Shadowrun: Drachen der 6. Welt

ein spielerischer Artikel von Tanja Weber - 30.04.2004
Shadowrun: Drachen der 6. Welt
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Da ist der Wurm drin! Drachen - eines der Wunder der erwachten Welt des Shadowrun-Universums. Sie werden bewundert, angebetet aber auch gefürchtet oder sogar gehasst. Der Quellenband nutzt die Form der Shadowland-Datei mit zahlreichen Shadowtalk-Einträgen, um diese magischen Wesen ein wenig zu beleuchten. In den Schatten gibt es den Spruch: "Lass ab von Drachen." Aber die Zauberwürmer sind Teil der Welt und zumindest einige von ihnen nehmen am öffentlichen und auch am Schattenleben teil. Früher oder später haben einige Runner das zweifelhafte Vergnügen mit Drachen. Vielleicht haben sie sogar bereits für einen gearbeitet, ohne es zu wissen. Wie dem auch sei, ein anderer Spruch sagt: "Kenne deinen Feind." Ob Drachen nun zu den Feinden gehören oder nicht, es kann jedenfalls nicht schaden, mehr über sie zu wissen, falls man einer Begegnung nicht ausweichen kann.

Drachen sind zwar magische Wesen, aber sie besitzen auch eine Art spezifische Anatomie. In einem der Kapitel erfährt man einiges über die Unterscheidung zwischen östlichen und westlichen Drachen oder gefiederten Schlangen, die ebenfalls zu den Dracoformen gehören. Nicht zu vergessen, die neu aufgetauchten so genannten Drakes, eine Art Miniaturdrachen. Weiterhin werden einige Theorien über ihre Herkunft, Fortpflanzung und Wachstum aufgestellt. Ganz zu schweigen davon, dass Kenntnisse über die Kultur der Drachen und ihre Umgangsformen dem einfachen Runner von nebenan vielleicht den Arsch retten kann. Das Einmaleins der Drachenkunde sollte dem entsprechend ebenso sorgfältig gelesen werden, wie das nachfolgende "Who Is Who" der Drachengesellschaft.

Neben den zehn mächtigsten bekannten großen Drachen gibt es ebenfalls ein Dossier über die "Draco Foundation", die immer noch bemüht ist, einige der Ziele und Wünsche des toten Drachen Dunkelzahns zu verwirklichen. In den verschiedenen Dossiers über die Großen der Drachengesellschaft wie Lowfyr, Aden und Hestaby wird versucht, die Persönlichkeit, Verwicklungen der Drachen mit der metamenschlichen Gesellschaft und Vermutungen über ihre Ziele zu beleuchten.

Auch sechzehn weitere, so genannte große oder erwachsene Drachen, werden in kurzen Biographien beschrieben. Es handelt sich dabei um weniger öffentliche und vielleicht auch weniger einflussreiche Drachen, die eine Rolle bei Shadowrun spielen. Was nicht heißen soll, dass sie nicht auch gefährlich für das Leben eines Runners sein können. Gerade solche Drachen können für den Spielleiter ein interessanter Ansatzpunkt für ein Abenteuer sein. Schließlich wollen sich einige davon in der Drachengesellschaft erst noch etablieren.

Die Spielleiterinformationen am Ende des Quellenbuches liefern einige Abenteuerideen und gehen ansonsten auf den regeltechnischen Umgang der Drachen bei Shadowrun ein. Neben den durchschnittlichen Werten lassen sich dabei unter anderem Regeln zu Drachen im Fahrzeugkampf finden. Spieler sollten zumindest dieses letzte Kapitel meiden, falls der Spielleiter einige der Abenteuerideen aufgreifen möchte. Ansonsten ist es wie immer bei Shadowrun Quellenbänden: Was die wirkliche Wahrheit über Drachen und ihre Ziele ist, bleibt offen.

Warum auch immer, Drachen üben eine gewisse Faszination aus. Also, wer mehr über sie in der Shadowrunwelt wissen möchte, ist mit diesem Buch gut bedient und kommt auch nicht daran vorbei. Es lohnt sich.

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