Im Auftrag des Königs

eine Spielerezension von Wolfram Troeder - 31.10.2005
  Spiel kaufen kommentieren
Im Auftrag des Königs von
Lesezeit: ca. 4 Minute

Dieses Spiel greift ein sehr beliebtes Thema auf, König Artus und seine Tafelrunde. Wie so oft bei Adlung, erhält man wesentlich mehr Spielspaß, als die kleine Verpackung vermuten lässt. Im Spielkartenformat machen sich zwei bis vier Spieler auf, um bei Hofe oder im Königreich ritterliche Aufgaben zu erfüllen.

Öffnet man die Schachtel, die erfreulicher- aber keineswegs unerwarteterweise prall gefüllt ist, hält man ein Vielzahl unterschiedlicher Karten und eine kleine, zweisprachige Spielregel in der Hand. Die Schrift ist klein, aber bei guter Beleuchtung durchaus lesbar. Die ersten beiden Karten ergeben nebeneinander gelegt ein Schema zum Aufbau der Karten. Nachdem alle Karten, bis auf wenige Handkarten, auf dem Spieltisch ausliegen, hilft dieses Schema schon sehr.

Nun zu den Karten. In der Mitte des Tischs zu einem Rund gelegt, bilden acht Karten das Königreich, Camelot und sieben weitere Orte wie "Der wilde Wald", Das verborgene Tal" oder "Der Mondsee" .In die Mitte des Kreises kommt der Stapel mit Auftragskarten, von denen drei aufgedeckt werden. Die Aktionskarten "Turnier" und "König Artus Tafelrunde" werden nahe Camelot ausgelegt. Gegenüber am Kreis liegen die Aktionskarten "Queste" und "Gericht". Die zweite Diagonale wird von den vier Karten "Exerzitien" und den dazugehörigen Tugendkarten auf der einen und den Pferdkarten auf der anderen Seite gebildet. Bei weniger als vier Spielern werden von diesem Aufbau bestimmte Karten aus dem Spiel genommen. Jeder Spieler sucht sich noch eine Karte mit einem Ritter der Tafelrunde aus, die im Spielrund seinen Aufenthaltsort kennzeichnet. Die Karten mit der Spielreihenfolge und ein Startkapital an Tugendkarten werden zugelost.

Der Startspieler wählt eine aufliegende Aktionskarte aus und legt sie offen vor sich ab, dann folgen der Reihenfolge nach die restlichen Spieler. Dasselbe erfolgt dann noch zwei Mal, bis alle Spieler drei Aktionskarten vor sich liegen haben. Dann führt der Startspieler alle seine Aktionskarten in beliebiger Reihenfolge aus. Das gleiche gilt für die restlichen Spieler. Nach Abschluss der Runde werden die offenen Auftragskarten wieder auf drei aufgefüllt und die Karten der Spielreihenfolge entsprechend des Punktestandes aufsteigend verteilt, das heißt, der Spieler mit den wenigsten Punkten wird Startspieler.

Wie kommt man nun zu Siegpunkten, die am Ende über den Spielsieg entscheiden? Dazu müssen die Spieler ihre Aufgaben als Ritter erfüllen. Der Aufgaben gibt es hier drei. Zuerst die klassische Methode. Wer in Camelot ist, kann sich mit der Aktionskarte "König Artus Tafelrunde" eine der offen aufliegenden Aufgabenkarten zu seinen Handkarten nehmen. Auf dieser Karte ist die Aufgabe beschrieben ("Bezwinge den wilden Eber"), der Ort abgebildet, zu dem man sich nun begeben muss, sowie die Anzahl und Art der Tugendkarten, die diese Queste verlangt. Tugendkarten gibt es vier Arten, "Lanze", "Schwert", "Weisheit" und "Mut". Diese erlangen die Ritter durch die korrespondierende Aktionskarte "Exerzitium", die in Camelot gespielt wird. Tugendkarten gibt es in der Wertigkeit ein oder zwei. Benötigt man für eine Queste zwei Punkte „Mut“, kann man aber auch zwei Tugendkarten "Mut" mit Wert eins einsetzen. Mit der Aktionskarte "Pferd", in den Reichweiten zwei bis vier reisen die Ritter dann bis zum geforderten Ort. Dort benötigen sie die Aktionskarte "Queste", um nun am richtigen Ort, mit den geforderten Tugenden, den Auftrag zu erfüllen und sich die auf der Auftragskarte angegebene Anzahl Siegpunkte (zwei bis fünf) gutzuschreiben.

Doch es geht auch einfacher. Man kann auch in Camelot bleiben und an einem Turnier teilnehmen. Turniere finden entgegen der normalen Abfolge erst am Ende der gesamten Runde statt. Ist man der einzige Teilnehmer, legt man eine Tugendkarte "Lanze“ oder „Schwert“ ab und bekommt zwei Siegpunkte. Zwei Teilnehmer dagegen müssen um die Punkte streiten. Beide legen verdeckt eine Anzahl Schwerter und/oder Lanzen ab. Derjenige mit den meisten Punkten erhält dann die zwei Siegpunkte, bei Gleichstand bekommt jeder einen Punkt.

Aber auch im Königreich warten Siegpunkte. An allen Orten, außer Camelot, können mit der Aktionskarte „Gericht“ und der Abgabe einer Tugendkarte „Weisheit“ zwei Siegpunkte erlangt werden.

Im Auftrag des Königs ist ein schönes, kleines Spiel. Die Interaktion unter den Spielern wird durch die begrenzte Anzahl an Karten gefördert, es gibt genügend Abwechslung, sodass es immer wieder Spaß macht. Es dauert nicht allzu lang, es ist ausgewogen und die Illustrationen sind klar, aber trotzdem von künstlerischem Wert, und thematisch angemessen. Geeignet für die Familie wie die Freundesrunde, finden aber auch echte Spieler immer wieder Freude daran. Insgesamt ist das Spiel uneingeschränkt empfehlenswert.

Ein Tipp noch. Man ist versucht das Spiel auf die leichte Schulter zunehmen. Dieses Verhalten führt aber erwiesenermaßen zu spielerischen Sackgassen. Wir spielen zusätzlich mit vier Holzfiguren in den Spielerfarben, um nicht immer die Ritterkarten umher schieben zu müssen, und ziehen einem Spieler für jede Aktionskarte, die er nicht durchführt, aber dadurch einem anderen Spieler vorenthalten hat, einen Siegpunkt ab.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2 - 4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
12
Spieldauer (Minuten): 
45
Jahrgang: 
2004
Spielkategorisierung
Spielethema: 
Spielegattung: 
Mehr zum Spiel