beispiel: "Oberst von Gatow war auf derselben Etage wie Professor Bloom, aber einen Raum weiter westlich" oder auch "Im Ostflügel des Hauses waren keine Männer". Mit mehreren dieser Angaben lässt sich dann der Mörder ermitteln. Ein aufklappbares Haus, in dessen Räume jeweils maximal zwei Personen Platz finden, hilft dabei, die Verdächtigen richtig zu platzieren. Auf diese Weise nimmt das Spiel den Hobbydetektiven eine Menge Denkarbeit ab. Allerdings sind die Kartenangaben meist so verfasst, dass ein wenig Deduktion oder Probieren notwendig ist, bis der Mörder gefunden ist.

Cluedo Rätselfälle ist ein netter Zeitvertreib. Die Aufgaben sind für Ungeübte knackig, wenn auch schnell eine gewisse Lernkurve spürbar ist. Nach einigen gelösten Aufgaben fällt es trotz steigendem Schwierigkeitsgrad etwas leichter, den Mörder zu finden. Denn die Karten bauen im System der Beschreibung aufeinander auf. Deshalb ist es ratsam, die Karten gut zu durchmischen. Bei aller Härte der Aufgaben wird jedoch deutlich, dass sich Cluedo Rätselfälle an Familien richtet. Echte Superhirne werden wenig Probleme haben, die 60 Fälle zu lösen. Doch selbst ein durchschnittlicher Detektiv kann nach einer Gewöhnungsphase einen Fall locker in weniger als fünf Minuten lösen. Macht zusammen immerhin fünf Stunden Spielspaß und die Chance auf eine nicht weniger fordernde Wiederholung.

Das Material unterstützt den Rätselspaß. Allerdings ist es auf Dauer etwas fummelig, die Verdächtigen in die Räume des Hauses zu stecken und sofort wieder zu entfernen, wenn man die Lösung gefunden hat. Hier wäre eine handlichere Alternative schöner gewesen. Die Karten haben keine Spielkartenqualität und sind schnell verbogen. Das ist zwar für dieses Spiel nicht weiter tragisch, wird den einen oder anderen Käufer dennoch ärgern und mindert den überwiegenden positiven Eindruck vom Spiel.

Bei aller Kritik ist festzuhalten: Die Aufgaben machen Spaß! Insgesamt ist Cluedo Rätselfälle ein solides kleines Rätselvergnügen, dem leider eine zusätzliche, höhere Schwierigkeitsstufe fehlt. Aber das kann ja noch werden, denn entsprechende Erweiterungen sind durch das Spieldesign problemlos möglich. Außerdem haben auch die Hobbydetektive sicher bald Hunger nach mehr. Vielleicht wird in einer Erweiterung auch erklärt, wie mehrere Spieler gleichzeitig dieses Spiel spielen sollen. Über dieses Rätsel schweigt sich nämlich die Spielanleitung aus. Schön, dass in dem Spiel dieser 61. Fall versteckt ist, bleibt einer mehr zu lösen ...

Spieleinfo

Verlagsangaben
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
1
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
10
Jahrgang: 
2006
Spielkategorisierung
Spielefamilie: 
Spielethema: 
Spielegattung: 
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