Der Hobbit - Smaugs Einöde

Das Spiel zum Film

eine Spielerezension von Michael Weber - 11.12.2013
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Der Hobbit - Smaugs Einöde: Es beginnt von Reich der Spiele
Lesezeit: ca. 5 Minuten

Der Hobbit – Smaugs Einöde von Andreas Schmidt (Kosmos) ist das Brettspiel zum gleichnamigen Film, in dem Regisseur Peter Jackson den Mittelteil aus dem Tolkien-Roman „Der Hobbit“ auf Celluloid bannt. Mir war nie klar, warum aus dem – wenn auch dicken – Kinderbuch ein Dreiteiler im Kino werden muss, aber immerhin beschert den Fans von Mittelerde dies ein weiteres Brettspiel. Diesmal wird die Reise der Zwerge fortgesetzt und es geht durch den Düsterwald und nach Erebor bis zur Höhle von Smaug, dem Drachen.

Für den schnellen Leser: vorab das Fazit zum Hobbit-Spiel

Die ersten Eindrücke zum Spielgefühl habe ich bereits in einem Blogartikel beschrieben. Kurz: Die Atmosphäre stimmt. Aber das Spiel ist langatmig. Was heißt das? Es ist ein schönes Familienspiel für Mittelerde-Fans, das gut zusammen mit Kindern gespielt werden kann. Der kooperative Charakter unterstreicht gleichermaßen die Geneinsamkeit von Familie und Zwerge auf dem Brett. Kinogänger und Spieler, die Der Hobbit -  eine unerwartete Reise kennen, werden sich zudem wegen der schönen Grafiken aus dem Film sofort im Spiel zurechtfinden. Aber besonders Anfang und Ende vom Brettspiel Der Hobbit – Smaugs Einöde sind eindeutig zu lang(atmig) geraten.

Der Start ins Abenteuer beginnt im Düsterwald

Zunächst geht es in den Düsterwald. Dort warten unter anderem ein paar Monstren wie Spinnen, Wargs, Waldelben und der böse Azog sowie weitere Überraschungen. Der Weg dorthin führt zunächst über Bewegungskarten. Vier Stück hat jeder Spieler, die er nacheinander für seine beiden Zwerge einsetzen muss, bevor er sie wieder neu zur Verfügung hat. Ein Anschein von Taktik. Die Zwerge sind dabei sehr langsam unterwegs und kommen nur mühsam – für mich zu mühsam – voran. Hier mal eine Karte nachgezogen, da mal eine Überraschung, aber der Anfang ist extrem zäh. Das liegt nicht zuletzt daran, dass der Düsterwald schon nach wenigen Schritten erreicht ist und sofort Feindkarten aufgedeckt werden. Wenn der Zwerg (oder Ringträger Bilbo!) noch nicht genug Kampfgenossen in Form von Zwergenkarten nachgezogen haben (wann denn?), geht es schnell vier bis neun Felder zurück. Das ist etwa das Startfeld. Da kommt bei den Spielern schnell Frust auf. Warum muss das so langsam gehen? Immerhin können Zwerge (oder Bilbo und ein Zwerg) den Gefahren des Spiels gemeinsam begegnen, sofern sie auf einem Feld stehen.  Zusammen ist es in diesem Spiel tatsächlich einfacher. Nicht umsonst ist Der Hobbit – Smaugs Einöde ein kooperatives Spiel.

Der Hobbit auf dem Weg nach Erebor und durch Smaugs Einöde

Nach und nach geht es besser. Sobald ein Zwerg gelaufen ist, darf er Karten spielen. Die muss er natürlich erst sammeln. Sind es keine Kampfgefährten, darf er vielleicht Bilbo oder einen Zwerg nach vorn (oder - taktisch mitunter sehr klug – rückwärts) setzen. Ab und zu taucht Gandalf auf und bietet eine willkommene Hilfe. Meist steht er aber genau da, wo er nicht gebraucht wird. Denn kaum hat er hier geholfen, hätte er da den Drache Smaug etwas Einhalt gebieten können. Risiko, Planung und Kooperation sind den Spielern beim Bewegen des grauen Zauberers anzuraten. Dennoch: Langsam kommen immer mehr und bessere Karten ins Spiel, der Drache rückt nach vorn und die Zwerge samt Bilbo müssen zusammenhalten. Hier ist die Atmosphäre von Der Hobbit – Smaugs Einöde am dichtesten.

Weiter geht es nach Erebor und dann die Schatzkammer. Gemeinsam gilt es nun, vorsichtig nach vorn zu gehen und genug Kampfgefährten dabei zu haben. Denn der Panzer des Drachen ist dick und mindestens zwei Zwergenkarten werden bei einer Begegnung mit Smaug benötigt. Bei Erfolg wird Smaug dann kräftig rückwärts gedrängt. Das ist auch bitter nötig, denn bei schlechtem Spielverlauf drängt er weit nach vorn und versperrt nicht nur den Weg, sondern wird zur Gefahr. Er kann die Zwerge nach und nach aus dem Spiel feuern und gegen die Gemeinschaft der Spieler gewinnen. Nur Bilbo mit Ring kommt an ihm vorbei.

Mit Glück erreichen die Zwerge unbehelligt die Schatzkammer. Dort warten weitere starke Karten, die dem Drachen zusetzen. So gelingt es dann Schritt für Schritt und bei Pech mit großen Verlusten, dass die Zwerge die rettende Höhle erreichen. Wenigstens einer pro Spieler und natürlich Bilbo, der Meisterdieb mit dem Ring, müssen dieses Feld erreichen. Sonst haben die Spieler Der Hobbit - Smaugs Einöde verloren.

Wie gut ist Der Hobbit – Smaugs Einöde?

Kurze Antwort: Okay. Lange Antwort: Das Spiel schafft Atmosphäre, kann den Spannungsboden aber weder anfangs noch am Ende so halten, dass es uneingeschränkt Spaß macht. Zu mühsam ist der Beginn und zu langweilig das Ende, denn da ist bei den meisten Partien der Ausgang länger klar, bevor die Zwerge endlich ankommen. Aber dennoch ist die schöne Atmosphäre aus dem Buch auf das Spielbrett transportiert. Der Mechanismus ist zwar relativ simpel, aber passt sehr gut zur Reise der Zwerge und fügt sich stimmig in die gewünschte Atmosphäre ein.

Dieses Brettspiel ist ein schönes Weihnachtsgeschenk für Leute, die das Buch oder die Filme zu Der Hobbit mögen. Eine zu große Herausforderung darf nicht erwartet werden, aber der gemeinsame Kampf gegen Smaug macht Spaß. Ein Strategieknüller oder ein forderndes Taktikspiel kann und will dieses Laufspiel aber nicht sein. Und das ist gut so.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2 - 4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
10
Spieldauer (Minuten): 
60
Jahrgang: 
2013
Spielkategorisierung
Spielefamilie: 
Fotos
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