Farmy Up

eine Spielerezension von Petra Tischer - 25.09.2018
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Kinderspiel Farmy Up - Foto von Bioviva
Lesezeit: ca. 4 Minuten

Worum geht es beim Kinderspiel Farmy Up von bioviva? In Farmy Up müssen die Spieler mit einem Würfel würfeln und sich dann das zum Würfel passende Teil aus der Tischmitte möglichst schnell und vor allen anderen Mitspielern greifen, da es nur der erste bekommt und die anderen leer ausgehen. Eine fortgeschrittenenersion für ältere Kinder liegt ebenfalls bei: Ein weiterer Würfel wird dabei mit gewürfelt und zusätzlich zum normalen Ablauf wird dann die Spezialaktion des zweiten Würfels ebenfalls ausgeführt (z.B. müssen sich die Spieler dabei um sich selbst drehen oder der Spielstein darf nur mit der linken/rechten Hand genommen werden etc.). Soweit so simpel.

Wie läuft Farmy Up ab?

Die Schwierigkeit steckt für die Kinder im Detail. Auf den Plänen, die jeder bekommt, gibt es sechs Bereiche (drei Pflanzen und drei Tiere), die jeweils drei auf einander aufbauende Felder beinhalten. Das erste Feld ist das Element (Tier oder Pflanze), das zweite die passende Nahrung und das letzte das Produkt. Diese Felder dürfen nur in der richtigen Reihenfolge befüllt werden. Der Würfel zeigt dabei nur die sechs Elemente an. Wird zum Beispiel eine Kuh gewürfelt, heißt das noch lange nicht, dass man auch ein Kuhplättchen aus der Mitte nehmen muss. Es muss immer das nächste freie Feld in dem jeweiligen Bereich gefüllt werden, was bei jedem anders sein kann. Die Kinder müssen also erst einmal herausfinden, wie weit sie selbst die jeweilige Reihe schon belegt haben und was dann folgerichtig das nächste Symbol ist, wonach sie greifen müssen.

Bei der Reihe Kuh, Gras, Milch mag das noch verständlich sein. Wenn man aber Schaf, Heu, Wolle dazu nimmt, wird das Problem schnell klar ... Die Kuh frisst auch Heu und das Schaf auch Gras und auch den Futtersack der dritten Tierart Huhn könnte man genauso gut allen anderen Tieren zuordnen. Bei den drei Pflanzen verhält es sich ähnlich: Getreide, Wasser, Korn bzw. Pflanze, Dünger, Möhre oder Baum, Sonne, Apfel können ebenso gut ihre passende Nahrung tauschen.

Da die drei in Reihenfolge zu füllenden Felder auch noch versetzt angeordnet sind, wird wohl kaum ein Kind mit fünf Jahren (und unter Zeitdruck schon mal gar nicht) wissen, nach welchem Teil es in der Tischmitte greifen soll. Mein Sohn hatte mit seinen sieben Jahren und viel Spielerfahrung schon große Schwierigkeiten, was für ihn sehr frustrierend war.

Da der Verlag wohl auch gemerkt hat, dass das Ganze weder eingängig noch übersichtlich ist, gibt es eine aufstellbare Tabelle für den Spielfeldrand, auf der alle Reihenfolgen abgebildet sind. Warum man das nicht einfach auf den Plan direkt aufdruckt, ist mir schleierhaft. Mit der aufgestellten Übersicht spielt sich das Ganze nämlich noch weniger flüssig, da alle nach jedem Würfelwurf erst mal auf der Tabelle gucken müssen, was das nächste Teil in der Reihe ist und dann auf ihrem Plan nachschauen müssen, wie weit sie selbst in dieser Reihe bereits sind. So zieht sich jeder Spielzug ewig hin und jeglicher Spielspaß bleibt komplett auf der Strecke. Absolut niemand hatte Lust, noch den anderen Würfel dazuzunehmen und sich bei der ohnehin schon gegebenen Unübersichtlichkeit auch noch zu drehen oder dergleichen.

Fazit: Lohnt sich Farmy up?

Das Spiel ist einfach nicht gut und läuft nicht rund, aber das Spielmaterial setzt dem Ganzen noch die Krone auf. Zuerst zum Positiven: Der Deckel ist hübsch illustriert und fünfsprachig. Die Würfel und Spielsteine sind aus Holz. Der Würfelturm ist hübsch.

Das Negative überwiegt leider bei Weitem: Der Deckel sitzt auf einem schlichten, braunen Pappkarton, wie man ihn vielleicht als Inlay kennt. Der Druck der Rückseite, der eigentlich auf den Karton gehört hätte, liegt als loses Blatt bei. Wir haben ihn direkt auf den Pappkarton geklebt, wo er hingehört. Sieht natürlich komisch aus und man fragt sich, warum wurde das nicht schon so ausgeliefert?

Bereits beim Bekleben der Würfel wartet dann allerdings die nächste böse Überraschung auf den Spieler: Die dafür vorgesehenen Aufkleber passen noch nicht einmal annähernd auf die Würfel! Sie sind noch nicht einmal rund wie die Aussparungen auf den Würfeln ... Nein, sie sind sogar eckig und viel zu groß. Mit viel Basteln und Zuschnitt haben wir die Aufkleber dann auch nur leidlich auf die Würfel bekommen. Sie stehen über, da man sie nicht kleiner als das darauf abgebildete Symbol schneiden kann und lösen sich daher schon nach wenigen Testspielen leicht ab.

Alles in allem kann man zu Farmy Up also nur eines sagen: Hier passt nichts. Kein Spielspaß, mieses Material, also besser Finger weg!

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spielerzahl: 
2-4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
5
Spieldauer (Minuten): 
20
Spielkategorisierung
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