Giza

eine Spielerezension von Wolfram Troeder - 31.12.2006
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Giza von
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Autor Nikki Lim schickt ein kleinformatiges Spiel über ein großformatiges Thema ins Rennen, das ebenso großen Spaß macht. Gespielt wird um das letzte noch vorhandene Weltwunder, die Pyramiden von Gizeh. Die Schachtel ist, ganz im Gegensatz zu den Pyramiden, klein aber prall gefüllt. Die obligate Spielanleitung wird durch sechs Bautafeln für die Spieler und 83 Spielplättchen ergänzt. Mehr ist nicht drin und mehr braucht es auch nicht.

Die Spielertafeln zeigen in der Vogelschau die vier Bauplätze der drei Pyramiden und der Sphinx sowie eine Übersicht über die vorhandenen Plättchen. Geschmackvoll gestaltet, aber trotzdem auch bei weicherem Licht erkennbar, mit dem richtigen Maß an Information,so bleiben keine Spielerwünsche offen.Die 83 Plättchen kommen in fünf Grundsorten: Pyramidensteine, Schätze, Skarabäen, Abrissplättchen und die drei Bestandteile der Sphinx. Pyramidensteine kommen in den Werten - 5 bis + 5 vor, Schätze in Werten von + 2 bis + 5. Die Sphinx wird von unten nach oben wertvoller, Füße - 5, Körper + 10, Kopf + 15.

Der Baumechanismus ist einfach hat aber spielerische Tiefe. Man fängt mit einem möglichst großen Plättchen an und legt immer kleinere darauf, im Idealfall von fünf, der Basis, bis eins, der Spitze. Durch die gute Grafik lassen sich einzelnen Größen gut unterscheiden. Dabei können durchaus Sprünge in der numerischen Reihenfolge auftreten. Wer schnell fertig sein will, kann auf eine Fünfer-Basis eine Spitze setzen und hat ein fertige Pyramide. Wertvoller wird eine Pyramide durch die Schätze. Die dürfen nur auf einen wertmäßig passenden Pyramidenbaustein gelegt werden, also ein Vierer-Schatz zum Beispiel nur auf einen Vierer-Baustein. Die Sphinx hingegen muss in der richtigen Reihenfolge gebaut werden, Füße, Torso, Kopf.

Liegt ein Skarabäus auf einem Feld, halten sich die Arbeiter fern. An diesem Bauwerk oder auf diesem Bauplatz wird nicht gebaut, bis der Skarabäus vertrieben wird. Dies geschieht, wenn ein Spieler auf seinen Zug verzichtet oder ein Abrisskärtchen dazu benutzt wird. Mit einem Abrisskärtchen kann auch jedes andere zuoberst liegende Plättchen entfernen werden. Der Clou an dem Spielmechanismus ist, dass das Legen eines Plättchen nicht auf die eigene Tafel beschränkt ist. Jeder Spieler kann auf jeder Tafel agieren.

Die wenigen Spielvorbereitungen beschränken sich auch auf das Verteilen der Tafeln und das Mischen und Verdecken aller Kärtchen. Danach erhält jeder Spieler noch vier Kärtchen als Handvorrat und es geht los. Der Spielzug besteht aus dem Spielen eines Plättchens oder dem Abwerfen von bis zu vier Plättchen und dem Nachziehen auf vier Hand-Plättchen. Sind die Plättchen aufgebraucht oder haben die Pyramiden eines Spielers alle Spitzen endet das Spiel. Nun werden die Punkte zusammengezählt. Schlechte Bauteil zählen natürlich minus, und der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt. Das Ganze dauert nur beim ersten Spiel die angegebenen 30 Minuten, danach ist meist schon nach 10 Minuten die Gelegenheit zur Revanche.

Das Spiel zieht seinen Reiz zum einen aus der Beschränkung, nur ein Plättchen legen zu können. Damit ist man immer im Zwiespalt, andere zu behindern, auf der eigenen Baustelle zu bauen oder frei zu räumen. Zum anderen spielt das Glück eine Rolle, ständig sind die Spieler angehalten, an die gerade verfügbaren Plättchen die Taktik anzupassen. Fast jedes Plättchen kann zu eigenen Gunsten oder zum Nachteil eines Mitspielers verwendet werden. Die Skarabäen schützen die eigene Pyramiden oder behindern andere Baustellen, mit dem Abriss kann man wertvolle Plättchen der anderen Spieler zerstören oder eine eigene Baustellen frei machen. Pyramidenplättchen können dazu dienen, eigene Pyramiden zu errichten oder fremde in ein schnelles Ende zu treiben oder mit Minus-Punkten zu spicken.

Das Ganze läuft nach einigen Runden sehr schnell und flüssig von der Hand, langes Überlegen ist nicht notwendig oder sogar schädlich. Ein schönes, schnelles Spiel, auch für Brettspielnovizen oder die ganze Familie. Prädikat: uneingeschränkt empfehlenswert.


Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2 - 6
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
8
Spieldauer (Minuten): 
30
Jahrgang: 
2005
Spielkategorisierung
Spielegattung: 
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