Die geheimnisvolle Maske

eine Spielerezension von Claudia Grothe - 02.07.2012
  Spiel kaufen kommentieren
Die geheimnisvolle Maske von Ravensburger
Lesezeit: ca. 5 Minuten

Vorweg sei gesagt, dass Die geheimnisvolle Maske kein Spiel im eigentlichen Sinne ist. Vielmehr handelt es sich um eine Art interaktives Hörspiel. Wer sich in Geschichten also schon immer gefragt hat: „Was wäre passiert, wenn …“, der kommt hier auf seine Kosten.

Wie bei einem Rollenspiel erlebt man gemeinsam mit Tina und Tom ein Abenteuer im Haus ihres Onkels. Dieser ist Archäologe und irgendwo in Mexiko verschollen. Deshalb wollen ihre Eltern sein Haus vermieten. Während die sich nun mit einem dubiosen Interessenten im Wohnzimmer unterhalten, erkunden Tina und Tom das Haus.

Der Spielplan von Die geheimnisvolle Maske ist passender Weise ein hübsches Landhaus, dessen Dach wie ein Ringordner aufgebaut ist. Jede Seite zeigt einen anderen Raum des Hauses. Die Spielleitung übernimmt der Tiptoi-Stift. Er erzählt worum es geht und erklärt alle Funktionen. Sobald man durch eine Tür geht, sagt er einem, auf welche Seite man blättern muss, um das entsprechende Zimmer zu sehen. Dort angekommen berichtet der Stift etwas über den Raum. Anschließend kann man das Zimmer selbst erkunden, indem man Möbel oder andere Gegenstände mit ihm berührt. Ziel ist es dabei, die Notizzettel und Maskenteile zu finden, die Onkel Richard überall in seinem Haus versteckt hat. Einige Dinge sind, wie bei einem Suchbild, irgendwo im Raum versteckt, bei anderen muss man Schränke und ähnliches durchwühlen. Für Abwechslung sorgen bei Die geheimnisvolle Maske kleine Minispiele (Knobelaufgaben, Labyrinthe oder ähnliches) von denen es in jedem Raum eins gibt. Sie werden durch das Berühren bestimmter Gegenstände gestartet, sodass man meist zufällig beim Rumstöbern auf sie stößt. Für gelöste Aufgaben, bekommt man wertvolle Tipps, Schlüssel oder andere Gegenstände, die man später benötigt. Man sollte sich also Mühe geben. Denn während man einige Spiele beliebig oft wiederholen kann, rufen andere Papa Schlüter auf die Bildfläche. Und der ist gar nicht begeistert, seine Sprösslinge beim Rumspielen am Sicherungskasten oder ähnlichem zu erwischen und lässt sie fortan nicht mehr aus den Augen, und das Spiel endet somit. Wer nicht von vorn beginnen möchte, sollte daher ab und zu den Spielstand speichern. Sobald man acht Maskenteile und Notizzettel gefunden hat, kann man sich auf die Suche nach dem geheimen Zimmer begeben. Wo es sich befindet, wie man dort hineinkommt und was einen dort erwartet, dass finden die Spieler am besten selbst heraus.

Wie alle Tiptoi-Produkte, läuft auch Die geheimnisvolle Maske ganz nach dem Prinzip: learning by doing. Kein lästiges Lesen der Spielanleitung und anschließendes Erklären mehr. Einfach die passende Audiodatei herunterladen, Stift einschalten und schon kann es losgehen. Ein ideales Spiel also, um sein Kind zu beschäftigen, wenn man grad mal etwas in Ruhe erledigen will. Besonders da Die geheimnisvolle Maske den Spieler, im Gegensatz zu normalen Kinderspielen, eine ganze Zeit  beschäftigt. Je nachdem wie häufig und lange man spielt und natürlich wie clever die kleinen Detektive sind, hat man für einige Tage oder auch Wochen eine etwas andere Art der Unterhaltung. Vorausgesetzt die Langeweile ist nicht so groß, dass man es ohne Pause an einem Tag durchspielt. Und das Tolle ist: Man benötigt keine Mitspieler.  Im Gegenteil, hier ist weniger mehr, schließlich kann nur ein Kind den Stift halten. Wechselt man sich nicht ab, bekommen die anderen nach einiger Zeit das Gefühl nur Zuschauer zu sein und verlieren schnell das Interesse.  Endlich einmal ein Spiel für Einzelkinder. Und wenn dann doch überraschend ein Spielkamerad auftaucht, kann man den Spielstand einfach speichern und weiterspielen, wenn mal wieder nichts los ist.

