Hexemonia

eine Spielerezension von Olaf Bormann - 29.03.2015
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Hexemonia - Brettspiel - Foto von Truant
Lesezeit: ca. 3 Minute

Hexemonia von Fabio Attoli, bei Truant Spiele erschienen, ist ein Brettspiel für 2-4 Spieler. Vom Schachteldeckel schaut den Betrachter eine Horde grimmig blickender Krieger an. Dieser martialische Eindruck führt sofort in die falsche Richtung, da Hexemonia weder eine Konfliktsimulation ist, noch ein Tabletopspiel, ironischerweise ist die Kriegführung sogar diejenige der vier Aktionsmöglichkeiten, welche den geringsten Effekt hat. Wobei ich nicht glaube, dass es die Intention des Autors ist, zu zeigen, wie wenig sinnvoll Kriegführung sei, sondern der Erfahrung der Aktionen geschuldet ist. Wer die Schachtel umdreht, sieht sich mit dem abgebildeten Material von Sechseckfeldern und verschiedenfarbigen Würfeln schnell an ein typisches Aufbauspiel erinnert, und das trifft den Kern des Spiels.

Darum geht es beim Brettspiel Hexemonia

Struktur und Ablauf von Hexemonia sind übersichtlich und rasch verständlich. Zu Zugbeginn wählt der aktive Spieler aus vier offenen ausliegenden Sechseckfeldern ein oder zwei Felder und ggf. einen Farbwürfel aus. Anschließend dürfen beliebig viele Felder an den eigenen Stadtstaat angelegt werden, sofern die nötigen Farbwürfelkombinationen von bestehenden Feldern auf die neuen geschoben werden können. Die Farbwürfel stellen Gold, Bürger oder Hopliten dar. Die Felder selbst unterteilen sich in Wirtschafts-, Militär- und Stadtgebiete. Danach kann eine der vier Aktionen gewählt werden: Produktion neuer Würfel oder das Auslösen von Effekten; das ermöglichen die dafür ausgewiesenen Felder, insofern sie die für ihren ursprünglichen Bau nötigen Farbwürfel vorweisen. Oft ist das nicht der Fall, da sie auf neu errichtete Felder verschoben wurden.

Die dritte Wahl ist das Umgruppieren der Farbwürfel zur besseren Nutzung in späteren Zügen. Die letzte Möglichkeit ist die Eroberung eines Mitspielerfeldes, welche Bürger- und Hoplitenwürfel kostet, je nach Anzahl der das Feld Verteidigenden, sowie des Bonus' von militärischen Nachbarfeldern des Angegriffenen.
Sind fast alle Felder im Spiel, wird abgerechnet. Alle Gebiete mit den ursprünglichen Baukosten darauf liegend zählen Punkte, sowie Gold im Stadtkern und eine Götterkombination aus drei Spezialfeldern, sofern vorhanden.

Wie gut ist Hexemonia?

Hexemonia erzeugt ein Spielgefühl, welches ich als wenig befriedigend und unrund beschreiben will. Dass nur selten der überwiegende Teil der eigenen Gebiete produziert oder man deren Effekt nutzen kann, ist nur eines der Frustmomente. Die Eroberung ergibt wenig Sinn, da kaum ausreichend Schutz möglich ist. Stecke ich alles in das neue Feld, liegt der Rest der Gebiete bloß. Umgruppierung ergibt da mehr Sinn. Dass jeder nur eine Aktion machen darf, hinterlässt ein unbefriedigendes Gefühl. Es führt zu Spannungsarmut. Bekriegen sich nur zwei Spieler, werden die verbliebenen gewinnen. Wird auf die Eroberung verzichtet, verkommt Hexemonia zur öden Klötzchenschieberei. Es wirkt nicht zu Ende gedacht und lädt kaum zur Wiederholung ein. Sehr schade. Das Material ist schön gestaltet und ansehnlich. Im Spiel zu zweit kann schnell einer der beiden unter massiven Druck geraten, zumal, wenn der Startspieler eine günstige Ausgangsposition ausspielt. Leider kann ich Hexemonia nicht empfehlen.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2-4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
13-
Spieldauer (Minuten): 
30-45
Jahrgang: 
2014
Spielkategorisierung
Spielethema: 
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