Die Drachenzähne

eine Spielerezension von Claudia Grothe - 06.04.2016
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Die Drachenzähne - Foto von Trefl
Lesezeit: ca. 4 Minuten

Wer hätte das gedacht? Auch Drachen müssen nach dem Essen Zähne putzen. Natürlich schrubben sie nicht selbst! Für ihre Zahnpflege beauftragen sie die kühnsten Recken der Umgebung. Diese haben sich die skurrilsten Putzwerkzeuge zusammengebastelt, um die Aufgabe zu bewerkstelligen. Dabei gibt es nur einen winzigen Haken. Nach einer so opulenten Mahlzeit brauchen die Drachen ein Verdauungsschläfchen. Fällt den Drachen vor Müdigkeit das Maul zu, bevor die Recken mit den Schrubben fertig sind, werden diese einfach verschluckt.

Spielaufbau von Die Drachenzähne

Vor dem Spiel Die Drachenzähne von Noriaki Watanabe (Trefl) werden acht Drachenkarten verdeckt in die Drachenhöhle, einem sehr mystisch wirkenden Pappaufsteller, gelegt. Die Wahl der Drachen hängt von der Anzahl der Mitspieler ab. Jeder Spieler wählt eine Farbe und übernimmt die dazugehörende Putzkolonne. Diese besteht aus acht Reckenkarten mit Werten von eins bis acht. Zusätzlich gibt es für jeden eine Wertungstafel, auf der ein lachender, ein neutraler und ein trauriger Smily zu sehen sind.

Die Drachenzähne - jetzt wird geschrubbt und poliert

Der aktive Spieler zieht eine Drachenkarte aus der Höhle und gibt eine Prognose ab, ob der Drache ein geduldiger Kunde sein wird oder die Recken sich lieber sputen sollten. Dabei darf auch geflunkert werden. Anschließend wählt er eine seiner Reckenkarte aus und platziert sie offen auf dem Tisch. Nun überlegen auch die übrigen Spieler, welchen Recken sie ins Rennen schicken wollen, legen diesen aber verdeckt vor sich ab. Sobald sich alle entschieden haben, werden Drache- und Reckenkarten aufgedeckt und geschaut, wer die Aktion überstanden hat.

Die Nummer auf der Drachenkarte zeigt, wie viele Zähne der Drache durchhält, bevor er einschlummert. Die Zahl auf der Reckenkarte gibt an, wie viele Zähne dieser putzen möchte. Die Recken werden vom niedrigsten zum höchsten sortiert und treten der Reihe nach an. Ihre Werte werden nacheinander addiert und mit der Nummer auf der Drachenkarte verglichen. Bleibt die Zahl unter der des Drachen, war die Mission erfolgreich und der Recke kommt auf das lachende Feld. Dann kommt der Nächste zum Einsatz. Auch sein Wert wird dazuaddiert. In dem Moment, wo die Summe den Wert der Drachenkarte überschreitet, schließt dieser sein Maul. Der Recke, dessen Betrag zur Überschreitung der Gesamtsumme führt, hat Pech und wird verschluckt. Er kommt auf das traurige Feld. Alle noch in der Warteschlange befindlichen Recken kommen zwar nicht zum Zug, werden dafür aber auch nicht gefressen. Sie landen auf dem neutralen Feld. So geht es Runde für Runde, bis alle Recken einmal angetreten sind. Nach acht Runden wird zusammengezählt. Die erfolgreichen Recken auf dem lächelnden Smiley bringen entsprechend ihres Wertes Pluspunkte. Für Recken, die auf dem weinenden Feld gelandet sind, werden so viele Punkte abgezogen, wie ihr Wert angibt. Recken, die nicht zum Einsatz kamen, weil sie zu weit hinten in der Warteschlange standen, zählen nicht. Wer mit seinem Trupp die meisten Punkte erringen konnte siegt.

Die Drahenzähne - zum Üben von Rechnen hopp, als Unterhaltungsspiel ein Flopp

Die Idee, dass auch Drachen Zähne putzen müssen und die Ritter ihnen dabei helfen, anstatt sie wie üblich zu bekämpfen, ist total witzig. Vor dem Schlafengehen ist das die ideale Überleitung, um die Kleinen ins Bad zu bekommen. Die Grafik des Spiels ist ein absolutes Highlight. Die Recken rücken Plaque und Zahnstein mit Wischmopp, Presslufthammer und Dynamit zu Leibe. Die Drachen sehen fantastisch aus und sind mit einer Glazschicht überzogen, was echt edel wirkt. Sämtliche Kärtchen sind aus sehr stabiler Pappe, die ordentlich was aushält.

Das Spiel hätte ohne Drachenhöhle und Wertungstafel sicherlich genauso gut funktioniert. Aber man hat weder Material noch Mühen gescheut, um alles perfekt abzurunden. Die Auswertung des Spiels hat den positiven Nebeneffekt, das die Kids zum Rechnen animiert werden: Addition, Subtraktion, Zehnerübergänge und sogar der negative Zahlenraum. Das ist wirklich klasse und besser gemacht als in vielen Rechenspielen. Der Spielmechanismus an sich ist allerdings etwas fad. Man macht immer dasselbe. Klar kann man bluffen, aber es hängt zu viel davon ab, was die anderen machen. Außerdem hat man keinerlei Möglichkeiten, darauf zu reagieren. So wird es zum reinen Glücksspiel, ob und wieviele Recken durchkommen. Hat sich die Begeisterung über die tollen Illustrationen etwas gelegt, wird das Kinderspiel ab 6 Jahre daher schnell langweilig.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Grafik: 
Spielerzahl: 
3-5
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
6
Spieldauer (Minuten): 
20
Jahrgang: 
2013
Spielkategorisierung
Spielethema: 
Spielegattung: 
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