Der mysteriöse Wald

eine Spielerezension von Mario Sandor - 27.07.2017
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Der mysteriöse Wald - Spielmaterial - Foto von Iello/Huch
Lesezeit: 4 Minuten

Das zum Kinderspiel des Jahres nominierte Spiel Der mysteriöse Wald von Carlo A. Rossi führt uns in die Comicwelt der Wormworld Saga. In diesem kooperativen Spiel helfen wir der Comicfigur Jonas nach dem Erkunden des Waldes, seinen Rucksack mit den richtigen Ausrüstungsgegenständen zu packen, damit er erfolgreich die einzelnen Abschnitte seiner Reise bestehen kann. Wie wir das vom Verlag Iello kennen, besticht das Spiel schon bei einem ersten Blick auf die Schachtel. Aber halten Inhalt und Spiel, was die Schachtel und die Nominierung versprechen?

Wie wird das Kinderspiel Der mysteriöse Wald gespielt?

Das Spiel gliedert sich in drei Abschnitte. Im ersten erkunden wir gemeinsam den Wald, dann füllen wir den Rucksack mit Ausrüstung und dann wandern wir durch den Wald und bestehen den Schlusskampf gegen Königin Draconia. Zu Beginn des Spiels legen wir die Startkarte, dann eine je nach Schwierigkeitsgrad definierte Anzahl an Waldkarten, eine Wandererkarte, wieder Waldkarten und schließlich die Schlusskampfkarte in einer Folge verdeckt auf den Tisch. Die Spielfigur Jonas wird auf die Startkarte gestellt. Im ersten Abschnitt decken wir nacheinander, beginnend mit dem Startspieler, jeweils eine Karte des Weges (beginnend mit dem ersten Waldplättchen nach der Startkarte) auf und merken uns die darauf abgebildeten Ausbildungsgegenstände. Dann wird die Karte wieder verdeckt und der nächste Spieler ist mit der nächsten Karte dran, bis auch die Schlusskampfkarte betrachtet wurde. Jetzt müssen wir den Rucksack mit den benötigten Ausrüstungsgegenständen (die Symbole, die auf den Karten aufgedruckt sind) füllen. Hierfür würfeln wir nacheinander jeweils einmal mit den vier Würfeln, suchen uns zwei der gewürfelten Symbole aus und legen die entsprechenden Plättchen auf das Rucksacktableau. Neben den "normalen" Ausrüstungen gibt es auch sogenannte Loki-Plättchen, die verschiedene Sonderfunktionen haben. Sind alle Felder im Rucksack belegt, machen wir uns mit Jonas auf den Weg durch den Wald. Hierfür drehen wir die erste Waldkarte um und plazieren die benötigten Ausrüstungsplättchen vom Rucksack auf die Waldkarte. Können wir das, geht es zur nächsten Karte. Der Wanderer bietet uns für die Abgabe bestimmter Plättchen zwei Kristall-Plättchen, welche als Joker fungieren. Diese Karte können wir spielen, müssen aber nicht. Erfüllen wir auch die Schlusskampfkarte, so haben wir das Spiel gemeinsam gewonnen.

Wie gut ist das Kinderspiel Der mysteriöse Wald?

Fangen wir beim Material an: Die Schachtel ist hochwertig und wunderschön gestaltet. Aber: Ich mag es nicht, wenn die Schachtel viel zu groß für den jeweiligen Inhalt ist. Und genau das haben wir hier. Die Karten sind ebenfalls liebevoll gestaltet, und die Jonasfigur ist vor allem bei den jüngeren Kindern natürlich der Hit. Auch die Würfel versprechen eine lange Haltbarkeit. Absolut unnütz hingegen (sowohl für das Spiel als auch für das Spielgefühl) ist die Pappfigur der Königin Draconia - für was soll man diese brauchen? Bei uns wurde sie zwar immer zusammengebaut und auf die letzte Karte gestellt, aber in fast jeder Runde kam die Frage der Kinder, was man damit machen solle. Kann man also getrost weglassen, ohne dass das Spiel darunter leidet. Die Regeln sind einfach und die Anleitung vorbildlich. Nach einer kurzen Erklärung durch einen Erwachsenen konnten die Kinderrunden immer sehr schnell alleine spielen, eine weitere "Betreuung" war nicht notwendig.

Das Kinderspiel selbst hat sehr gemischte Reaktionen hervorgerufen. Kinder, die schon viele Brettspiele gespielt haben, fanden das Spiel nach der ersten Runde nicht mehr sehr ansprechend. Das Spiel sei ja sehr schön, die Story cool und eigentlich gab es auch kaum Kritikpunkte, aber die Idee, beim Memory noch ein Glückselement einzubauen (Würfel) hat die erfahreneren Kinder eher gestört als zu einer weiteren Partie aufgefordert. Anders bei den Kindern, die bisher kaum oder keine Erfahrung mit Brettspielen hatten. Hier passte die ganze Kombination aus Geschichte, Memo, Glück und Spielmaterial sehr gut. In diesen Runden wurden auch gern mehrere Partien gespielt, wobei der Schwierigkeitsgrad gesteigert wurde (das Einstiegsszenario ist doch sehr einfach zu schaffen). Insofern hat die Jury für das Kinderspiel des Jahres mit der Nominierung aus meiner Sicht alles richtig gemacht. Der mysteriöse Wald ist ein gutes Kinderspiel, das aber insbesondere Kinder ohne oder mit nur wenig Spielerfahrung anspricht.

Video: 

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Grafik: 
Spielerzahl: 
2-4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
6
Spieldauer (Minuten): 
20
Jahrgang: 
2016
Spielkategorisierung
Fotos
Der mysteriöse Wald - Spielschachtel - Foto von Iello/Huch
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