Die Staufer

eine Spielerezension von Olaf Bormann - 28.02.2015
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Strategiespiel Die Staufer - Foto von Hans im Glück
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Die Staufer ist ein Brettspiel von Andreas Steding (Hans im Glück) für zwei bis fünf Spieler. Im Mittelalter gab es im geographischen Raum Deutschlands keine feste Hauptstadt, wie wir das heute kennen. Feste Krönungsorte waren schon vorhanden, aber die Regierungsmacht ging von dem umherreisenden Hof aus, welcher die verschiedenen Pfalzen des Reiches aufsuchte und dort verhandelte oder zu Gericht saß. Die Orte, die in diesem Spiel auftauchen sind in diesem Zusammenhang nicht zwangsläufig alle wichtigsten des Reiches gewesen. sondern stellen bedeutende Städte im Leben des Kaisers Heinrich VI. dar, wie auf einem Beiblatt des Spieles nachzulesen ist.

Worum geht es im Strategiespiel Die Staufer?

Siegpunkte sammeln im Windschatten des Kaisers, darum geht es bei Die Staufer. Der Spielplan wird aus sechs Stadtfeldern zusammen gelegt. Die Städte unterscheiden sich durch ihre Siegpunktvergabe für den ersten und zweiten Spieler, ihre Bonusgewinne und die Anzahl der zu besetzenden Positionen, Ämter genannt, welche zwischen zwei bis fünf schwankt, je nach Spielerzahl.

Zwei Möglichkeiten hat der aktive Spieler grundsätzlich. Entweder zu einem Ort reisen, um dort ein Amt zu besetzen oder sich um Figurennachschub kümmern, da die Reiserei und Ämterbesetzung enorme Figurenmengen verschlingt. Die Mehrheiten der belegten Ämter entscheiden über die Siegpunkte in ein oder zwei Städten pro Runde, deren fünf gespielt werden. In der Regel sammelt der aktive Spieler noch eine oder mehrere Bonusaktionen ein, die gleich oder später Verwendung finden. Diese Truhenmarker stellen einen nicht zu unterschätzenden Faktor dar, weil sie Einsetzkosten verringern oder zu zusätzlichen Punkten führen.

Überschaubar Struktur, aber viele Zusatzaktionen

Die Grundstruktur des Spieles ist einfach und schnell überschaubar. Das wird im ersten Spiel nicht gleich deutlich, da die Menge der verschiedenen Zusatzaktionen ersteinmal erschlagend wirkt. Hier eine Übersicht zu gewinnen, dauert sicher ein bis zwei Partien. Deswegen rate ich dringend, nicht gleich die Flinte ins Korn zu werfen. Da lassen sich pfiffige Kombinationen herstellen.

Die drei verdeckten Schlusswertungskarten jedes Spielers halte ich für eine unnötige Schleife, auf die jeder noch hin arbeiten soll. Sie sind dem Umstand geschuldet, dass in den letzten Runden nicht ein Großteil der Städte von niemandem mehr angesteuert werden. Ihr Ausschüttungswert ist mitunter spielentscheidend hoch.

Wie gut ist das Gesellschaftsspiel Die Staufer?

Die Staufer spielen sich auch zu zweit gut, die Anzahl der Ämter ist dann deutlich verringert, damit es spannend bleibt. Die Planbarkeit des Spiels ist natürlich in geringerer Spielerzahl höher.

Ich will es nicht verleugnen, dieses Spiel hat in meinen Augen einen spröden Charme, der sich erst nach einigen Partien ablegt und das Spiel an Reiz gewinnen lässt. In guter Tradition von Mehrheitenspielen in Regionen oder Städten , wie El Grande, Raja oder Pfeffersäcke, wirkt Die Staufer abstrakter. Es zeichnet sich durch solide handwerkliche Arbeit aus und funktioniert gut, muss sich allerdings in diesem Spielsegment mit einer großen Zahl an Konkurrenten messen lassen und hat dafür leider kein herausstechendes Alleinstellungsmerkmal. Interaktion beschränkt sich auf den Wettlauf um die Posten.

Am Material ist nichts auszusetzen, auch an der Wertungsleiste nicht, in gewohnter hoher und guter Qualität bietet uns Hans im Glück dieses Spiel an.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2-4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
12+
Spieldauer (Minuten): 
40-100
Jahrgang: 
2014
Spielkategorisierung
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