Midgard: Cuanscadan - Tor nach Erainn

ein Spiele-Artikel von Alexander Eich - 31.12.2005
Midgard: Cuanscadan - Tor nach Erainn - Foto von Midgard Press
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Der erste Teil des Quellenbuches von Karl-Georg Müller und Manfred Roth beschreibt zuerst das Fürstentum Cuanscadan und widmet sich dann den Bewohnern und Örtlichkeiten der Stadt. Danach werden die zahlreichen Geheimorganisationen und Gilden der Stadt beschrieben. Der Abschluss der Stadtbeschreibung besteht aus einem Reisebericht, in welchem sehr stimmungsvoll die Festung von Cuanscadan mit Namen Dun Gloigtheach, die Bardenschule und der Silberne Turm eines mächtigen Erzmagiers beschrieben werden. Bemerkenswert ist, wie es den Autoren gelingt, die Bewohner von Cuanscadan mit Eigenschaften auszustatten, dass es dem Leser ohne weiteres möglich ist, sich in der Stadt der Heringe wohl zu fühlen. Dabei hilfreich sind auch die zahlreichen Beziehungen, die zwischen den Bewohnern von Cuanscadan existieren und dafür sorgen, dass die Stadt vor den Augen des Lesers tatsächlich zum Leben erwacht.

Im zweiten Teil von Jürgen E. Franke wird das Land Erainn beschrieben. Dabei wird wie in jeder guten Kulturbeschreibung auf Geographie, Geschichte, Glaube und Gesellschaft eingegangen. Besonders hervorzuheben ist hier die Entstehungsgeschichte des Volkes der Schlange, das aus der Verbindung von Coraniaid (einem Elfenvolk) und Menschen hervorgegangen ist, und die Beschreibung der Weißen Frauen Erainns. Aber auch eine Erklärung zu der Aussprache erainnischer Namen ist sehr hilfreich und interessant. Einige Regelerweiterungen in Form neuer Wesen, Zauber und Zaubertänze sowie des neuen Abenteurertyps der Fionnacórach, einer rechtskundigen Weißen Frau, laden Spieler und Spielleiter direkt ein, in dieses bisher „unbekannte Land“ Midgards zu reisen und sich auf Abenteuer zu begeben.

Der dritte Teil und Abschluss des Quellenbuchs besteht aus vier kurzen Abenteuerskizzen und einem Kurzabenteuer, die es einer Rollenspielgruppe schnell erlauben, in die Stadt und das Fürstentum Cuanscadan einzutauchen. Dabei sind die Abenteuerskizzen kleine Szenarios, die sich um die Taten zweier Diebe, einem Mordfall im Verlauf eines Schwertball-Spieles, den Machenschaften einer der Untergrundorganisationen oder eines geheimen Kultes drehen und vom Spielleiter ohne allzu viel Aufwand in größere Abenteuer verwandelt werden können und so einen schönen Einstieg in die erainnische Hafenstadt darstellen.

Außerdem gehören zu dem Quellenband zwei Karten der Stadt und des Fürstentums Cuanscadan, die aus praktischen Gründen in einer Kartentasche aufbewahrt werden können. Vor allem die farbige Karte des Fürstentums ist ein kleines Kunstwerk. Das DIN-A3 Format auf Kartonpapier zeigt Burgen, Städte, Dörfer, Straßen, Flüsse und andere geländetechnische Eigenschaften. Die Legende ist in einer irischen Schriftart gehalten und im Hintergrund mit keltischen Knotenmustern hinterlegt.

Das Quellenbuch enthält nicht nur, wie es der Titel ankündigt, eine sehr gute Stadtbeschreibung, sondern bietet zudem einen hervorragenden Einblick in die irisch-mythologische Kultur Erainns. Für Midgard-Spieler ist dieses Quellenbuch ein Muss, wobei die Stadt- und Kulturbeschreibung auch ohne große Probleme auf andere Rollenspielsysteme übertragen werden können und somit auch für die Spieler und Spielleiter anderer Rollenspiele sehr empfehlenswert ist

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