Der vergessene Krieg

ein spielerischer Artikel von Tanja Weber - 30.11.2004

Der Zufall oder vielleicht auch das Schicksal führt eine Gruppe von Helden in das Fürstentum Anbariia. Das Schwarze Moor verschlingt nach und nach immer mehr Land. In dem Moor gehen seltsame Wesen um, die Angst und Schrecken verbreiten. Nun ist es an den Helden, die Ursachen dafür aufzuklären und die Bewohner des Fürstentums von den dunklen Schatten zu befreien ...

Der Drachenland Verlag ist bekannt für seine schönen und atmosphärischen Fantasy-Abenteuer, die im eigens entwickelten Morh-Khaddur spielen. So ist es auch bei Der vergessene Krieg. Als Regelsystem bietet sich der Spielgruppe verschiedene Möglichkeiten, das Abenteuer ist so angelegt, dass es mit dem D20-System (Dungeons & Dragons), Das Schwarze Auge oder Midgard gespielt werden kann. Die Werte und erforderlichen Proben sind dementsprechend in dreifacher Ausprägung abgedruckt. Wer nicht die vom Drachenland entwickelte Welt von Morh-Khaddur nutzen möchte, könnte das Abenteuer ebenso aber auch in seine eigene Welt einpassen oder die Welten der benutzten Spielsysteme nutzen, was in manchen Punkten vielleicht schwieriger sein könnte, da es wenig freie Punkte gibt, um das Fürstentum und die Geschehnisse dort einzubinden.

Die Schwierigkeiten des Abenteuers kann ohne große Mühe den Erfahrungsstufen der Charaktere angepasst werden, sodass es eigentlich für alle Gruppen geeignet sein sollte. Und es lohnt sich. Wie so häufig bestechen die Drachenland-Abenteuer durch eine besondere Qualität im klassischen Fantasy. Zwar werden in einigen wenigen Punkten die gängigen Klischees genutzt, aber das tut dem komplexen Abenteuer, das auf eine lyrischen Art und Weise eine sehr schöne Geschichte mit Hintergrund erzählt, keinen Abbruch. Selbst die einführende Geschichte des vergessenen Krieges ist von beachtlicher Qualität und es macht Spaß, sie zu lesen.

Erstaunlicherweise schafft es dieser kleine Verlag, mit der Qualität seines Layouts und der Qualität seiner Buchbindung zu glänzen, etwas was man manchmal bei den etwas größeren Verlagen häufig vermisst. Bei dem vergessenen Krieg spürt man deutlich mit wie viel Spaß und Herz die Mitwirkenden an dem Abenteuer gesessen haben. Nichts für Freunde des Hack and Slay, sondern für Freunde des klassischen Fantasy.

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