Die Gärten von Versailles

Clever Pläne schmieden - Gleichzeitig bauen - Souverän gewinnen

eine Spielerezension von Johannes Halbig - 23.08.2017
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Die Gärten von Versailles - Foto von Schmidt Spiele
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Wer vom König zum königlichen Gärtner ernannt werden will, sollte bei der Planung seines Gartens mehr auf Quantität als auf Qualität achten. Der König liebt vor allem große zusammenhängende Flächen der gleichen Art, je größer, desto lieber. Ästhetische Gesichtspunkte spielen bei der Gartenplanung dagegen eher weniger eine Rolle. Darum geht es beim Legespiel Die Gärten von Versailles von Lena und Günter Burkhardt (Schmidt Spiele).

Wie funktioniert das Legespiel Die Gärten von Versailles?

Vor dem Gartenbau steht erst einmal die Planung. Dazu werden die Gartenplättchen gemischt und offen in sieben Gruppen ausgelegt. In jeder Gruppe liegen so viele Plättchen, wie Bewerber um das Amt des Königlichen Gärtners teilnehmen. Als Arbeitsmittel erhält jeder Spieler zehn Zahlenkarten, die er auf die Hand nimmt.

Das Spiel besteht aus zwei Durchgängen, jeder Durchgang geht über sieben Runden. In jeder Runde wird eine Gruppe von Gartenplättchen vergeben. Für die Vergabe wählt jeder Gärtner eine seiner Handkarten aus und legt sie verdeckt vor sich ab. Die Karten werden gleichzeitig aufgedeckt und der Spieler mit der niedrigsten Zahl darf sich das erste Plättchen der Gruppe nehmen. In aufsteigender Zahlenreihenfolge nehmen die anderen Spieler ebenfalls ein Gartenplättchen und zwar immer das nächstfolgende in der Gruppe. Die Spieler verbauen die genommenen Plättchen in ihrem Garten. Dabei muss an bereits ausliegende Plättchen angebaut werden, das darf auch versetzt geschehen. Die Bebauungsart muss dabei nicht übereinstimmen. Sobald ein Spieler eine Farbfläche aus mindestens vier zusammenhängenden Feldern gelegt hat, bekommt er den Mehrheitenchip dieser Farbe (den er natürlich an einen anderen Spieler verlieren kann, falls dieser später mehr zusammenhängende Felder dieser Farbe anbaut).

Nach der siebten Runde endet der Durchgang und es kommt zu einer Zwischenwertung. Jeder Spieler zählt dazu die Felder seiner zwei größten zusammenhängenden Farbflächen und erhält für jedes dieser Felder einen Punkt. Zusätzlich gibt es für Mehrheitenchips drei Siegpunkte.

Für den zweiten Durchgang werden wieder sieben Gruppen mit Plättchen gebildet und jeder Gärtner erhält wieder zehn Handkarten. Die Gärten werden weiter ausgebaut. Nach dem zweiten Durchgang endet das Spiel. Punkte erhält jeder Spieler für seine drei größten zusammenhängenden Farbflächen, zusätzlich gibt es fünf Punkte für die insgesamt größte Fläche einer Farbe und drei Punkte für die jeweils zweitgrößte Fläche einer Farbe. Außerdem gibt es am Ende noch drei Punkte für die größte zusammenhängende Baufläche.

Lohnt sich Die Gärten von Versailles?

Die Gärten von Versailles ist ein Legespiel, das schnell erklärt und für Familien gut geeignet ist. Schön, dass das Material für fünf Spieler ausreicht und nicht wie so oft, dafür erst eine Erweiterung erworben werden muss. Etwas seltsam ist allerdings dass auf der Schachtelangabe „2 - 4 Spieler“ steht. Bei zwei Spielern kommt ein „Dummy“ mit ins Spiel - kann man spielen,  muss man nicht - es gibt für zwei Spieler aber auch genügend Spielalternativen.

Das Spielgefühl beim Verteilen der Gartenplättchen erinnert ein wenig an 6 nimmt, bis hin, dass es durch diesen Mechanismus halt doch oft anders läuft, als man eigentlich will. Etwas schade ist es, dass die gebauten Gärten in der Regel nicht besonders prunkvoll aussehen. Hier hätten wir bei dem Thema etwas mehr erwartet. Die Gärten von Versailles ist jedoch insgesamt ein spielerisches Leichtgewicht, das in familiärer Runde durchaus auch mehr als einmal Spaß macht.

Video: 

Spieleinfo

Verlagsangaben
Grafik: 
Spielerzahl: 
2-4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
8
Spieldauer (Minuten): 
30
Jahrgang: 
2017
Spielkategorisierung
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