Gruselrunde zur Geisterstunde

eine Spielerezension von Claudia Grothe - 13.10.2014
  Spiel kaufen kommentieren
Gruselrunde zur Geisterstunde - Spielszene - Foto von Ravensburger
Lesezeit: ca. 4 Minute

Es ist Ballnacht in der Villa Schauerstein. Doch wer ist mit wem verabredet und wo stecken alle? Darum geht es beim Kinderspiel Gruselrunde zur Geisterstunde von Kai Haferkamp (Ravensburger).

Wie ist Gruselrunde zur Geisterstunde aufgebaut?

Das Wort Spielaufbau bekommt bei Gruselrunde zur Geisterstunde eine ganz neue Bedeutung, denn vor Spielbeginn muss man erst mal ein ganzes Geisterschloss zusammenstecken. Das ist zwar prima in der Anleitung beschrieben und im Grunde auch nicht sonderlich schwer, dauert aber ein wenig. Hat man endlich alles zusammengesetzt, steht vor einem ein viereckiger Kasten mit bis zu fünf Schiebern auf beiden Seiten. Die Anzahl  der Ballgäste (Schieber) lässt sich beliebig variieren und damit auch die Schwierigkeit der jeweiligen Spielrunde. An der Vorderseite des Schlosses befindet sich ein kleines Guckloch. Schaut man hindurch und drückt dabei auf den Knopf der kleinen Lampe, sieht man im schaurig grünen Licht einen langen Gang mit steinernen Trennwänden rechts und links davon. Hinter diesen Trennwänden befinden sich die Ballbesucher. Sie erscheinen auf dem Gang, sobald der entsprechende Schieber reingeschoben wird. Auf dem Dach der Villa wird ein Kreis zusammengepuzzelt. Jedes Puzzleteil zeigt einen der Tanzgäste. Puzzlestücke von nicht verbauten Wesen werden umgedreht, bevor der Ring zusammengepuzzelt wird. Die dadurch entstehenden schwarzen Felder werden später einfach übersprungen. Je nach Spielvariante stellt man zwei bis drei Gargoyle Figuren auf den Ring. Ziel bei Gruselrunde zur Geisterstunde ist es, die so markierten Figurenpaare zu finden.

Wie funktionieren die einzelnen Varianten?

In der Einsteigerversion zum Warmgruseln werden zwei Gargoyle auf unterschiedliche Felder des oberen Ringes gestellt. Ziel ist es, die abgebildeten Wesen zu finden, also die entsprechenden Schieber zu betätigen, sodass die gesuchten Gestalten auf dem Gang erscheinen. Gelingt das einem Spieler, dürfen die anderen kontrollieren. Der Spieler bekommt einen Gruselchip zur Belohnung und die Gargoylefiguren werden ein Feld weiter gerückt. Anschließend ist der nächste Spieler am Zug. Konnte der Spieler die gesuchten Kreaturen jedoch nicht finden, geht er leer aus. Dafür darf sein Nachfolger einen der Gargoyle um bis zu drei Felder weiterziehen, bevor er sein Glück versucht. Wer zuerst drei Gruselchips zusammen hat, gewinnt das Spiel.

Im Hauptspiel für Unerschrockene wird es schon etwas schwieriger. Hier werden drei Gargoyle auf dem Kreis verteilt. Man muss nun also gleich drei Gestallten finden. Bevor der aktive Spieler das Ergebnis kontrolliert, dürfen die Mitspieler tippen, ob man richtig lag oder nicht. Hat der Spieler die gesuchten Figuren gefunden bekommt er zwei Gruselchips. Außerdem bekommt jeder Mitspieler der richtig getippt hat einen Chip. Wer als erstes die geforderte Anzahl an Chips ergattern konnte, gewinnt diese Runde.

In der Profivariante Grusel-Schummeln bekommt jeder vor Spielbeginn neun Gruselchips, die er versucht, so schnell wie möglich los zu werden. Wie im Hauptspiel müssen drei Spukgestalten gefunden werden. Nachdem der Spieler durchs Guckloch geschaut hat, sagt er den anderen, wie viele Wesen er finden konnte. Dabei kann er natürlich bluffen. Was folgt, hängt von den Mitspielern ab. Glauben sie ihm, kann er die entsprechende Anzahl an Gruselchips abgeben. Behauptet er also, dass er zwei Figuren gefunden hat, kommen zwei seiner Chips aus dem Spiel. Zweifeln ein oder mehrere Mitspieler seine Behauptung an, dürfen diese Spieler einen Kontrollblick in die Gruselvilla werfen. Hat der Spieler geschummelt, darf jeder Zweifler einen eigenen Chip an den Spieler abgeben. Hat der Spieler jedoch die Wahrheit gesagt, darf er die entsprechende Anzahl an Chips unter den "Ungläubigen" verteilen.  Anschließend werden die Gargoyle-Figuren ein Feld weiter gerückt und der Nächste ist am Zug. Wer als erster keine Chips mehr hat, gewinnt.

Wie gut ist das Kinderspiel Gruselrunde zur Geisterstunde?

Gruselrunde zur Geisterstunde ist eines dieser Spiele, an dem sich die Geister scheiden. Zweifelsohne ist es ein sehr stimmungsvolles Spiel mit wunderschön gestaltetem, hochwertigem Material. Allerdings kann der Spielhergang nicht mit den hohen Erwartungen mithalten, die das Material aufkommen lässt. Im Endeffekt ist es eben nur ein aufgemotztes Memo-Spiel. Daran ist an sich auch nichts auszusetzen. Viele Spiele für Kinder dieser Altersgruppe basieren auf dem Memo-Prinzip. Und auch Gruselrunde zur Geisterstunde funktioniert reibungslos.

Aber wenn die anfängliche Begeisterung für das tolle Material und das schummrige Licht verflogen sind, wird abgewogen, ob sich der aufwendige Auf-und Umbau vor jeder Partie lohnt. Denn man muss es vor jeder neuen Runde nahezu komplett auseinander nehmen, um die Figuren zu versetzen. Die Wett- und Bluff-Elemente sorgen für Abwechslung, sind allerdings auch nicht neu. Alles in allem also ein solides Spiel aber kein Highlight. Ob Gruselrunde zur Geisterstunde einem ge- oder missfällt, hängt somit ganz davon ab, wie viel Wert man auf die Ausstattung und Gestaltung eines Spieles legt und ob man bereit ist, dafür eine etwas längere Aufbauzeit in Kauf zu nehmen, oder ob man auf den ganzen Schnick-Schnack lieber verzichten und dafür gleich loslegen möchte.

Video: 

Spieleinfo

Verlagsangaben
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2-4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
5-99
Spieldauer (Minuten): 
20-25
Jahrgang: 
2014
Spielkategorisierung
Spielethema: 
Spielegattung: 
Fotos
Gruselrunde zur Geisterstunde - Guckloch - Foto von Ravensburger
Gruselrunde zur Geisterstunde - Schachtel - Foto von Ravensburger
Mehr zum Spiel