Easy School

eine Spielerezension von Johannes Halbig - 31.03.2008
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Easy School von Reich der Spiele
Lesezeit: ca. 4 Minuten

Die meisten unter uns, die die Schulzeit hinter sich haben, sehnen sich nicht danach zurück und die meisten von denen, die gerade mittendrin stecken, sehnen vor allem das Ende herbei. Mit zu den unliebsamen Erinnerungen gehören die mit der Schulzeit einhergehenden Prüfungen aller Art. Diesem in der Regel emotional negativ besetztem Thema widmet sich das vorliegende Spiel. Ein gewagtes Unterfangen, denn wer bitte sollte sich freiwillig mit dieser Thematik auseinandersetzen? Nun weiß man ja auch, dass nichts so heiß gegessen wird, wie es gekocht wird und so wandert der Blick erst einmal möglichst vorurteilsfrei zur Spielregel. In diesem Fall ist zum Glück schnell klar, dass die Thematik völlig aufgesetzt ist und es hier um ein einfaches Kartenspiel geht.

Die 110 Karten bestehen aus 76 Karten in fünf verschiedenen Farben, zehn Jokern, 22 Stresskarten und zwei Karten Halbjahresende. Im Gegensatz zu herkömmlichen Kartenspielen hat man bei diesem Spiel keine Karten in der Hand, sondern man legt alle Karten, die man bekommt, immer offen vor sich in seine Auslage. Wer an der Reihe ist, führt eine von drei möglichen Aktionen aus: Entweder er zieht eine Karte oder er legt eine Prüfung ab oder er spielt eine Stresskarte.

Zu Beginn erhält jeder drei Karten, die er offen vor sich auslegt. Die übrigen Karten werden gemischt, wobei die erste Karte Halbjahresende ungefähr in die Mitte des Stapels kommt und die zweite als elfte Karte von unten in den Stapel gelegt wird. Entscheidet man sich für das Ziehen von Karten, so zieht man entweder vom verdeckten Stapel oder man nimmt sich eine Karte aus dem offenen Vorrat in der Tischmitte, der im Laufe des Spiels entsteht. Zieht man vom Stapel, so darf man so lange ziehen, bis man die zweite Stresskarte gezogen hat. Es ist aber natürlich erlaubt, schon vorher mit dem Ziehen aufzuhören. Für jede Stresskarte, die man zieht, muss man eine Karte aus der eigenen Auslage in die Tischmitte abgeben. Hat man keine Karte in der Auslage, so muss man eine seiner Gewinnkarten abgeben.

Besitzt der Spieler keine Stresskarten und mindestens drei Karten in verschiedenen Farben, so kann er eine Prüfung ablegen. Hat der Spieler genau drei Karten in verschiedenen Farben, so deckt er die oberste Karte vom Stapel auf, um festzustellen, ob er die Prüfung bestanden hat (deckt er eine Stresskarte auf, so hat er die Prüfung leider nicht bestanden). Bei bestandener Prüfung werden die drei Karten verdeckt auf den eigenen Gewinnstapel gelegt. Hat der Spieler vier oder fünf Karten in verschiedenen Farben, so gilt die Prüfung automatisch als bestanden. Hat einer der Spieler eine Prüfung bestanden, so freuen sich auch die Mitspieler, denn sie dürfen dann für eine Prüfung üben, das heißt, jeder Mitspieler, der keine Stresskarte vor sich liegen hat, darf eine Farbkarte aus seiner Auslage auf seinen Gewinnstapel legen.

Als dritte Möglichkeit kann man seine ausliegenden Stresskarten loswerden, indem man sie gegen seine lieben Mitspieler ausspielt. Die betroffenen Spieler müssen dann sofort eine Karte abgeben.

Nach dem Aufdecken der zweiten Halbjahreskarte ist der ganze „Prüfungsstress“ zu Ende und es kommt zur Wertung. Dazu werden die gewonnen Karten nach Farben sortiert. Je mehr Karten man von einer Farbe hat, desto mehr Punkte gibt es dafür. Der beste Schüler hat natürlich die meisten Punkte.

Das Spiel funktioniert, ist auf die Dauer aber doch etwas eintönig. Die drei Wahlmöglichkeiten stehen in den meisten Fällen nicht wirklich zur Verfügung. Prüfungen kann man nur ablegen, wenn man genügend Karten hat und wenn keine Stresskarten in der Auslage liegen. Dadurch ist es in der Regel vorgegeben, welche der drei Aktionen man „auswählt“. Dadurch kommt während des Spiels kein Spannungsbogen auf und das Ganze plätschert so vor sich hin.

Die Illustration der Karten ist natürlich thematisch bestimmt, aber doch sehr einfach um nicht zu sagen etwas einfallslos gehalten. Unsere Spielerunde wird sich diesem doch recht stressfreien Prüfungsgeschehen wohl nicht sehr oft unterziehen.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
3 - 5
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
8
Spieldauer (Minuten): 
30
Spielkategorisierung
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