Gauner

eine Spielerezension von Ralf Schallert - 22.11.2013
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Gauner von Nürnberger Spielkartenverlag
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Die Zweitverwertung von Spielideen ist im Brett- und Kartenspielbereich weit verbreitet. So auch in diesem Fall, denn das Kartenspiel Gauner (NSV) erschien 2012 schon mal unter dem Titel Pets in englischer und chinesischer Sprache. Hier ging es darum, sieben verschiedene Haustierarten zu sammeln, um Siegpunkte zu generieren.

Der Nürnberger-Spielkarten-Verlag hat, aus welchen Gründen auch immer, das Thema gewandelt und zwar sehr deutlich. Statt um Haustiere geht es im vorliegenden Kartenspiel nun um Gangster oder im Spiel-Titel auch liebevoller Gauner genannt. Die meisten davon schauen zudem so sympathisch aus ihrer Illustration, dass es dem Spieler wirklich schwer fällt sie ins Gefängnis zu stecken. Muss er aber, denn nur so kann er an Siegpunkte kommen.

Zu Beginn des Spiels liegen zufällig gezogen drei Reihen a zehn Spielkarten von den insgesamt 105 Karten des Spiels offen in der Mitte des Spieltisches aus. Die Spieler erhalten außerdem drei Karten, und in Reihenfolge jeweils eine Karte mehr, als Startkarten. Ist ein Spieler am Zug, so muss er eine Gruppe von Karten einer Art entweder von links oder rechts von einer der drei Reihen auf die Hand nehmen. Die unmittelbar danebenliegende Gruppe ist dann quasi entdeckt und wandert ins Gefängnis, einem separaten Ablagebereich auf dem Spieltisch. Bei Gauner gibt es insgesamt sieben verschiedene Gaunerarten welche jeweils identisch illustriert sind. Außerdem unterscheiden sich diese Gaunerarten durch ihre Häufigkeit im Spiel, welche auf den Karten gut sichtbar vermerkt ist. So beginnt diese bei nur sechs Karten und steigert sich in dreier Schritten bis 24 Karten.

Als zweite Aktion kann der Spieler eine gesammelte Gaunerart aus seinen Handkarten auslegen, darf später jedoch keine Karten zusätzlich anlegen. Will ein weiterer Spieler in seinem Zug ebenfalls Karten dieser Art auslegen muss er die ausgelegte Anzahl an Karten übertreffen. Als dritte Aktion muss der Spieler immer eine neue Karte vom Nachziehstapel in die Reihe legen, aus der er während der ersten Aktion seine Gruppe entnommen hat.

Ist irgendwann das Gefängnis gefüllt, entweder mit zwei Karten von jeweils sechs verschiedenen Gruppen oder mit mindestens sechs Karten von zwei Gruppen, wird sofort eine Wertung ausgeführt. Dabei erhalten die Spieler mit den entsprechend vor sich ausliegenden Gruppen die korrespondierenden Gruppen aus dem Gefängnis und nur diese bringen auch Siegpunkte. Danach werden die Karten wie schon beschrieben neu verteilt und das Spiel geht in eine neue Runde. Gauner gewinnt, wer nach drei Wertungen die meisten Siegpunkte vorweisen kann.

Gauner ist ausnahmsweise mal kein Stichkartenspiel, sondern hat einen netten, wenngleich aber auch etwas unorthodoxen und gewöhnungsbedürftigen Wertungsmechanismus. Viel gewöhnungsbedürftiger sind allerdings das reichlich spezielle Thema und die nicht besonders passenden Illustrationen. Wer sich damit jedoch anfreunden kann erhält ein gut funktionierendes Mehrheiten-Kartenspiel dem jedoch höhere Weihen verwehrt bleiben werden.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2 - 4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
8
Spieldauer (Minuten): 
30
Jahrgang: 
2013
Spielkategorisierung
Spielegattung: 
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