Midgard: Doctor Nagelius' Encyclopaedisches Compendium

ein Spiele-Artikel von Cornelia Simon - 31.12.2002
Midgard: Doctor Nagelius' Encyclopaedisches Compendium - Foto von Pegasus Spiele
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Beginnen wir mit dem vollen Titel dieses Werkes: Doctor Nagelius' wohlfeiles und weitschweifiges, exzentrisches und elektrisches Encyclopaedisches Compendium der bekannten Welt. Welch ein Monster! Dahinter versteckt sich ein umfangreiches Nachschlagewerk über die Zeit des ausgehenden 19. Jahrhunderts.

Was hat das aber mit Midgard, dem Fantasy-Rollenspiel zu tun? Gute Frage. Dieser Quellenband steht in Zusammenhang mit dem alten Abenteuer 1880. Zehn Jahre dauerte es, bis zu dazu diese Hintergrundinformationen auf den Markt kommen. Mit den im Encyclopaedischen Compendium gebotenen Informationen kann man aber nicht nur Szenarien für Midgard entwickeln, sondern für alle Systeme, die in irgendeiner Weise in der betreffenden zeit spielen sollen. Dieser fast 200 Seiten starke Wälzer enthält nämlich so etwas wie eine "umfassende Kurzinformation" über alle möglichen und unerwarteten Details der Zeit zwischen 1870 und 1900.

Zeittafeln, Kurzbiografien der wichtigsten Persönlichkeiten, Die Kultur und das Leben, Die Staaten und Herrschenden und vor allem wohl recherchierte Preislisten und Wechselkurse. Das klingt nach weit weniger, als tatsächlich Informationen im Werk stecken. Randvoll und umfassend, so könnte man das Buch bezeichnen, stellenweise geradezu ausufernd, aber stets zum Kern des Vorhabens zurückkehrend.

Wer schon immer mal gerne Otto von Bismarck persönlich kennen lernen wollte oder "nur" Friedrich Engels, sollte sich mit seiner Spielrunde in die jüngere Vergangenheit begeben und Abenteuer erleben. Nur ob Zaubereien vorgesehen sind, lässt das Kompendium offen. Überhaupt sind Regelfragen oder Anpassungen völlig ausgeklammert. So ist hier ein vortreffliches Nachschlagewerk gelungen, mit dem historische Szenarien entworfen werden können. Ein darüber hinaus gehender Nutzen ist für Rollenspieler, speziell für Midgard-Spieler aber kaum erkennbar. Zu wenig wird hier die Möglichkeit genutzt, den Einsatz der Informationen im tatsächlichen Spiel aufzuzeigen.

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