Gruftmeister

eine Spielerezension von Michael Weber - 31.10.2005
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Gruftmeister von Reich der Spiele
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Der Gruftmeister und sein Knecht wandern durch dunkle Verliese auf der Suche nach fünf Schätzen, die den Sieg in diesem Spiel bedeuten. In klassischer Dungeon-Manier müssen die beiden Figuren durch die Gänge gezogen werden, Türen und Schlösser öffnen, Kisten durchwühlen und Särge durchsuchen. Dabei finden die Spieler Ausrüstungsgegenstände wie Waffen und Rüstungen, Schlüssel für verschiedene Türen, die besagten Schätze - und Monster.

Die Monster müssen besiegt werden, können den Spielfiguren aber auch einen der Lebenspunkte kosten. Das Kampfergebnis wird mit einem Wurf ermittelt. Aber kein Würfel wird geworfen, sondern die Ausrüstungsgegenstände und der Monsterstein. Kommt eines der Plättchen mit dem Rücken nach oben auf dem Tisch zu liegen, hat das keine Auswirkung. Erscheint aber das Waffen- oder Rüstungssymbol, wird das Monster besiegt oder der vom Monster verursachte Schaden abgeweht. Liegt das Monstersymbol obenauf, muss sich der Spieler einen Lebenspunkt abziehen, wenn er keine Rüstung geworfen hat. Natürlich kann man gegen Monster nur bestehen, wenn man schon die passende Ausrüstung gesammelt hat.

Das alles wäre nicht besonders spannend, wenn nicht die Sache mit der Tragkraft und den Handlungsmöglichkeiten nicht wäre. Der Knecht darf zwei Gegenstände tragen und sich ansonsten nur bewegen. Also weder angreifen noch Türen öffnen noch Kisten oder Särge durchsuchen. Der Gruftmeister hat in seinem Rucksack nur begrenzten Platz für Ausrüstung. Nur fünf Gegenstände darf er gleichzeitig tragen. Deshalb schickt er in aller Regel den Knecht zurück zum Startfeld, um dort gerade überflüssige Gegenstände oder bereits gesammelte Schätze abzulegen. Das kann dieser aber nur, wenn er nicht von noch verschlossenen Türen aufgehalten wird. Muss er einen Umweg laufen, kann der Gruftmeister in der Zeit vielleicht nicht so recht weiter, weil ihm die Tragkraft des Knechts fehlt.

Man muss also genau aufpassen, welche Figur man wohin zieht, wie die Tragkraft des Knechts gut eingesetzt wird und welche Wege dieser benutzen kann. Etwas logistisches Denken ist also erforderlich. Taktischen Raum, um den anderen Spielern in die Quere zu kommen, bietet das Spiel dagegen kaum.

Der Kampfmechanismus ist sehr witzig und passt zum Thema. So einfach wie die Kämpfe laufen, so logisch und stimmig erscheinen sie. Irgendwo schimmern leichte Anleihen aus bekannten und älteren Computer-Rollenspielen durch. Das alles ist fein aufeinander abgestimmt und bietet Spielspaß für eine Runde. Eine neue Partie wird aber vermutlich nur selten am gleichen Tag gespielt, dazu ist Gruftmeister bei aller Qualität zu langatmig. Aber insgesamt ein schönes und sogar stimmungsvolles Brettspiel, dem es nicht an einer Prise Witz fehlt.

Hinweis:
Der Verlag bietet besondere, hochwertige Spielsteine an, die die Papp-Plättchen ersetzen.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2 - 4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
10
Spieldauer (Minuten): 
90
Jahrgang: 
2003
Spielkategorisierung
Spielethema: 
Spielegattung: 
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