Einfach Klasse in Deutsch

4 Spiele zum ersten Lesen und Schreiben

eine Spielerezension von Heike und Andreas Bolle - 16.10.2009
  Spiel kaufen kommentieren
Einfach klasse in Deutsch von Kosmos
Lesezeit: ca. 5 Minuten

Diese Lernspielsammlung richtet sich an Schulkinder der 1. und 2. Klasse. Sie enthält Lernspiele zum Erkennen von Wörtern mit bestimmten Eigenschaften, zum Schreiben, zum Lesen und zur Grammatik. Die vier Spiele haben verschiedene Schwierigkeitsstufen.

Beim ersten Spiel, "Wörter-Rennen", geht es um das Erkennen von Lauten, Buchstaben und Silben. Dieses Spiel eignet sich für Schulanfänger. Die Spielidee erinnert ein wenig an Memory. Auf dem Tisch liegen 29 verdeckte Bildkarten. Daneben liegt ein Stapel mit Aufgabenkarten. Die Aufgaben beziehen sich auf die Laute und Silben der Wörter, zum Beispiel: "Finde ein Wort mit einem i in der Mitte." Oder: "Finde ein Wort mit drei Silben." Der Spieler, der an der Reihe ist, muss dann eine Karte aufdecken, die zu der Aufgabe passt. Bei der ersten Aufgabe zum Beispiel die Karte, auf der das Krokodil abgebildet ist. Es gibt zu jeder Aufgabe mehrere Lösungen. Der Spieler kann seine Lösung selbst kontrollieren, denn auf der Rückseite der Aufgabenkarten sind die Lösungen abgebildet. Leider sind nicht auf allen Karten alle richtigen Lösungen abgebildet. Es kann vorkommen, dass ein Kind eine Aufgabe richtig löst, seine Lösung aber nicht auf der Rückseite findet. Wer die Aufgabe richtig löst, darf die Aufgabenkarte behalten. Hat der Spieler, der an der Reihe ist, keine richtige Lösung gefunden, versucht der nächste Spieler eine Lösung zu finden. Wenn in einer Runde kein Spieler eine Lösung gefunden hat, kommt eine neue Aufgabe dran.

Für das zweite Spiel, "Schreibtafel-Rallye", müssen die Kinder schon ein bisschen lesen und schreiben können. Es geht darum, den Anfangsbuchstaben eines Wortes an die richtige Stelle im Alphabet zu schreiben und den passenden Artikel für das Wort zu finden. Das Spielmaterial besteht wieder aus Bildkarten, dazu kommen noch Artikelkarten und abwischbare Schreibtafeln mit Stift und Schwamm. Jeder Spieler erhält einen Stapel mit Artikelkarten. Er darf nur drei davon aufdecken, die anderen bleiben zunächst verdeckt. Die Schreibtafeln werden von allen gemeinsam genutzt. Die Bildkarten liegen wieder verdeckt in der Mitte. Reihum deckt jeder Spieler eine Bildkarten auf. Wer eine Bildkarte aufgedeckt hat, muss sie an die Stelle auf den Schreibtafeln legen, an der der Anfangsbuchstabe des Wortes im Alphabet steht. Zur Orientierung sind schon einzelne Buchstaben abgedruckt. Wenn der Anfangsbuchstabe nicht schon aufgedruckt ist, schreibt der Spieler ihn hinter die Bildkarte. Nun versucht er noch, von seinen aufgedeckten Artikelkarten eine passende zu finden, die er vor die Bildkarte legen kann. Passt keine Artikelkarte, kann er versuchen, eine seiner Karten vor ein Bild zu legen, das noch keinen Artikel hat. Wer als erster alle seine Artikelkarten ablegen konnte, hat das Spiel gewonnen.

Bei der "Satz-Olympiade" müssen die Spieler genau lesen und grammatisch richtige Sätze bilden. Die Spielidee erinnert an Mix-Max. Jeder Spieler erhält Satzanfangskarten, auf denen jeweils drei Subjekte zu lesen sind. Auf dem Tisch liegen verdeckt Satzkarten mit blauen und roten Rückseiten. Auf den Karten mit blauer Rückseite steht jeweils ein Prädikat, auf den Karten mit roter Rückseite ein Objekt oder ein Adverb. Wer an der Reihe ist, deckt nacheinander eine Karte mit blauer und eine mit roter Rückseite auf, liest laut vor, was darauf steht und überlegt, ob die beiden Karten zusammen passen. Wenn die beiden Karten zusammenpassen, versucht der Spieler, sie an einen seiner Satzanfänge anzulegen. Wenn sie nicht passen, werden sie wieder verdeckt.  Wer als erster alle seine Sätze beendet hat, ist der Sieger. Solange die Grammatik stimmt, dürfen auch unglaubwürdige oder ungewöhnliche Sätze gebildet werden. Es macht den Kindern viel Spaß, komische Sätze zu bilden, wie zum Beispiel "Das Schaf sitzt auf dem Stuhl" oder "Meine Mama hat große Ohren".

Für das vierte Spiel, "Schreib-Wettlauf", müssen die Kinder schon richtig schreiben können. Für dieses Spiel erhält jeder Spieler eine Schreibtafel und einen Stift. In der Mitte des Tisches liegen drei Bildkarten mit sechs Wimmelbildern und eine Drehscheibe. Reihum drehen die Spieler an der Drehscheibe. Die Drehscheibe zeigt an, in welchem Wimmelbild der Spieler, der an der Reihe ist, nach einem Wort suchen soll und sie zeigt drei Buchstaben an. Das gesuchte Wort muss ein Hauptwort sein und mit einem von den drei Buchstaben anfangen. Der Spieler sagt einen Satz, in dem das Wort vorkommt und schreibt das Wort in richtiger Schreibweise auf seine Schreibtafel. Dafür erhält er für jeden Buchstaben einen Punkt. Wer selber nichts findet, darf sich von den anderen helfen lassen. Die Spielanleitung schlägt vor, dass die Spieler einen Duden benutzen oder dass ein Erwachsener die richtige Schreibweise der Wörter kontrolliert. Wenn das Spiel tatsächlich von Schülern der ersten oder zweiten Klasse gespielt wird, werden sie wohl kaum alleine mit dem Duden zurechtkommen. Da sie in der Rechtschreibung oft noch sehr unsicher sind, brauchen sie für dieses Spiel die Hilfe eines Erwachsenen.

Die Spielanleitung schlägt für das zweite und vierte Spiel noch Varianten vor, die die Spiele schwieriger und damit für geübte Spieler interessanter machen. Das Spielmaterial ist stabil, allerdings gehören zu den Spielen viele kleine Teile, die leicht verloren gehen. Die Schrift ist für die Kinder gut zu lesen und die Bilder sprechen die Kinder an. Die Aufgabenstellungen sind sinnvoll.

Bei diesen Spielen steht der Lernerfolg im Vordergrund und nicht der Spielspaß. Die Kinder können an den Spielen großen Spaß haben, vor allem, wenn sie gerne lernen. Die Spiele können auch eine interessante Abwechslung sein, wenn man mit Kindern für die Schule Deutsch üben muss oder will. Aber die Spiele erinnern doch sehr an Schulübungen und wer dagegen eine Abneigung hat, wird auch nicht für diese Spiele zu begeistern sein. Und wer die Grundschulzeit hinter sich hat, für den sind diese Spiele nur noch langweilig.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
1 - 4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
6 - 8
Jahrgang: 
2009
Spielkategorisierung
Spielefamilie: 
Spielethema: 
Spielegattung: 
Mehr zum Spiel