Dungeon Twister Card Game

eine Spielerezension von Leser - 21.06.2015
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Dungeon Twister Card Game - Foto von Ludically/Asmodee
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Ein verrückter Erzmagier hat ein Labyrinth mit zahlreichen Fallen erbauen lassen und lässt darin verfeindete Sagengestalten gegeneinander antreten – die natürlich entkommen wollen, aber gern auch mal den Gegner niederstrecken. Das ist das Szenerio, dass auch schon Dungeon Twister von Spieleautor Christophe Boelinger zugrunde lag, und eben dieses wurde nun auch für den kompakteren Abkömmling Dungeon Twister – Das Kartenspiel (Ludically/Asmodee) verwendet. Gerade einmal 128 Karten sind darin vorhanden, und dennoch verliert das Konzept nichts an Komplexität. 25 verschiedene Charaktere, dazu zehn Gegenstände, alle mit unterschiedlichen Funktionen und Sonderfähigkeiten. Auch die Vielzahl der Regeln ist erschlagend, der Einstieg wird aber durch drei Tutorials vor dem eigentlichen Spiel vereinfacht.

Jeder Spieler bekommt pro Runde drei Aktionspunkte hinzu, von denen er auch einige für die kommende Runde aufsparen kann. Davon bewegt er sich dann durchs Labyrinth, deckt Räume auf oder dreht diese, nutzt Spezialfähigkeiten, beginnt Kämpfe. Und jede dieser Optionen zieht noch weitere Regeln nach sich: Wie wird mit verwundeten Charakteren umgegangen, wie werden Objekte im Labyrinth platziert, wie bewege ich mich durch Fallgruben, wie nutze ich Schießscharten? Dieses Spiel ist nur zu zweit spielbar, und so benötigt man einen Partner, der sich ebenso intensiv mit den Spiel beschäftigen möchte, der gleichzeitig das Regelwerk erlernen will.

Wie gut ist Dungeon Twister Card Game?

Der große Vorteil ist der geringe Materialaufwand, doch gerade darin liegt auch eine Schwäche des Spiels: Die Übersichtlichkeit leidet stark. Jeder der Räume ist in vier Zonen unterteilt, die durch aufgedruckte Mauern und Fallen voneinander getrennt sind. Die anderen Karten haben an jedem Rand eben jene Symbole aufgedruckt, die auch die Karten in vier Zonen unterteilen. Um anzuzeigen, in welcher dieser Zonen des Raumes ein Charakter oder ein Objekt liegt, wird dieser so ausgerichtet, dass das entsprechende Symbol der Zone an der Karte liegt. Intuitiv ist das nicht gerade. Auch die Sondereigenschaften sind nur als Symbol auf den Karten aufgedruckt, es fehlt eine Übersicht mit einer Kurzbeschreibung.

Das Material ist hübsch gestaltet, aber nicht sonderlich übersichtlich. Besonders die aufwendig gezeichneten Charaktere sind ansehnlich und stimmungsvoll auf das Fantasy-Thema angepasst. Die Anleitung ist streckenweise etwas umständlich geschrieben, die vielen eingebauten Abbildungen unterschiedlicher Spielsituationen sind manchmal eher verwirrend und oft mit zu viel Text versehen. Die Beschreibungen der Charaktere und Objekte sind jedoch sehr detailliert und lassen keine Fragen offen.

Dungeon Twister – Das Kartenspiel ist ein sehr komplexes Strategiespiel ohne Glückseinfluss, sodass es Grübler zu langen Denkorgien einlädt. Idealerweise erlernt man das Spiel immer mit dem gleichen Partner, ein späterer Einstieg lässt sich durch vorgeschlagene Handicaps jedoch ausgleichen. Das Kartenspiel ist nicht gerade mit Leichtigkeit gefüllt und fordert eine Menge Konzentration und Planung, zumal es lange dauert, bis man alle Regeln verinnerlicht hat. Dann jedoch kann es mit seiner großen Vielfalt dank der zahlreichen Charaktere lange unterhalten.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
13-
Spieldauer (Minuten): 
30
Jahrgang: 
2013
Spielkategorisierung
Spielefamilie: 
Spielethema: 
Spielegattung: 
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