Die Schatzkammer von El Mirador

Und der Wächter des Schreckens!

eine Spielerezension von Jürgen Strobel - 05.06.2012
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Die Schatzkammer von El Mirador von Reich der Spiele
Lesezeit: ca. 6 Minuten

2010 kam aus dem Hause Ravensburger das tiptoi System heraus. Es handelt sich um ein Audio-Digitales Lernsystem für Kinder im alter von 4 bis 10 Jahren. Spielerisch endeckt dabei das Kind mit dem tiptoi Stift die Welt durch Bücher, Spiele und Puzzles. Dabei gibt es vier Erebnisebenen: Entdecken, Wissen, Erszählen und Spielen. Eine intelligente Elektronik im Innern des tiptoi-Stifts erweckt Bücher, Spiele und Puzzles zum Leben! Im Sommer 2011 sprang Noris auf den Zug der Erfolgswelle auf und brachte seinerseits den Toystick auf den Markt. Die Technik ist vergleichbar, wobei das Spielerische im Vordergrund steht. Das Angebot bestand bis jetzt nur aus Büchern. Das sollte sich aber durch die Einführung des ersten Brettspieles für den Toystick ändern. So machen wir uns nun auf den Weg in Die Schatzkammer von El Mirador. 

Es machen sich vier wagemutige Helden auf, um in der Schatzkammer von El Mirador nach wertvollen Schätzen zu suchen und um so unermesslichen Reichtum zu erlangen. Aber diese Suche birgt viele Gefahren und Schrecken, den das Uralte Volk der Maja hat etliche Fallen gebaut um Diebe davor abzuhalten Ihre Wertvollen Schätze zu stehlen. Und es gibt noch ein Schatten im Dunkeln: "Der Wächter" . Der seit Jahrtausenden alle Eindringlinge verjagt und somit ein große Gefahr für die Abenteurer darstellt. Wirst Du es schaffen?

Es war ein tropisch heißer Tag und Johanna Juwels, Simon Smart, Henry Stark und Prof.Kanoni standen vor dem Eingang der Schatzkammer. Erschöpft von dem Tagelangem Marsch, der Hitze und den gefüllten Tausend Steckmücken lehnten Sie an die Wand. Henry wischte sich den Schweiß aus der Stirn und blickte in die glühende Sonne am Himmel. Simon, Johanna und Prof. Kanoni kontrollierten Ihre Ausrüstung und jeder entschied sich dann für drei Gegenstände, die Sie mit in die Schatzkammer nahmen. Johanna entschied sich für das Seil, den Talisman und die Fackel. Simon, und der Professor nahmen die Schatzkarte das Fernglas und den Kompass mit. Alles andere wäre nur unnützer Ballast, der Sie nur Behindern würde. Nachdem Henry nun auch soweit fertig war, betraten Sie gemeinsam die Kammer und alle vier wurden von einer tiefschwarzen Dunkelheit verschluckt ... Ein Geruch der Fäulnis und der Verwesung schlug Ihnen entgegen. Es war totenstill und ein kalter Schauer lief Johanna über den Rücken. Als sich Ihre Augen langsam an die Dunkelheit gewöhnt hatten, sahen Sie das Sie sich auf einem Zentralen Platz der Schatzkammer befanden die sich pyramidenförmig erhob. An jeder der vier Seiten schlängelte sich eine Treppe hinab. Jeder der vier stand nun oben an einer Seite vor einer Treppe und alle gleichzeitig begangen Sie den Abstieg in das Ungewisse.

Johanna war die erste, die den Boden unter Ihren Füßen spürte, und versuchte sich langsam vor zu tasten. Sie hatte genau vier Schritte für diese Runde und wollte natürlich so nah wie möglich an den ersten gesuchten Schatz kommen. Die ersten drei Felder verliefen reibungslos, aber beim vierten Feld hörte Sie ein Knacken und der Boden unter Ihren Füßen gab nach. Ruckartig holte Sie das Seil hervor und Schwang sich im letzten Moment festgemacht an einer großen Wurzel über den Abgrund hinweg. Mit zitternden Knien und schweißnassen Händen stand Sie nun da dankte dem Seil, das sie glücklicherweise mitgenommen hatte. Aber das nun leider verloren wahr ... Auf der anderen Seite war nun auch Simon unten angekommen und er hatte ganze sechs Schritte und in der Ferne sah er einen Schatz, den er unbedingt bergen wollte. Aus seinem Rucksack nahm er sein spezielles Fernglas hervor und schaute sich die ersten drei Felder ganz genau an. Er konnte nichts Merkwürdiges Entdecken und so schritte er schnell die drei Felder voran. Die letzten drei Schritte bis zum Schatz verliefen ohne Zwischenfälle und so stand er nun vor seinem ersten Schatz. Er hob in auf und streckte Ihn in die Höhe. In diesem Augenblick hörte er jedoch einen Schrei, der so furchterregend war,  dass er plötzlich vor Angst erstarrte. Denn er wußte genau, was geschen war. Der Wächter war erwacht!

