Flamme Rouge: Peloton

eine Spielerezension von Bernhard Zaugg - 19.07.2018
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Flamme Rouge: Peloton - Foto von Lautapelit
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Mit Erweiterungen ist es ja immer so eine Sache. Oft kann man sich des Eindrucks kaum erwehren, dass zwar den Fans eines Spiels neue Betätigungsfelder und -möglichkeiten zur Verfügung gestellt werden sollen, was sicher positiv ist; mindestens gleich stark aber auch die wirtschaftlichen Interessen des Verlags eine Rolle spielen. Das ist selbstverständlich legitim und nicht zu beanstanden, so lange das Gesamtergebnis für die Käufer und Spieler stimmt, was allerdings leider nicht stets der Fall sein muss …

Flamme Rouge: Was bietet die Erweiterung Peleton?

So gesehen begegneten wir der Peloton-Erweiterung zu Flamme rouge anfänglich mit einer gewissen Skepsis, die sich allerdings rasch, um nicht zu sagen sofort legte. Wichtig zu wissen ist dabei, dass Flamme rouge in meinen Testrunden praktisch uneingeschränkt auf Zustimmung und Begeisterung traf und entsprechend gerne gespielt wurde und weiterhin gespielt wird, trotz der bedauerlichen Limitierung auf maximal vier Mitwirkende. Und genau diese Einschränkung wird mit der Peloton-Erweiterung gesprengt und beseitigt, indem Energiekarten und Fahrerfiguren für zwei weitere Mitspieler beiliegen.

Peloton ist aber noch weit mehr, liefert die Erweiterung doch diverse zusätzliche Szenarien und Varianten für das Grundspiel von Flamme rouge, die praktisch alle mehr oder weniger uneingeschränkt zum Ausprobieren empfohlen werden können.

Das gilt primär für die neuen Streckenplatten, die Kopfsteinpflasterabschnitte und Verpflegungszonen ins Spiel integrieren. Flamme rouge rückt damit noch näher an reale Velorennen wie die Frühjahrsklassiker mit den Pavépassagen von Paris - Roubaix oder der Flandernrundfahrt heran und macht ausserdem Langstreckenerlebnisse wie die Tour de France erlebbar. Auf dem Kopfsteinpflaster gibt es wie am Berg keinen Windschatten und teilweise äusserst heikle, nur einspurig befahrbare Passagen. Demgegenüber sind die Verpflegungszonen drei Spuren breit und wird die Fahrgeschwindigkeit automatisch auf vier aufgestockt, was ebenfalls einlädt zu taktischen Spielchen im Renngeschehen.

Sehr hübsch ist weiter die Ausreißer-Variante, in der in zwei speziellen Bietrunden ermittelt wird, welche Fahrer alleine oder als Teil einer kleinen Fluchtgruppe mit etwas Vorsprung ins eigentliche Rennen starten dürfen. Im Gegenzug erhalten sie allerdings gleich zwei Erschöpfungskarten ins eigene Kartendeck. Zudem enthält die Peloton-Erweiterung einige Tipps zum Erstellen eigener Strecken und Regeln für zwei Arten von Dummy-Teams, für die jede Spielrunde zufällig Energiekarten gezogen und eingesetzt werden und die entsprechend eine gehörige Portion Unberechenbarkeit ins Renngeschehen integrieren.

Peleton macht Flamme Rouge zum Radrennspiel für Dummys und Großgruppen

Diese Dummys kommen auch in der Solovariante zum Einsatz, wobei da der Schwierigkeitsgrad durch die Anzahl eigener Erschönpfungskarten, mit denen dann trotzdem das Rennen gewonnen werden soll, erhöht und gemessen werden kann. Auf der anderen Seite sind nun auch Rennen in Großgruppen bis zu zwölf Spielern möglich, in denen alle (ausschließlich) je einen Einzelfahrer führen, der dann halt alleine eventuelle Mitstreiter suchen und sein Glück probieren muss.

Flamme rouge ist für sich alleine schon hübsch und interessant und die Peloton-Erweiterung gewissermaßen ein Pflichtkauf, schon nur wegen den zusätzlichen Streckenplatten und dem Material für zwei weitere Mitspieler. Das alles hätte eigentlich schon ins Grundspiel gepackt werden können, aber eben … (vgl. oben).

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spielerzahl: 
1-12
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
8
Spieldauer (Minuten): 
30-60
Jahrgang: 
2017
Spielkategorisierung
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