Error Crash

eine Spielerezension von Jörn Frenzel - 30.05.2020
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Lesezeit: ca. 4 Minuten

Manchmal bekommt man als Rezensent auch Spiele, von denen hat man noch nie was gehört. Dabei meine ich nicht die limitierten von den Kleinverlagen, sondern die selbstproduzierten und wundert sich, dass man dazu im Netz nichts findet und keiner der Spielefreunde jemals etwas darüber gehört hat. Vor Jahren hatte ich mal Prototypen ohne Ende getestet, bin aber dann davon weggekommen, da das auch immer mit noch mehr Arbeit verbunden ist. Vieles muss noch nachbearbeitet werden und da teste ich doch lieber die fertigen Produkte.

Nun landet Error Crash in meinem Briefkasten und es sah zuerst aus wie ein Quizspiel. Denn lustigerweise hat Perfect Match irgendwie das gleiche Outfit und alle fragten mich: "Ah ein Quizspiel?" Aber es versteckte sich ein Kartenspiel dahinter, das wohl so fertig produziert und direkt beim Autor zu haben ist. Also ran ans Zocken und - dem Cover entsprechend - hoffend auf ein spannendes, taktisches, lustiges einfaches Spiel. Coolerweise stecken sogar zwei Spiele in der Verpackung drin!

Error Crash: Spielablauf von Spiel 1 - Das Kartenablegespiel

Karten von Error Crash - Foto von Jörn Frenzel

Jeder bekommt zehn Karten, die man als Lebenskarten vor sich mit einer Seite auslegt. Darauf finden wir weiße Zahlen und Symbole. Dann bekommt noch jeder sieben Karten auf die Hand, die allerdings mit der anderen Seite - den schwarzen Zahlen zum Ansehen. Darin liegt auch der Clou des Spiels: Man spielt mit beiden Seiten. Denn der Ablagestapel ist zu diesem Zeitpunkt auch noch mit den schwarzen Karten daliegend. Nun versucht man, seine Karten loszuwerden und legt entweder eine passende Zahl oder die passende Farbe auf die Karte des Ablagestapels. Geht das nicht, zieht man eine Karte seines Lebensstapels und hofft, dass man die passende Karte zum Ablegen findet. Denn da liegen die schwarzen Zahlen der Karten ja auf der Rückseite. Hat man irgendwann keine Lebenskarten mehr auf der Hand, scheidet man aus und wenn einer seine Handkarten los ist, endet die Runde. Jeder zieht von seinen Lebenskarten, die Handkartenzahl ab und der Gewinner legt sich zwei Karten zu seinen Lebenskarten dazu. Bis nur noch einer übrig ist. Einige Karten haben Sonderfunktionen wie z. B. aussetzen, eine Farbe wünschen, zwei Karten ziehen, eine Lebenskarte von der Rückseite her ansehen und die Handkarten sowie den Ablagestapel und Nachziehstapel umdrehen. Dann liegen die richtigen Farbkarten offen aus. Lasst den Eindruck jetzt mal auf euch wirken!

Error Crash: Spielablauf von Spiel 2 - Das  Punktesammelspiel

Punkteblock Error Crash - Foto von Jörn Frenzel

Hier bekommt man noch zusätzlich Auswertungsbögen. Jeder hat wieder sieben Karten mit den schwarzen Zahlen zum Anschauen. Die Sonderfunktionen der ersten Version bleiben dabei erhalten. Man legt wieder seine Zahl oder Farbe passend auf den Ablagestapel, bis man meint, dass nichts mehr geht und ruft "Stopp!". Dann nimmt man von den übrig gebliebenen Farben die Kartenwerte und schreibt sie passend in den Auswertungsbogen ein. Die Anzahl der Karten geht dabei gekennzeichnet mit einem X in die nächste Spalte. Das ist der Multiplikator für die nächste Runde einer bestimmten ausgesuchten Farbe. Also möglichst davon in der nächsten Runde keine passenden farbigen Karten behalten. Kann man gar keine Karte ablegen, fällt man aus der Runde heraus und bekommt noch zehn Strafpunkte für die jeweilige Runde in einem Auswertungsfeld. Nach sechs Runden ist der mit der kleinsten Summe der Sieger.

genutzter Punkteblock Error Crash - Foto von Jörn Frenzel

Wie gut ist das Kartenspiel Error Crash?

Fazit: Pushed up Mau Mau das Ganze - und ich weiß gar nicht genau, wie ich das bewerten soll? Eine redaktionelle Bearbeitung hätte dem Kartenspiel noch gut getan, denn irgendwie fehlen so einige Punkte in der Anleitung. Klar, der Autor wird wissen, wie er sich das Spiel dachte, aber wir mussten uns einige Teile "zusammenbasteln".

Schachtel von Error Crash - Foto von Jörn Frenzel

Die Idee mit den beiden bespielbaren Seiten fand ich ganz gut, aber die Grafik der Karten macht "augenkrank" und ein einfacher Aufdruck hätte ausgereicht. Denn das Bunte ist nicht spielfördernd und sieht aus wie aus dem Computer abgespielt. In beiden Ideen stecken nette Spielereien drin, aber leider bleibt es nur im Kern eine Mau-Mau/UNO-Variante. Dass beide Seiten bespielbar sind, war ein interessanter Gedanke und man hätte noch mehr daraus machen können. Gerade die redaktionelle Bearbeitung hätte auch aus der Idee noch mehr herausholen können. So blieb in all meinen Runden nur der Effekt, dass keiner nach einer Wiederholung rief und ich nicht so recht wusste, wo ich dieses Spiel einordnen sollte. Weder als Absacker noch als Abendfüller oder Urlaubsspiel würde ich es einordnen. Hier ist leider nicht ganz zu Ende gedacht worden, denn irgendwie fehlt das runde Ganze. Denn Mau-Mau-Klons gibt es viele und ob man noch einen weiteren braucht, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2-4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
8
Spieldauer (Minuten): 
10-20
Jahrgang: 
2020
Spielkategorisierung
Spielethema: 
Spielegattung: 
Fotos
genutzter Punkteblock Error Crash - Foto von Jörn Frenzel
Punkteblock Error Crash - Foto von Jörn Frenzel
Schachtel von Error Crash - Foto von Jörn Frenzel
Karten von Error Crash - Foto von Jörn Frenzel
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