Fundstücke

eine Spielerezension von Frank Biesgen - 01.09.2013
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Fundstücke von 2F Spiele
Lesezeit: ca. 2 Minuten

Das Wichtigste zuerst: Friedemann Friese bleibt sich selbst treu. Dieses Brettspiel seines Verlages 2F-Spiele zur Spiel ´12 in Essen kommt in giftgrün, fängt selbstredend mit „F“ an, bietet ein unverbrauchtes Thema. Und da es sich um die Neuauflage eines elf Jahre alten Frühwerks handelt, könnte man die Besprechung an dieser Stelle abkürzen und auf damalige Rezensionen verweisen.

Könnte man, geht aber nicht. Denn Fundstücke wurde anno 2002 nur in einer Mini-Menge von 130 Exemplaren auf den Markt gebracht, was die Anzahl verfügbarer Besprechungen überschaubar macht und Sammler und Komplettisten naturgemäß verzweifeln läßt. Die runderneute Version verspricht zumindest Linderung.

Im ausliegenden Sperrmüll suchen die Spieler nach Schätzchen, um diese zu Punkten zu machen. Gleichzeitig ausgespielte Karten zeigen an, wer sich zuerst an den ausgelegten Waren bedienen kann. Habe ich einen Rucksack dabei, bin ich als Erster am Fundort, kann allerdings nur ein Stück transportieren. Der Kleinlaster dagegen protzt mit riesiger Ladefläche, muss allerdings nehmen, was die Konkurrenz übrig lässt. Kommen Jäger gleichzeitig an, entscheiden vorher verteilte Gleichstandsmarker, welche anschließend getauscht werden. Der Verlierer geht leer aus und frustriert nach Hause.

Was aber nicht unbedingt ein Nachteil sein muss, denn schließlich gibt es noch die Möglichkeit, statt zu sammeln einen Dieb durch die Nacht zu schicken. Der zieht als Erster los und darf bereits gebunkerte Dinge bei denen klauen, die ebenfalls unterwegs sind. Jeder, der frische Ware erhalten darf, darf außerdem noch Beutestücke abgeben und damit einen oder mehrere der offen ausliegenden Aufträge erfüllen. Am Ende einer Runde kommen neue Aufträge und weiterer Sperrmüll ins Spiel. Wurden alle Auftragskarten aufgedeckt, wird bei Fundstücke abgerechnet.

Fundstücke ist Spiel gewordenes „ich denke, dass du denkst“, thematisch passend unterlegt und mit hübschen Grafiken (Harald Lieske imitiert gekonnt Stammzeichner Maura). Ein oder zwei Runden, in denen man gar nichts abbekommt, bedeuten bereits das Aus für die Endwertung, was aber in Anbetracht der kurzen Spielzeit nicht stört. Fünf oder sechs Sperrmülljäger sollten es auch möglichst sein. Darunter nimmt der Einfluss des Einzelnen zwar zu (zumindest in der Theorie); da das Spiel aber in erster Linie vom Dieb und dem Auflösen der Gleichstände lebt, ist das in voller Besetzung größere Chaos durchaus gewünscht. Insgesamt kein sensationeller Wurf, was der Autor da als Dachbodenfund vorlegt, aber als kurzer, knackiger Füller ohne viel Regelballast durchaus in Ordnung. Und die Besitzer der Erstauflage von Fundstücke dürfen es auch endlich einmal spielen, ohne ihr kostbares Original im Wert zu mindern …

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Grafik: 
Spielerzahl: 
3 - 6
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
10
Spieldauer (Minuten): 
25
Jahrgang: 
2012
Spielkategorisierung
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