Im Zeichen des Kreuzes

eine Spielerezension von Beate und Hans Schmidt - 31.10.2005
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Im Zeichen des Kreuzes von Queen Games
Lesezeit: ca. 4 Minuten

Thema des Spieles sind die Kreuzzüge, das Ziel ist es, Jerusalem zu erobern. Gelingt dies keinem Spieler, endet das Spiel, wenn der Karten-Talon zwei Mal durchgespielt wurde. Um Jerusalem überhaupt angreifen zu dürfen, muss man mit seinen Truppen aber erst einmal dorthin gelangen und zudem zuvor zwei (bei zwei bis vier Spielern) beziehungsweise eine (bei fünf Spielern) muslimische Stadt erobert worden sein. Auf dem Spielplan "gewandert" wird mittels Bewegungskarten, die zur jeweiligen der drei verschiedenen Landschaften passen müssen. Mit einigen der Bewegungskarten kann man (neutrale) Heere und Piraten bewegen und so den Mitspielern Schwierigkeiten bereiten. Wenn man Piraten oder Heeren begegnet, muss man gegen diese kämpfen. Außerdem kommt es zum Kampf, wenn ein Spieler eine Stadt angreift oder eine Ereigniskarte dazu führt. Die Anzahl der gegnerischen Kampfsteine ist meistens vorgegeben, die der eigenen kann man jenseits einer geringen Grenze selbst bestimmen. So weit, so normal (vergleiche Spiele wie Risiko, Targui, Marnon und andere), dann kommt aber das eigentlich Neue an Im Zeichen des Kreuzes: Die (am Kampf teilnehmenden) Spielsteine werden alle zusammen in den Würfelturm geworfen und es ist offen, welche, das heißt wie viele in welchen Farben, wieder herauskommen! Es gewinnt natürlich die Seite, von der mehr Steine unten herauspurzeln. Wenn Steine anderer Mitspieler aus früheren Kämpfen mit herauskommen, kann man sich freuen, da diese in eigene eingetauscht werden. Bei einer Benutzung des Würfelturmes sollte man die Steine mit berücksichtigen, die sich noch im Turm befinden müssten, denn die Chancen stehen nicht schlecht, dass sie dieses Mal mit herauskommen und gegebenenfalls einen entscheidenden Einfluss auf den Ausgang des Kampfes nehmen. Jeder Spieler darf zwei Mal im gesamten Spiel "Großreinemachen": Alle Steine aus dem Turm schütteln und so für "klare Verhältnisse" sorgen. Um Städte wird aber nicht nur gekämpft. In christlichen Städten können durch die Abgabe von Schatztruhen Truppen geworben oder durch Beten die (durch Niederlagen gesunkene) Motivation der Truppen erhöht werden. Im Gegensatz dazu wird in muslimischen Städten immer geplündert, das heißt gekämpft. Als Belohnung winkt bei einer gelungenen Eroberung einer Stadt eine zunächst unbekannte Anzahl von Schatztruhen (entspricht Zahl auf der Rückseite der Stadt-Plättchen). Bei einer christlichen Stadt sinkt die Motivation immer - weil es eben eine christliche Stadt war ... Bei einer muslimischen steigt sie bei einem Sieg. Alle diese Aktionen sind allerdings nur möglich, wenn das Stadtplättchen noch vorhanden ist. Wenn die Motivation der eigenen Truppen zu sehr sinkt, gibt es empfindliche Einschränkungen, so dass man auf jeden Fall versuchen sollte, mindestens vier Motivationspunkte zu halten. Ein bisschen enttäuschend kann das Ende des Spieles werden: Es gewinnt grundsätzlich der Spieler, der Jerusalem erobert. Wenn man sich als erster einen Angriff zutraut, bekommt man zwar eine relativ hohe Belohung (fünf Truhen), allerdings hat man es durch das Beseitigen einiger Truppen den Gegnern einfacher gemacht, beim nächsten Versuch selbst Jerusalem zu erobern... Und ob man bis dahin seine Truhen überhaupt noch Mal einsetzen kann, ist fraglich. Das Spiel hängt in einem nicht unerheblichem Maß vom Glück (den Ergebnissen der Würfelturm-Einsätze und Verteilung der Bewegungskarten) ab. Allerdings bereitet es dennoch viel Spaß - zumindest uns machte es deutlich mehr Spaß als etwa "Risiko", man hat zumindest nicht das Gefühl, zu sehr "gespielt zu werden". Das Material ist sehr schön und aufwändig, es ist sogar ein Begleitheft mit "historischem Hintergrund zum ersten Kreuzzug" beigelegt. Nicht zu sehr nachdenken sollte man wohl über die Unterschiede zwischen christlichen und muslimischen Städten beziehungsweise es auf das Thema, nämlich die Kreuzzüge und das damalige Weltbild beziehen ... Die Regel könnte etwas übersichtlicher sein - beim Nachschlagen muss man immer wieder mal suchen -, geht aber noch in Ordnung.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Verlag: 
Spielerzahl: 
2 - 5
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
10
Spieldauer (Minuten): 
90
Jahrgang: 
2001
Spielkategorisierung
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