Fliegenschmaus

Nur wer stänkert, stinkt nicht ab!

eine Spielerezension von Riemi - 11.09.2015
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Fliegenschmaus - Foto von Haba
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Der Duft, der Fliegen verführt, kann in keiner Parfümerie gekauft werden. Pizza-, Mülltonnen- oder Kuhnasenduft bringen Fliegen zum Schwärmen. Aber in Ekstase können sie nur mit dem großen Ziel jeder Fliege gebracht werden: Dem großen Fliegenschmaus. Der normale Mensch würde jetzt stinkender Scheißhaufen sagen. Aber na gut. Die Geschmäcker sind halt verschieden.

So wird Fliegenschmaus gespielt

Die Spielfiguren des Kinderspiels Fliegenschmaus von Haba sehen täuschend echt wie Fliegen aus und bringen die mitspielenden Kinder schon mal auf ganz andere Gedanken. Im freien Spiel sausen die Fliegen zwischen den Fingern der Kinder durch die Lüfte. Jeder Spieler hat vier davon in seiner eigenen Farbe im Spiel zur Verfügung. Das große Ziel ist es, alle eigenen Spielfiguren zum schönen großen Haufen zu lenken. Da Fliegen es nicht so mit der Konzentration auf ein Ziel haben, lassen sie sich gerne ablenken. Im Spiel sind es die Aktionskarten, die so die Nerven der Mitspieler auf die Probe stellen und immer als erstes vom verdeckten Stapel gezogen werden. Es sind dann meisten die Fliegen der Mitspieler, die zum Beispiel wegen einer Klatsch-Karte zurück zum Ziel müssen. Fünf verschiedene Aktionskarten gibt es im großen gemischten Stapel, die meistens dem Spieler, der sie zieht, Vorteile bringen. Nach dem Ziehen ist vor dem Fliegen. Eine eigene Fliege darf, nachdem die Fliegenaktionskarte ihren Dienst erledigt hat, bis zu zwei Felder weit fliegen, bevor sie sich an einem herrlich lecker riechenden Ort (Toilette) niedersetzen darf. Landet sie allerdings auf einem Feld mit einer Flugkartenaktionskarte in der eigenen Farbe, muss sie zwei Felder weiterfliegen. So können Kettenzüge bis zum Ziel entstehen. Wenn es gut geht.

Wie gut ist das Kinderspiel Fliegenschmaus?

Dietmar Keusch, der Autor von Fliegenschmaus, hat die Unberechenbarkeit von Fliegen spielerisch sehr gut in Szene gesetzt. Allerdings lässt dies auch die jungen Spieler verzweifeln, die sich eben noch auf der Gewinnerstraße gesehen haben. Plötzlich wieder von vorne anfangen zu müssen, finden die dann gar nicht lustig. Das Thema und Spielmaterial lässt zudem immer einige Mitspieler und Zuschauer „gruseln“.

Mit den Aktionskarten ist taktisches Spielen möglich, wenn es denn erkannt wird. Gerade jünger Kinder und etliche Erwachsene unterschätzen deswegen Fliegenschmaus. Sie sind überwiegend damit beschäftigt, nachzufragen oder blättern in der Spielregel nach, was die verschiedenen Karten nochmal alles so können und legen dann doch einfach aus dem Bauchgefühl herraus. Fliegenschmaus ist deswegen ein Spiel, das auf den zweiten Blick wirkt, da man zuerst von dem ganzen Fliegenden-Drumherum eingenommen wird. Familien, die sich gerne mal länger als ein paar Tage oder kurze Wochen mit einem Spiel beschäftigen möchten und ein Spiel gemeinsam entdecken wollen, werden mit Fliegenschmaus auf ihre Kosten kommen.    

Video: 

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Grafik: 
Spielerzahl: 
2-4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
6
Spieldauer (Minuten): 
15-20
Jahrgang: 
2015
Spielkategorisierung
Spielethema: 
Spielegattung: 
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