Escape Room - Das Spiel: Virtual Reality

eine Spielerezension von Verena Segert - 07.06.2018
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Escape Room - Das Spiel: Virtual Reality - Foto von Noris Spiele
Lesezeit: ca. 6 Minuten

Ein Raum, ein Team, eine Stunde Zeit und jede Menge Rätsel. Escape-Spiele gibt es mittlerweile in allen Variationen, ob in einem realen Raum oder als kleines Spiel für den eigenen Tisch. Mit Escape Room – Das Spiel: Virtual Reality versucht Noris, das Erlebnis eines echten Escape Rooms nach Hause zu holen. Mit Hilfe einer Virtual-Reality-Brille können nun zwei bis fünf Spieler ab 14 Jahren direkt aus dem Wohnzimmer in verschiedene Szenarien abtauchen.

Das Spielmaterial von Escape Room - Das Spiel: Virtual Reality

In der Spielverpackung befindet sich neben der Spielanleitung die Materialien für die zwei Szenarien sowie ein Hinweisdecoder und die VR-Brille aus stabilem Karton.

Zusätzlich werden zwei Smartphones benötigt!

Auf beiden muss die kostenfreie App von Noris installiert werden. Ein Smartphone wird anschließend in der VR-Brille befestigt, sodass man damit in die virtuelle Realität eintauchen kann. Das andere Smartphone wird als Chrono Decoder benutzt. Wer bereits das Grundspiel Escape Room – Das Spiel besitzt, kann den beiliegenden Chrono Decoder und die dazugehörigen Schlüssel verwenden und benötigt damit nur ein Smartphone.

Das Material jedes Szenarios ist in jeweils drei Umschlägen verpackt, die während des Spiels nach und nach geöffnet werden. Das meiste Material wird dabei nicht zerstört. Die wenigen Elemente, die beispielsweise beschriftet werden, lassen sich anschließend auf der Website herunterladen und nochmals ausdrucken.

Die Szenarien von Escape Room - Das Spiel: Virtual Reality

Im Lieferumfang enthalten sind zwei Abenteuer, die jeweils etwa sechzig Minuten dauern. In „Submarine“ muss das Team aus einem defekten U-Boot entkommen, bevor der verbleibende Sauerstoff ausgeht. In der VR-Brille sieht man das Innere eines U-Bootes. Hier lassen sich einige Hebel und Schalter bedienen und so manche Überraschung entdecken. In dem zweiten Abenteuer „Behind enemy lines“ befindet sich das Team in einem Helikopter, der in feindlichem Gebiet auf einer Bergspitze abgestürzt ist. In der VR-Umgebung sieht man das Innere des Helikopters und hat dazu einen wunderbaren Ausblick auf die Berglandschaft. Auch hier lassen sich ein paar Geräte im Helikopter bedienen und einiges in der näheren Umgebung auskundschaften. 

Das Spielprinzip von Escape Room - Das Spiel: Virtual Reality

Wie auch bei den bisherigen Spielen der Reihe Escape Room - Das Spiel müssen pro Abschnitt einer Mission verschiedene Rätsel gelöst werden, um einen vierstelligen Code aus Schlüsseln herauszubekommen. Dazu gibt es Schlüssel, die diverse verschiedene Merkmale aufweisen. Auf dem Smartphone sind die Schlüssel in der App zu sehen, wer mit dem Chrono Decoder aus dem Grundspiel spielt, kann sie in der Hand halten. Wurden die Schlüssel in der korrekten Reihenfolge in den Chrono Decoder gesteckt bzw. in der App verschoben, wird der nächste Umschlag der Mission geöffnet. Hier befinden sich weitere Rätsel. Hat das Team im Laufe des Abenteuers insgesamt drei richtige Codes eingegeben, hat es das Abenteuer bestanden.

Die aus dem Grundspiel bekannten Spielpläne werden in dieser Variante nun durch die virtuelle Realität ersetzt. Dank der VR-Brille kann man sich direkt in den Szenarien vor Ort umsehen. Viele Rätsel lassen sich nach wie vor ohne VR-Umgebung lösen, es gibt aber einige Rätsel, bei denen man auf die VR-Brille angewiesen ist. Auf dem Spielmaterial wird darauf mit einem kleinen Symbol hingewiesen.
Sollte das Team einmal nicht weiterwissen und bei einem Rätsel feststecken, gibt es pro Abenteuer acht Hinweiskarten. Je nach abgelaufener Zeit können diese zu Rate gezogen werden und geben dem Team einige wertvolle Tipps.

Für wen lohnt sich Escape Room – das Spiel Virtual Reality?

