Funkenschlag Erweiterung Brasilien/Spanien & Portugal

eine Spielerezension von Olaf Bormann - 23.05.2010
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Funkenschlag - Brasilien und Spanien/Portugal von
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Die Funkenschlag Erweiterung Brasilien/Spanien und Portugal ist zwar wie die anderen Erweiterungen auch letztlich nur ein neuer Plan mit Sonderregeln, kommt aber in einer Kiste daher, die der Größe des Grundspiels entspricht. Zweck des ganzen ist die Unterbringung aller bisherigen Pläne in einer Kiste. Dies ist eine gute Idee, zumal sich der Deckel der Grundkiste mit allen Plänen und den Spielsteinen schon um einiges abhob. Der Preis dieser Erweiterung erhöht sich durch die Kiste um drei bis vier Euro.

Die eine Planseite bildet Spanien und Portugal ab. Das Verhältnis von überwiegend kurzen und günstigen Anbindungskosten zwischen den Städten der letzten Erweiterungen kippt hier mit vielen teuren Verbindungen wieder in die Richtung des Ursprungs, auf der Deutschlandkarte finde ich ein ähnliches ausgewogenes Verhältnis von teuren und billigen Verbindungen ohne jetzt alle im Detail durchgezählt zu haben. Die Rohstofftabelle gleicht mehr oder weniger stark der des Grundspiels mit der Ausnahme, dass in allen Spielervarianten in der ersten Stufe kein Uran nachgesetzt wird, dafür in der zweiten Stufe nahezu doppelt soviel, als im Grundspiel. Diese Verbilligung führte in einer Partie auch dazu, dass derjenige mit seinen zwei mittelgroßen AKW das Spiel gewann. Als Besonderheit auf dem Plan gilt die Regel, dass wer einzig in Portugal Städte im Netzwerk hat, kein AKW besitzen oder anbieten darf. Das südliche Portugal ist beliebtes Startgebiet, da einige günstige Verbindungen dort zu finden sind, im Spiel mit sechs Spielern aber auch viel Konkurrenz.. Letzte Besonderheit ist der Umstand, dass zu Beginn von Phase zwei Windkraftwerke auf den Nachziehstapel gelegt werden, drei Stück, zwei Zweier und das Dreier. Bei weniger Spielern gibt es durchaus einen Run auf diese Kraftwerke, bei unserer Runde zu sechst erwiesen sie sich eher als Hindernis, da wir zu dem Zeitpunkt schon auf Vierer und Fünfer Kraftwerke schielten. Damit ist immer die Anzahl der versorgten Städte gemeint. Eine nette Erweiterung, mit den vielen teuren Strecken ist mehr rechnen nötig.

Auf der anderen Planseite ist Brasilien zu finden. Dort gibt es mit einer Vielzahl von Küstenstadten günstige Verbindungskosten. Ins Landesinnere wird es rasch teuer und im Nordwesten des Landes, im Amazonasgebiet sind die Anschlußgebühren am höchsten. Die Rohstofftabelle zeigt bei Kohle in der ersten beiden Phasen nur halb soviel Nachschub, als im Grundspiel. Dafür gibt es deutlich mehr Öl. Was sonst Müll als Brennstoff heißt, trägt in dieser Variante den Namen Biogas und ist etwas häufiger anzutreffen, bei Uran ist es identisch zum Grundspiel geblieben. Die Müll- jetzt Biogaskraftwerke kommen sicher alle ins Spiel. Im Spiel mit wenigen Spielern hatten wir regelrechte Brennstoffengpässe, der Markt war stellenweise völlig leergekauft oder der Einkauf lohnte nicht, da der Gewinn geringer war. Ganz so ausgeprägt viel es mit sechs Spielern nicht aus, der Druck nahm zum Spielende aber auch zu.

Funkenschlag besticht durch seine klare Regel- und Spielablaufstruktur sowie durch den schier unendlichen Variationsreichtum durch die ausgesparten Landesteile und zufällig aussortierten Kraftwerke im Spiel mit weniger als fünf Spielern. Es ist und bleibt ein sehr geniales Spiel mit sehr großem Wiederspielbarkeitsreiz. Somit ist diese Erweiterung für alle Freunde von Funkenschlag ein muss!

Spieleinfo

Verlagsangaben
Verlag: 
Spieleautor: 
Grafik: 
Spielerzahl: 
2 - 6
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
12
Spieldauer (Minuten): 
120
Jahrgang: 
2009
Spielkategorisierung
Spielefamilie: 
Spielethema: 
Spielegattung: 
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