Die Siedler von Catan Junior

eine Spielerezension von Mareike Schöbel - 06.12.2008
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Die Siedler von Catan Junior von Reich der Spiele

Die Spieler segeln mit ihren Schiffen rund um die Inselwelt von Catan, als plötzlich der Schiffspapagei Coco die düstere Festung der Geisterpiraten entdeckt, die mitten im Meer auf einem Felsen steht. Wenn der Geisterpirat nun merkt, dass er nicht mehr der alleinige Herrscher der Inselwelt ist, wird er den Spielern den Kampf ansagen. Also auf Männer, Segel dicht holen und Kurs auf die Insel ….

Je nach Anzahl der Spieler wird die entsprechende Spielplanseite auf den Tisch gelegt. Vor den Spielern liegt die Pirateninsel mit der schrecklichen Geisterpiratenburg. Auffällig ist, dass das Spielbrett kleiner ist als beim Originalspiel. Jeder Spieler erhält sieben Piratenlager und acht Schiffe einer Farbe. Auf dem Spielplan befinden sich passende farbige Felder, die jeder Spieler mit je zwei Piratenlagern bestückt.

Zu Spielbeginn befindet sich der Geisterpirat in seiner Burg und damit es richtig los gehen kann, erhält jeder noch eine Baukarte, die er offen vor sich ablegt, und eine Holz sowie eine Rumkarte auf die Hand. Der Startspieler würfelt, während die Anderen mit neuen Ausrüstungskarten versorgt werden. Für jedes angrenzende Piratenlager am erwürfelten Landschaftsfeld gibt eine entsprechende Ausrüstungskarte. Also grenzt das eigene Piratenlager zum Beispiel am Rumfeld an, erhält man eine Rumkarte, wenn die entsprechende Zahl gewürfelt wird. Bei einer sechs verlässt der Geisterpirat seine Burg und wird auf ein Landschaftsfeld gesetzt. Solange der Pirat dort steht, gibt es keine Ausrüstungskarten mehr. Anschließend darf der Startspieler bauen oder tauschen. Um an weitere Ausrüstungskarten und zum Spielziel zu kommen, ist es wichtig, weitere Piratenlager an den Landschaftsfeldern zu bauen. Wer als erstes sieben Piratenlager gebaut hat, beendet das Spiel und siegt.

Für ein Lager werden 4 Ausrüstungskarten fällig, nämlich je eine Rum, Säbel, Wolle und Holz. Man darf aber nicht beliebig irgendwohin bauen, sondern nur dort wo auch sein Schiff hinfährt. Es wird vom Startfeld immer abwechselnd ein Schiff, ein Lager, ein Schiff und so weiter gebaut. In der Bauphase kann man auch ein Schiff kaufen gegen eine Schaf und eine Holzkarte. Sollte man nicht bauen wollen, kann man noch eine Coco hilft Karte kaufen gegen den Einsatz von Rum, Säbel und Gold. Mit diesen Karten bekommt man oft ein Lager oder ein Schiff geschenkt und muss nicht erst sammeln. Manchmal hetzt Coco dann den Mitspielern den Geisterpiraten auf den Leib oder leiert ihnen eine Ausrüstungskarte aus der Hand. Die gekauften Karten muss man aber immer sofort ausführen.

Außerdem: Wem es zuerst gelingt den Geisterpiraten mit der Coco-Karte aus der Burg zu vertreiben, darf hier sein eigenes Lager errichten. Aber nur solange, bis ein Spieler nicht mehr Geisterpiratenkarten vor sich liegen hat. Damit man bei den Baukosten den Überblick behält, gibt es extra eine Übersichtskarte. Kann der Spieler in einem Zug nicht bauen, weil er nicht genug entsprechende Karten auf der Hand hat, darf er in beliebiger Reihenfolge mit dem Vorratsstapel, einmal auf dem Marktplatz oder den Mitspielern Karten tauschen. Beim Kartentausch mit den Mitspielern gibt es kein Limit. Beim Vorratsstapel darf sogar drei zu eins, drei gleiche Ausrüstungskarte gegen eine beliebige, getauscht werden.

Günstig liegt ein Piratenlager direkt am Hafen. Dort darf der Besitzer zum Kurs zwei zu eins tauschen, also zwei abgebildete Ausrüstungskarten werden gegen eine Karte vom Vorratstapel getauscht. Durch diese vielen Tauschmöglichkeiten kommt man recht gut an die Karten, die man sammeln will.

Siedler von Catan Junior besticht durch seine sehr liebevolle Gestaltung des Spielplans und Materials sowie die übersichtliche und gut erklärte Beschreibung. Es orientiert sich am original Die Siedler von Catan, aber die Regeln wurden vereinfacht. Gespielt wird zum Beispiel nur mit einem Würfel. Durch die Erweiterung um den Marktplatz, hat man gute Chancen, seine Karten getauscht zu bekommen, auch wenn die Mitspielern nicht tauschen wollen oder können. Positiv ist auch, dass es kein Kartenlimit gibt. Dadurch ist man recht schnell am Ziel und das Spiel zieht sich nicht unnötig. In dieser Variante sind die Startplätze der Spieler vorgegeben und man kann sich nicht groß gegenseitig behindern. Die Aufteilung der Startplätze ist gut verteilt, sodass jeder eine Chance hat an die nützlichen Felder zu kommen. Ein schöner Einstieg in taktische Spiele, ohne Kinder zu überfordern.
Insgesamt eine sehr kindgerechte und lohnenswerte Umsetzung der Erwachsenenvariante, die sich besonders gut für Familien eignet. 

Spieleinfo

Verlagsangaben
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
3 - 4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
6
Spieldauer (Minuten): 
30
Jahrgang: 
2007
Spielkategorisierung
Spielefamilie: 
Spielethema: 
Spielegattung: 
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