An das Speichern sollte man jedoch bei Die geheimnisvolle Maske auch wirklich denken. Der Frustfaktor ist nämlich recht hoch, wenn man sich zum x-ten Mal den gleichen Text anhören und die bereits gefundenen Teile erneut einsammeln muss, nur weil man nicht gespeichert hat, oder die letzte Speicherung schon weit zurück liegt. Schließlich kann es schneller gehen, als einem lieb ist, dass man irgendetwas nicht schafft und Papa Schlüter dem ganzen Spiel ein Ende setzt. Dieses abrupte Enden des Spiels nervt besonders, wenn man längere Zeit am Stück spielt.

Der größte Schwachpunkt dieses doch recht innovativen Kinderspiels, ist jedoch der nicht vorhandene Langzeitspielspaß. Wie beim Abenteuer eines Rollenspiels verliert es seinen Reiz, sobald man es einmal durchgespielt hat und die Lösung kennt.  Die gesuchten Gegenstände befinden sich zu neunzig Prozent an den gleichen Stellen. Schließlich können sie, nachdem sie einmal gedruckt wurden, ja nicht einfach den Ort wechseln. Auch die kleinen Spiele zwischendrin bleiben die gleichen, wenn auch immer mit unterschiedlichen Lösungen. Die Geschichte wirkt beim zweiten Mal dann doch recht langatmig, sodass man gar nicht schnell genug auf das Vorwärtszeichen drücken kann. Auch die zweite Schwierigkeitsstufe nützt da nichts. Denn von Unterschied im Schwierigkeitsgrad oder auch im Spielablauf kann keine Rede sein. Der einzige Unterschied besteht in der Art und Weise, wie man das geheime Zimmer am Ende des Spiels betritt. Also am besten ausleihen, oder in Internet Auktionen wieder an das Kind bringen. Weitervererben an Verwandte, Bekannte oder Bedürftige ist natürlich auch eine Option.

Alles in allem ist Die geheimnisvolle Maske eine sehr schöne Mischung aus Hörspiel und Knobelspaß und unterscheidet sich dadurch deutlich von anderen elektronischen Kinderspielen. Der Hörspielaneil ist allerdings recht hoch, sodass dieser interaktive Zeitvertreib für sehr aktive Kinder nicht unbedingt zu empfehlen ist. Allen geduldigen, kleinen Detektiven bietet es jedoch ein schönes, langes Abenteuer. Etwas Unterstützung zu Beginn ist jedoch ratsam, da das eigentliche Spielziel (Findet die Maskenteile und Notizen und begebt euch dann ins geheime Zimmer!) erst genannt wird, nachdem man schon diverse Teile gefunden hat. Stolpert man also nicht zufällig über die recht gut versteckten Gegenstände, so wissen die Kleinen mitunter Stunden später noch nicht, was sie machen sollen. Doch ist die Aufgabe erst einmal bekannt, sind sie meist so mit Suchen und Entdecken beschäftigt, dass sie gar nicht merken, wie die Zeit vergeht. Man sollte sich jedoch immer klarmachen, dass Die geheimnisvolle Maske eher ein einmaliges Spiel ist.

Zu guter letzt noch ein ganz Wichtiger Punkt für alle bisher Tiptoi-freien Haushalte: der Stift ist nicht im Spiel enthalten!!! Wer also noch keinen Stift hat, muss ihn extra dazukaufen.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Verlag: 
Grafik: 
Spielerzahl: 
1
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
7 - 99
Spieldauer (Minuten): 
1
Jahrgang: 
2011
Spielkategorisierung
Mehr zum Spiel