Im Neandertal

eine Spielerezension von Carsten Pinnow - 18.12.2008
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Im Neandertal von Reich der Spiele
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Neandertaler waren putzige Menschen. Wenn sie nicht gerade auf der Suche nach einer Gefährtin waren, jagten sie Mammuts, Schneehasen, Steppen-Bisons, Graugänse oder Rentiere. Oder sie sammelten Beeren und Nüsse. Bei einem unerwarteten Schneesturm suchten sie einfach die nächstbeste Höhle auf - wenn sie denn eine kannten.

Im Neandertal entführt die Spieler in diese Welt mit einem simplen Memory-Mechanismus. Vierzig sogenannte Sammelkarten bilden das bekannte Memory-Gitter mit fünf Zeilen aus acht Spalten. Diese Karten sind in verschiedene Themengruppen farblich unterteilt: Orangefarbene Karten zeigen zu jagendes Wild, grüne zu sammelndes Obst und Gemüse. Blaue Karten beschäftigen sich mit dem Alltagsleben des Neandertalers, rote stellen seine Werkzeuge und Waffen dar. Daneben gibt es noch Karten für unangenehme Ereignisse, Höhlen sowie die wichtigen Gefährten.

Wer am Zug ist, zieht von einem verdeckten Stapel eine Farbkarte. Die abgebildete Farbe stellt die Aufgabe dar: Gelingt es dem Spieler durch Aufdecken einer der ausliegenden vierzig Sammelkarten, eine in der gleichen Farbe zu finden, darf er sie vor sich auslegen. Jede ausgelegte Karte zählt einen Punkt, und mit sieben Punkten hat man sofort gewonnen.

Wird eine falsche Farbe aufgedeckt, kommt die Karte wieder umgedreht zurück, wie man es von Memory kennt. Gefährten-Karten dürfen immer ausgelegt werden - diese werden auch dringend benötigt. Denn wenn eine Raubtier-Karte gewählt wird, muss ein solcher Gefährte helfen - sonst scheidet man aus dem Spiel aus. Wurde noch kein Gefährte gesammelt, darf auf gut Glück je nach Spieleranzahl bis zu drei Mal eine weitere Karte aufgedeckt werden. Wurde auch dort kein solcher Gefährte gefunden, bleibt als letzter Notanker noch der Handel mit einem Mitspieler. Hat nur ein einziger Mitspieler überhaupt einen Gefährten ausliegen, kann dieser den Tauschwert letztendlich beliebig festlegen - da es sich bei Im Neandertal aber um ein thematisches Lernspiel handelt, sollte das Ausscheiden eines Mitspielers nach Möglichkeit ganz vermieden werden. Insbesondere am Anfang des Spiels ist das Risiko jedoch nicht zu unterschätzen, einem Raubtier zu begegnen, wenn noch kein einziger Gefährte aufgetaucht ist. Andererseits befinden sich aber auch sieben solcher Gefährten im Spiel, gegenüber nur vier Raubtieren.

Ein ähnliches Problem kann durch einen der beiden Schneestürme ausgelöst werden. Um einem Schneesturm zu entkommen, muss eine Höhle aufgesucht werden. Davon gibt es wiederum vier Stück, die auch stets an ihrem Platz bleiben und nur immer wieder verdeckt werden müssen. Begegnet ein Spieler also einem Schneesturm, muss er sofort eine Höhle aufdecken. Macht er dies nicht - zum Beispiel weil im Spiel noch keine aufgedeckt wurde oder er sich den Ort nicht merken konnte -, scheidet er ebenfalls aus.

Abgesehen von diesen beiden Möglichkeiten frühzeitig ohne eigenes Verschulden ausscheiden zu müssen, gibt es an Im Neandertal nichts zu kritisieren. Im Gegenteil, es handelt sich hierbei um eine insgesamt gelungene Memory-Variante, die für Mitspieler bereits ab dem Grundschulalter und auch als Lehrmaterial geeignet ist.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
3 - 5
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
6
Spieldauer (Minuten): 
25
Jahrgang: 
2008
Spielkategorisierung
Spielethema: 
Spielegattung: 
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