Escape Room – das Spiel: Virtual Reality schafft es durch die technische Komponente der VR-Brille einen Escape Raum noch realer nach Hause zu holen. Auch wenn man in der VR-Umgebung selbst gar nicht so viel machen kann und es oft nur ums Sehen und Erkennen geht, bringt es dennoch eine tolle Abwechslung in das Spiel. Wer bereits die anderen Spiele der Escape-Room-Reihe gespielt hat und davon überzeugt war, sollte sich auf jeden Fall diesen Teil der Reihe anschauen. Das Spielprinzip bleibt an sich bestehen, sodass der Spielreiz durch die virtuelle Komponente ergänzt wird. Und auch Fans von anderen Escape-Spielen sollten sich nicht scheuen, diese Variante auszuprobieren. Denn auch ohne das Grundspiel zu kennen und den Chrono Decoder zu besitzen, funktioniert das Spiel. Die Möglichkeit mit den zwei Smartphones ist wirklich eine super Lösung für Einsteiger in die Escape Room-Reihe, auch wenn das Handling mit dem Chrono Decoder an manchen Stellen vielleicht etwas einfacher ist.

Die beiden mitgelieferten Abenteuer sind in sich stimmig und werden durch die virtuelle Umgebung und den passenden Hintergrundsound in der App atmosphärisch untermalt. „Submarine“ liefert dabei einen schönen Einstieg in das VR-Spiel und hält einige Überraschungen bereit. In „Behind enemy lines“ war etwas weniger zu entdecken, dafür waren die analogen Rätsel oft mit Details aus der virtuellen Umgebung verknüpft. Die Rätsel beider Missionen sind teilweise allerdings, auch aufgrund ihrer Themen, sehr technisch und mathematisch. Wer dazu gar keine Affinität hat, sollte mit einem Team spielen, das diese Fähigkeiten auffangen kann. Ansonsten gibt es aber auch in der App immer genügend zu entdecken, sodass alle Mitspieler ihren Raum in dem Spiel finden können. Vermutlich wurde deshalb auch bei diesem Spiel, im Gegensatz zum Grundspiel, die Altersfreigabe um zwei Jahre nach unten, auf vierzehn Jahre, gesenkt.

Ob sich das Spiel auch für Personen eignet, die bisher noch gar keinen Kontakt mit Escape-Spielen hatten, lässt sich schwer einschätzen. Technikbegeistere Menschen werden durch das VR-Prinzip sicher gut abgeholt, allerdings sind einige Rätsel auch nicht ganz so einfach zu lösen. Andere Escape-Spiele (so die Einsteiger Spieler der Exit-Reihe) eigenen sich für den Erstkontakt vielleicht besser.

In unseren Testrunde sind beide Szenarien gut angekommen. Obwohl niemand zuvor andere Teile der Escape-Room-Reihe gespielt hatte (andere Escape-Spiele waren aber bekannt), war das Spielprinzip schnell verstanden. Auch das Verwenden eines Smartphones als Chrono Decoder hat gut funktioniert. Beide Szenarien wurden mit nahezu voller Besetzung, also vier Personen, gespielt. Bei uns teilte es sich sehr schnell in zwei Teams. Das eine löste dabei die analogen und teils sehr mathematischen Rätsel, das andere arbeitete mit der VR-Umgebung. Auch wenn das letztendlich zum Ziel geführt hat, kam hinterher das Gefühl auf, nicht alles mitbekommen zu haben. Genau das ist der Nachteil dieser Variante. Es gibt nur eine VR-Brille und während sich eine Person im U-Boot nach möglichen Hinweisen umschaut, kommen die anderen Teammitglieder oft schon in den weiteren Rätseln voran. Wer davon gestört ist, sollte mit dem Team klare Absprachen treffen oder nur zu zweit spielen. Aber das ist sicherlich wie bei allen anderen Escape-Spielen auch hier so. Mehr denkende Köpfe sind nicht immer von Vorteil.

Die Umsetzung der VR-Umgebung hat uns sehr gut gefallen. Die Räume sind schlüssig gewählt, sodass es auch nicht weiter wunderlich ist, warum man sich nicht vom Fleck bewegen kann. Die Dinge, die es zu entdecken gibt, sind wirklich super umgesetzt und haben für uns die perfekte Balance zwischen App und Papier geschaffen. Dies ist natürlich Geschmackssache, lockt aber sicherlich vor allem auch die Computerspielfraktion an den Spieletisch. Aber keine Angst, so viel Technikwissen benötigt man gar nicht. Wer weiß, wie man eine App installiert und ein gängiges Smartphone besitzt, hat schon den größten Teil hinter sich gebracht und kann in eine neue Welt eintauchen.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2-5
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
14
Spieldauer (Minuten): 
60
Jahrgang: 
2017
Spielkategorisierung
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