Dominion: Renaissance

eine Spielerezension von Alexandra Fauth - 23.12.2019
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Dominion: Renaissance - Ausschnitt - Foto von Rio Grande Games
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Lesezeit: ca. 4 Minuten

Es ist das Spiel, das Deckbuilding einer großen Masse bekannt gemacht hat: Dominion von Donald X. Vaccarino. Mehr als zehn Jahre ist das jetzt her. Und das mit zahlreichen Preisen (u.a. Spiel des Jahres) ausgezeichnete Kartenspiel in der großen Schachtel ist längst zur bekannten Marke ausgebaut. Nach dem Wechsel der deutschen Lokalisierung bei Hans im Glück zur Vermarktung durch Rio Grande Games vor einiger Zeit erscheint nun die sage und schreibe bereits zwölfte Erweiterung zu Dominion. Und die haben wir uns bei Reich der Spiele etwas genauer angeschaut.

Renaissance: Was ist neu im Dominion?

Wie schon in der ersten Erweiterung Seaside (und einigen der folgenden) gibt es wieder neue Tableaus mit Münzen/Markern. Diesmal mit Talern und Dorfbewohnern. Beides erweitert die Kartenhand individuell, da sich dadurch Geld bzw. Aktionen unabhängig der Karten „speichern“ lassen. Taler kann ich als Geld (Wert entspricht einem Kupfer) beim Kauf einsetzen, Dorfbewohner für eine weitere Aktion. Beides muss ich danach endgültig abgeben, benötige aber keine Karten dafür.

Außerdem gibt es nun Projekte und Artefakte als neue Kartentypen neben den Aktionskarten. Projekte bringen mir einen dauerhaften Vorteil, allerdings kann ich auch nur bis zu zwei davon kaufen (im Spiel sind je nach Aufbau beliebig viele). Artefakte sind an bestimmte Aktionskarten gekoppelt und ergänzen diese. So bekomme ich zum Beispiel unter bestimmten Bedingungen die Schatzkiste, wenn ich die Freibeuterin spiele – so lange, bis ein anderer Spieler die Schatzkiste erhält.

Dominion: Renaissance - neue Karten - Foto von Rio Grande Games

Unter den neuen Königreichkarten finden sich neben den klassischen Aktionskarten auch altbekannte Mechanismen wie Dauer-, Angriffs- oder Reaktionskarten und Geldkarten, die in der Kaufphase noch Sonderboni wie zusätzliche Käufe bringen, aber nicht als Aktion gelten.

Dominion-Editionen: Hans im Glück und Rio Grande Games

Ihr habt noch das erste Basisspiel Dominion – Was für eine Welt! oder Dominion – Die Intrige aus der Anfangszeit? Im Prinzip lassen sich auch diese „alten“ Basisspiel-Editionen aus dem Hans im Glück-Verlag mit der neuen Erweiterung Renaissance kombinieren – mit ein paar kleinsten Einschränkungen. Die Kartensatz-Empfehlungen in der Anleitung beziehen sich natürlich auf die 2. Edition des Basisspiels von Rio Grande Games, sodass ihr hier teilweise in der alten Edition nicht vorhandene Karten selbst austauschen müsst. Aber seien wir mal ehrlich, Karten auszuwählen gehört bei Dominion ja irgendwie auch zum Spielspaß dazu.

Dominion: Renaissance - weitere Karten - Foto von Rio Grande Games

Ärgerlicher ist da schon, zumindest auf den ersten Blick, dass die Kartenrückseiten unterschiedlich eingefärbt sind. Wirklich relevant wäre das aber auch nur, wenn ihr eine Königreichkarte dabeihaben solltet, bei der ein Mitspieler Karten von euch ziehen muss o.ä. (da er dann sieht, welche eurer Karten aus der Erweiterung und welche aus dem Basisspiel stammen).

Renaissance: Lohnt sich die neue Dominion-Erweiterung?

Das Material ist gewohnt hochwertig, die Marker liegen wie immer metallisch angenehm in der Hand. Wie schon in Seaside bringen die Taler mehr Flexibilität und sind sehr hilfreich, wenn mal wieder nur sieben Geld auf der Hand sind. Die Dorfbewohner verändern das Spiel aber noch deutlicher, da sie auch ohne Kettenaktionen erlauben, mehrere Aktionskarten auszuspielen – oder die Reihenfolge der gespielten Aktionskarten anzupassen, schließlich muss die erste nun keine „+Aktion“-Karte mehr sein. Beides, Taler und Dorfbewohner, macht Dominion noch etwas taktischer und senkt den Glücksfaktor durch das Nachziehen. Immer ausreichend Taler und Dorfbewohner auf dem Tableau zu haben, will aber gut geplant sein.

Dominion: Renaissance - Schachtel - Foto von Rio Grande Games

Die Projekte erzeugen keinen Konkurrenzdruck, da sie jeder einmal kaufen kann. Meist lohnen sie sich vor allem zu Beginn des Spiels, sodass die Herausforderung darin besteht, frühzeitig genug Geld zusammenzubekommen, und die taktische Entscheidung darin, das Projekt gegen andere höherpreisige Karten abzuwägen. Die Artefakte bringen Interaktion ins Dominion-Spiel, da man sie sich gegenseitig wegschnappen kann. Zu lange sollte man diese meist deutlichen Vorteile dem Gegner auch nicht überlassen. Insgesamt ist Dominion Renaissance aber eher friedlich, es gibt nur wenige Angriffskarten. Ein Schwerpunkt ist das Kartenentsorgen, Dominion Renaissance legt den Fokus also auf effiziente, schlanke Decks ohne störenden Ballast. Das erschwert es Dominion-Anfängern etwas, ins Spiel zu kommen. In unseren Testrunden kamen geübte Spieler aber auch als Dominion-Neulinge gut mit den Möglichkeiten aus Renaissance zurecht. Und Fans machen mit Renaissance ohnehin nichts falsch.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2-4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
13
Spieldauer (Minuten): 
30
Jahrgang: 
2019
Spielkategorisierung
Spielefamilie: 
Fotos
Dominion: Renaissance - neue Karten - Foto von Rio Grande Games
Dominion: Renaissance - weitere Karten - Foto von Rio Grande Games
Dominion: Renaissance - Schachtel - Foto von Rio Grande Games
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