Integralis - Die große Keilerei...

eine Spielerezension von Beate und Hans Schmidt - 31.10.2005
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Integralis - Die große Keilerei... von Sphinx Spiele
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Integralis - Die große Keilerei in der Buchbinderei! Auf den ersten Blick ein ungewöhnliches Spiel: kaum auszusprechender, geschweige denn auf Anhieb zu merkender Name, ungewöhnliches Thema, eigenwilliges Design und richtig schwer ist die kleine Schachtel auch noch ... Der Blick in die Spielanleitung (22 Seiten!) zeigt: So "ganz ohne" scheint das Spielchen nicht zu sein. Dieser Eindruck bestätigt sich beim Lesen der Regel und dann auch beim Spielen.

Spielziel ist es, durch das Erfüllen von Druck-Aufträgen möglichst viel Geld einnehmen. Alle Spieler haben einen Satz von 25 Karten, von dem sie ihre Handkarten nachziehen. Ein Spielzug ermöglicht drei Aktionen: Eine Karte aufnehmen, eine Karte spielen oder ein bis drei Karten tauschen. Aufnehmen kann man Auftragskarten, Karten vom eigenen Nachziehstapel oder man darf Arbeiter wieder zurück auf die Hand nehmen. Ausspielen kann man Karten aus der Hand. Unter den Karten, die man auf der Hand hat, sind auch die "Feierabend-Karten", mit denen man eine Wertung herbeiführen kann. Wenn man vor einer Wertung an den Maschinen genügend Arbeitskräfte platziert hat, darf man die entsprechenden Arbeitsschritte auf Auftrags-Karten als erledigt markieren.

Die Vielfalt der Karten macht die Auswahl oft nicht leicht. Es gibt genug "positive" Karten (zum Beispiel Überstunden oder Vitaminpillen), aber es gibt auch "schöne" Kärtchen, mit denen man die Mitspieler gehörig nerven kann. Zum Beispiel kann man Sabotagekarten auf Maschinen legen, sodass die Maschinen ausfallen oder man schickt Arbeiter der Mitspieler in die Kaffeepause, sodass die doch glatt einfach ihre Maschine verlassen, oder man "versorgt" den Mitspieler mit einer Krankheit, wonach er aussetzen muss - besonders beliebt sind diese Karten kurz vor einer Wertungsrunde! Und: bestechen kann man fremde Arbeiter auch. Das geht - wie im richtigen Leben - mit Geld. Ständig steht man vor dem Dilemma, mehr machen zu wollen als zu dürfen.

Von den Wertungen gibt es zwei Arten: Einmal wird sofort gewertet, das andere Mal ist vorher jeder noch einmal an der Reihe. Gerade bei der zweiten Variante kann man die Mitspieler noch wunderbar ärgern, muss aber selbst auch zittern, ob man die eigenen Arbeiter alle an den Maschinen bleiben oder ob nicht doch noch einer der lieben Mitspieler eine Sabotage verübt.

Es gibt noch viel mehr Details im Spiel, die die Spieler fordern wie zum Beispiel unterschiedliche Aufträge, von denen natürlich die lukrativen schwer zu erfüllen sind. Den eigenen Kartenstapel sollte man kennen, um einschätzen zu können, ob sich ein Kartentausch lohnt, und dann ist da ja noch die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt für eine Wertung ...

Weil alle Spieler den gleichen Karten-Fundus haben, besteht auch kein zu großer Glücks- und damit "Ungerechtigkeits-Faktor", sondern es ist nur die Frage, ob man die passenden Karte gerade auf der Hand hält oder nicht. Karten-Bunkern hilft übrigens nicht, weil bei einer Wertung die Anzahl der Handkarten auf fünf korrigiert wird.

Das Spielmaterial ist von hoher Qualität, wobei das Design eine Frage des Geschmacks ist. Manche Karten könnten besser zu unterscheiden sein und die Bildchen auf den Karten sprechen auch nicht jeden an. Die Regel ist am Anfang etwas verwirrend, es wird aber alles erklärt und die Erläuterungen auf den Karten selbst machen vieles verständlich. Insgesamt handelt es sich bei Integralis um ein sehr interessantes Spiel - ein näheres Hinsehen lohnt sich auf jeden Fall!

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2 - 4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
16
Spieldauer (Minuten): 
90
Jahrgang: 
2001
Spielkategorisierung
Spielethema: 
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