Flussgeister am Niagara

eine Spielerezension von Bernhard Zaugg - 31.12.2006
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Flussgeister am Niagara von Reich der Spiele
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Niagara, die packende Edelsteinsuche am gefährlichen Wasserfall vom Zoch Verlag, wurde zum Spiel des Jahres 2005 gewählt. Wer bereits Gefallen gefunden hat am Grundspiel, wird mittel- und langfristig kaum um die Flussgeister-Erweiterung mit ihren neuen Spielelementen herumkommen. Diese machen das Geschehen im Kampf gegen die Flussströmung noch abwechslungsreicher und interessanter, ohne am bewährten Konzept und den ursprünglichen Regeln des Spiels Wesentliches zu ändern.

Erfreulich ist schon nur die Tatsache, dass Niagara dank der Erweiterung nun auch zu sechst gespielt werden kann. Zusätzlich stehen neue Elemente zur Verfügung.

Doppelkanu. Jeder Spieler ersetzt eines der bisherigen Boote durch ein neues Kanu mit doppelter Ladekapazität. Gezogen und geladen wird nach den ursprünglichen Regeln, wobei insbesondere das Bestehlen gegnerischer Boote ganz schön einschenken kann …!

Drei neue Paddelkarten mit erweiterten Handlungsoptionen für die Spieler. Die "7"-Karte verschafft den Booten im Fluss eine größere Reichweite. Mit der "Lasso"-Karte können Kanus vorübergehend ans Land gezogen werden, wo sie sowohl gegen die Strömung als auch feindliche Boote geschützt sind, die es auf die geladenen Edelsteine abgesehen haben. Erleichtert werden Raubversuche im Gegenzug durch die "1/2/3"-Karte, mit welcher der Standort des zu überfallenden Kanus flexibel angesteuert werden kann.

Strudel. Eine der Flussscheiben wird mit einem speziellen Aufkleber markiert. Der Strudel hat flussabwärts keine Bedeutung beim Drüberziehen. Flussaufwärts kostet seine Überquerung hingegen einen zusätzlichen Paddelpunkt. Und endet der Zug gar auf oder im Strudel, wird das Boot automatisch ein Feld flussabwärts geschwemmt. Insbesondere die Rückfahrt der Boote muss unter diesen Umständen besonders gut geplant werden. Außerdem sind die vor dem Strudel "gestrandeten" Boote meist leichte Opfer für Spieler auf Edelstein-Raubzug.

Eiliger Elch. Als Anreiz zum raschen Aufsuchen der roten Fundstelle ganz unten am Fluss wird dort ein schlichtes Faltkärtchen platziert, das dem jeweiligen Boot anschließend eine um zwei Paddelpunkte erhöhte Zugweite verschafft, bis das Boot entweder den Wasserfall herunterstürzt oder an der Anlegestelle eintrifft. Der "Außenbootmotor" kann auch nicht gestohlen werden und erweist sich als sehr nützlich und mächtig, doch ist sein Erwerb richtigerweise mit erheblichen (Absturz-) Risiken verbunden.

Badender Biber. Sobald ein Spieler die Wetterwolke auf das "+2"-Feld gesetzt hat, wird der Biber auf das Flussfeld an der Anlegestelle gestellt. Er bleibt dort, bis die entsprechende Flussscheibe den Wasserfall herunterfällt, worauf die Wolke automatisch zur Grundstellung auf das "0"-Feld zurückgesetzt wird. Ein nettes Zusatzelement, das aber eigentlich unnötig erscheint und nur selten zum Einsatz gelangt.

Die Ergänzungen können als Gesamtpaket oder auch einzeln eingesetzt werden und fügen sich nahtlos ins Grundspiel ein. Beispielsweise wird der Strudel zu Beginn vor der violetten Fundstelle platziert, so dass der klassische Fünfer-Startzug vorerst unmöglich ist. Dank der zusätzlichen Dynamik und Variabilität wird das Spielgeschehen weniger berechenbar. Andererseits wird Raum geschaffen für zusätzliche Handlungsoptionen. Wer so die Flussgeister-Erweiterung irgendwann einmal kennen gelernt hat, wird Niagara nie mehr in der Basisversion spielen wollen.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
3 - 6
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
8
Spieldauer (Minuten): 
45
Jahrgang: 
2005
Spielkategorisierung
Spielefamilie: 
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