Prof. Kanoni war schon ein ganzes Stück vorangekommen und stand nun vor einem Schatz. Leider konnte er mit dieser Art von Schatz nichts anfangen und so breitete er seine Schatzkarte aus und wie von Zauberei tauschten zwei Schätze miteinander die Plätze. Danach zerfiel die Schatzkarte zu Staub und Ihre Magie war verbraucht. Er holte nun den Kompass hervor und dieser geleitete in sicher und ohne Umwege direkt auf das Startfeld der Pyramide zurück ... Henry hatte etwas mehr Glück und konnte sich schon zwei Schätze sichern. Als er sich gerade den dritten Schatz nehmen wollte, hörte er hinter sich ein Schlurfen und Stöhnen. Er blickte sich um und schaute direkt in die Rot glühenden Augen des Wächters. Gedankenverloren riss er die Fackel hoch und schleuderte sie Ihm entgegen. Der Wächter schrie vor Schmerz und zog sich in die Dunkelheit zurück ... Johanna hat sich von Ihrem Schrecken schnell erholt und war in der Zwischenzeit sehr erfolgreich auf Schatzsuche. Sie hatte bereits sechs Schätze erbeuten können und ist nun auf dem Rückweg zum Zentrum der Kammer. Da Sie ja jetzt weiß, an welchen Stellen der Boden nicht sicher ist, setzt Sie Ihren Talisman ein dieser beginnt zu schimmern und zu leuchten und senkt sich über das Fallenfeld. Somit war dieses Feld nun sicher und konnte von jedem betreten werden. Irgendwie schaffen es alle vier Abenteurer, mehr oder weniger heil aus der Kammer herauszukommen. Erschöpft und mit einigen Schrammen im Gesicht vielen sich alle Glücklich in die Arme. Wohl wissend, dass Sie mehr Glück als Verstand hatten. Aber das war ihnen in diesem Augenblick völlig egal ... 

So oder ähnlich könnte ein Film enden. Das erste Spiel für den Toystick von Noris Die Schatzkammer von El Mirador hat viel Licht aber auch seine Schattenseiten. Zuerst einmal ist das Spiel in ein spannendes Thema eingekleidet. Wer wollte nicht schon mal als Abenteurer auf Schatzsuche gehen. Das gefällt den Kids und hat einen hohen Aufforderungscharakter. Die Erforschung der Bodenplatten trägt natürlich auch zur Spannung bei. Dennoch gibt es auch Schattenseiten. Zunächst wäre da die Spiellänge! Bis ein Sieger feststeht und ein Kind die verlangte Menge an Schätze gefunden hat, kann sich das Spiel sehr in die Länge ziehen. Hier sollte man, um die Spielzeit erträglicher zu machen, die Menge der gefundenen Schätze herunterschrauben. Auch ist die Auswahl an Sprüchen durch den Toystick sehr begrenzt. Und nach kurzer Zeit wiederholt sich alles doch sehr. Hier ist meiner Meinung nach das größte Potenzial einfach verschenkt worden. Man hätte mit dem Stick viel mehr Interaktion in das Spiel bringen können. Schade! Mit den immerhin sechs Ausrüstungsgegenständen war manches Kind überfordert. Zumal eine Übersicht für jedes Kind hier nicht verkehrt gewesen wäre. Damit man zumindest alle Informationen über jeden Gegenstand kompakt vor sich liegen hat. Auch sind die einzelnen Charaktere blass und beliebig austauschbar. Hier hätte man jedem Charakter vielleicht einen einzigartigen Gegenstand oder eine Fähigkeit verleihen können. Das Material ist hingegen gut und das Spiel hat eine sehr schöne Grafik bekommen. Die Figuren sind aus Pappe und werden in einen Plastik-Sockel gesteckt. Ob nun richtige Plastikfiguren besser gewesen wären, darüber läßt sich streiten. Den Kinder hat es jedenfalls nichts ausgemacht. Der Toystick funktioniert tadellos und sieht auch optisch nett aus. Aber trotz allem Gemäcker ist das erste Spiel für den Toystick ein guter Anfang. Und weitere Spiele lassen hoffen.  Aber wie heißt es doch so schön: "Aller Anfang ist schwer" und es gibt nach Die Schatzkammer von El Mirador noch viel Luft nach oben.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Verlag: 
Spielerzahl: 
2 - 4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
6
Spieldauer (Minuten): 
30
Jahrgang: 
2011
Spielkategorisierung
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