Expedition

eine Spielerezension von Rainer Fieseler - 31.10.2005
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Expedition von Reich der Spiele
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Expedition folgt dem Grundprinzip der Vorgänger Abenteuer Tierwelt und TerraX/Expedition: Drei Expeditionen durchstreifen die Welt mit dem Ziel, Forschungsaufträge zu erfüllen (also eine Expedition zu dem betreffenden Ort zu führen), die die Spieler zu Beginn als Karten auf die Hand bekommen haben. Dabei gehören die Expeditionen keinem einzelnen Spieler, sondern jeder ist an jeder beteiligt und kann daher auch Einfluss auf deren Reiseroute nehmen, um seine Forschungsaufträge zu erfüllen und so Siegpunkte zu erlangen. Einige öffentliche Forschungsaufträge können weitere Punkte bringen. Die Expeditionsrouten werden durch Pfeile gekennzeichnet, die entlang der Strecken eines auf dem Spielplan (Erdkarte) vorgegebenen Liniennetzes gelegt werden. Das Spiel endet, wenn ein Spieler alle Aufträge erfüllt hat, und es gewinnt derjenige mit dem meisten Punkten, was nicht unbedingt der sein muss, der das Spiel beendet hat.

Soweit die Gemeinsamkeiten. Unterscheide ergeben sich zunächst bei den Aufträgen: Abenteuer Tierwelt von Ravensburger schickt die Expeditionen zu bedrohten Tierarten, TerraX von Queen Games, das später nach Intervention des ZDF wegen der gleichnamigen Fernsehserie in - ebenfalls - Expedition umbenannt werden musste, zu Zeugnissen vergangener Kulturen. Das neue Expedition von Ravensburger verwendet Bilder von National Geographic, um die Ziele zu Illustrieren. Die Informationen zu den Forschungsaufträgen sind in den bisherigen Ausgaben unterschiedlich reichhaltig gewesen: Während Abenteuer Tierwelt ein sehr informatives Begleitheft beilag, begnügt man sich bei den anderen Ausgaben mit den Texten auf den Karten.

Aber nicht nur in der Ausstattung, sondern auch bei den Regeln finden sich Unterschiede: Abenteuer Tierwelt verfügte noch über Sperrsteine, mit denen man den Weg für Expeditionen blockieren konnte. Dazu gab es Aktionskärtchen, die die Änderung von Expeditionsverläufen erlaubten und Ähnliches.Beides gibt es in den anderen Ausgaben nicht mehr, dafür kommen dort mehr Tickets ins Spiel, die es zwar in Abenteuer Tierwelt auch schon gab - dort hießen sie Reisegutscheine - aber in geringerer Anzahl. Außerdem kosten jetzt die Dinge, die man damit unternehmen kann (Zusatzzug, Streckenänderung, Kartentausch et cetera.) unterschiedlich viele Tickets. Weiterhin kommt ein geänderte Regel für von Expeditionen gelegte Schleifen ins Spiel und es werden einige Forschungsaufträge als besonders wichtig gekennzeichnet. Deren Erfüllung bringt zwar mehr Punkte, dafür sind sie aber dem Mitspielern bekannt, die werden also versuchen zu verhindern, dass man sie leicht erreicht. Dazu kommen noch einige kleinere Unterschiede und natürlich ein an die Karten angepasstes in jedem Spiel eigenes Liniennetz.

Doch all diese Differenzen ändern nicht am eigentlichen Spielgefühl. Durch die zufällig zugeteilten Expeditionsauftrage kommt zwar ein nicht zu vernachlässigende Glücksanteil ins Spiel, aber ohne überlegtes Vorgehen wird man kaum gewinnen können. Besonderes Augenmerk sollte man dabei auf den Einsatz der Tickets richten, denn nicht selten entscheidet sich durch deren geschickten Einsatz das Spiel.

Bleibt die Frage, ob das neue Expedition besser als die Vorgänger ist. Hier scheiden sich die Geister, jede Ausgabe hat seine Befürworter und man sollte sie, wenn man die Möglichkeit hat, ausprobieren. Da es sich bei allen Ausgaben um wirklich gute Spiele handelt, ist aber ein (vor allem durch die Verfügbarkeit bestimmter Erwerb) ins Auge zu fassen.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2 - 6
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
10
Spieldauer (Minuten): 
60
Jahrgang: 
1996
Spielkategorisierung
Spielefamilie: 
Spielegattung: 
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