Evolution

eine Spielerezension von Beate und Hans Schmidt - 31.01.2007
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Evolution von Reich der Spiele
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Bei Evolution schreitet die Entwicklung über Kartenreihen voran. Jeder Spieler ist dabei auf seinem eigenen Ära-Pfad unterwegs. Dieser Pfad wächst im Laufe des Spiels, bis er aus sechs Ära-Karten besteht. Die Karten dürfen nur aufsteigend angelegt werden, da es aber insgesamt acht verschiedene Ären gibt, ist keine lückenlose Reihe erforderlich. Wer es dann noch schafft, mit seiner Spielfigur seinen gesamten Pfad abzulaufen, ist Sieger des Spiels.

Ein Spielzug beginnt mit dem Aufdecken einer Evolutionskarte. Hier gibt es auch innerhalb der verschiedenen Ären Unterschiede. So gibt es so genannte besonders vorteilhafte Prämienkarten, die alle Spieler versuchen können, zu gewinnen. Das geschieht, indem alle gleichzeitig mit Chips in der Hand schätzen, welche Karte als nächstes kommen wird (jede Karte ist einer bestimmten Ziffer zugeordnet). Wer der folgenden Karte am nächsten kommt, gewinnt die Prämienkarte, bei Gleichstand muss erneut geschätzt werden.

Die so gewonnene Karte darf sofort in den Evolutionspfad eines beliebigen Spielers gelegt oder abgeworfen werden. Sie kann auch eine bereits im Pfad ausliegende Karte ersetzen, wenn dies keine Prämienkarte ist. Wird die Karte vor eine Karte gelegt, auf der bereits eine Spielfigur steht, muss diese auf die neue Karte zurückversetzt werden. Um Nicht-Prämienkarten, die bestimmte Gefahren enthalten und bei den Ereigniskarten nachteilige Wirkungen haben können, wird nicht gewettet, sie werden abgelegt oder abgeworfen.
Ereigniskarten werden ausgeführt, danach wird eine neue Karte aufgedeckt.

Am Ende seines Zuges darf der Spieler seine Spielfigur ein Feld weitersetzen. Immer in gerader Linie, entweder ein weiteres Feld auf der Karte, auf der er schon steht, oder auf eine benachbarte Karte. In einigen Bereichen ist der Zutritt beschränkt. Man kann sie nur betreten, wenn man bereits bestimmte Karten in seinem Pfad hat. Auf Vulkane darf nie gezogen werden.Gegen Abgabe eines "Wettchips" darf man weitere Schritte gehen.

Zuletzt wird der rote Vulkankegel beliebig weit bewegt. Dieses Feld kann dann ebenfalls nicht betreten werden. Außerdem kann man den Vulkan in die Nähe der Spielfiguren von anderen setzen, so dass eine Vulkanausbruch-Ereigniskarte diesen schaden kann.

Bei den Ereigniskarten, die sich auch im Evolutionskartenstapel befinden, gibt es einige, die den Standort der Spielfiguren betreffen können. Es gibt sichere und gefährliche Felder; die gefährlichen sind durch Ereigniskarten betroffen und führen beispielsweise dazu, dass der betroffene Spieler seine Spielfigur zurückziehen muss.

Das Spielmaterial ist nicht besonders schön, aber akzeptabel. Die Abbildungen auf den Karten muss man anfangs kennen lernen, da sie aber in der Anleitung erläutert sind, klappt das recht schnell.Die Anleitung ist an ein paar Stellen nicht ganz eindeutig oder etwas unglücklich aufgebaut, sodass man sich für ein paar Punkte in der Spielrunde auf eine Verfahrensweise einigen muss.

Evolution enthält nette Ideen, allerdings macht sich beim Spielen doch etwas Ernüchterung breit. Das liegt vor allem wohl an der sehr großen Glücksabhängigkeit. Beim Kartenziehen kann man nichts beeinflussen. Zusätzlich kommt durch die Ereigniskarten ein Glücksfaktor ins Spiel. Auch beim Knobeln um die Karten ist es nicht möglich, wirklich zu erahnen, welche Karte als nächstes kommen wird. Und beim Spielende entsteht oft die Situation, dass mehrere Spieler kurz vor dem Ziel stehen und es nur darauf ankommt, wer gerade die letzte passende Karte bekommt. Außerdem können Spieler so stark blockiert werden, dass es nicht einmal hilfreich ist, Wettchips abzugeben, damit ein weiterer Schritt möglich ist.Es können auch Situationen entstehen, in denen man mit dem Versetzen des Vulkankegels in der Hand hat, wer Spielsieger werden wird. Es gibt also ein so genanntes Königsmacher-Problem. So ist Evolution aus unserer Sicht kein ganz rundes Spiel, das sich zudem in der Spieldauer ziehen kann.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2 - 6
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
9
Spielkategorisierung
Spielethema: 
Spielegattung: 
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