Istanbul - Mokka & Bakschisch

Erweiterung

eine Spielerezension von Axel Bungart - 22.08.2016
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Istanbul - Erweiterung Mokka & Bakschisch - Foto von Pegasus Spiele
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Istanbul, das Kennerspiel des Jahres 2014, erhielt im Frühjahr 2016 eine Erweiterung namens Mokka & Bakschisch. Vier neue Orte und zwei weitere, die die alten (gleichnamigen) ersetzen, vergrößern das Spielfeld und erweitern die Funktionen.

Was kann die Erweiterung Istanbul: Mokka & Bakschisch?

Dazu kommen Tavernenplättchen, Bonus- und Gildenkarten, eine Barriere, ein Kaffeehändler sowie die themengebenden Bakschischplättchen und Kaffeesäcke (aus Holz). Viel Material, das die Aufbauzeit zunächst mal um einiges verlängert. Wie schon im Grundspiel sind sowohl das Material als auch die Spielregel wieder rundum gelungen. Wenige neue Regelseiten, ergänzt durch notwendige Erklärungen neuer Orte und Karten, halten die zusätzlichen Anforderungen im Rahmen dessen, was ein Kennerspiel von einem verlangen kann.

Hat man sich mit dem Material vertraut gemacht, verschafft man sich einen Überblick über das neue vergrößerte Spielfeld. Die vier neuen Orte (Taverne, Kaffeerösterei, Gildenhalle, Kaffeehaus) passen zunächst mal thematisch und spieltechnisch gut zusammen, sind aber teilweise auch an die alten Orte angebunden. Zumindest für die Kaffeerösterei und die Taverne braucht es Geld und/oder Waren, um deren Funktion zu nutzen. Während die Kaffeerösterei ausschließlich dazu dient, Kaffee zu erhalten, ist die Taverne eine Art Multifunktionsfeld, dessen Nutzen man sich aussuchen kann. In der Gildenhalle erhält man Karten, die man anstelle eines Spielzugs einsetzen kann.

Was macht man mit Mokka und Bakschisch in Istanbul?

Ob man eine Erweiterung als gelungen ansehen kann, liegt u. a. daran, ob sie sich gut ins Spiel integrieren lässt und ob sie dem Spiel einen Mehrwert verleiht. Um das schon mal vorweg zu nehmen: Beides trifft voll zu! Aber es ist noch mehr. Mokka & Bakschisch macht aus Istanbul ein bisschen ein anderes Spiel. Im Grundspiel hatte man schwerpunktmäßig ein paar Pflichtwege zu gehen, um möglichst schnell und damit effektiv an fünf Rubine zu kommen. Nun eröffnen sich mit der Erweiterung nicht nur andere, teils längere, Wege, sondern es bieten sich einem plötzlich ganz andere strategische Möglichkeiten, um zum Ziel zu kommen. Welche das in einer Partie sind, ist in erster Linie von der Anordnung der Orte abhängig. So kann man durchaus den Großteil seiner - nun sechs erforderlichen - Rubine ausschließlich mit den neuen Orten sammeln, wenn diese entsprechend ausliegen. Eines der beiden neuen Tavernenplättchen, die wie die Moscheeplättchen funktionieren, gibt einem u. a. die Möglichkeit, in einer Reihe oder Spalte nun uneingeschränkt weit zu ziehen. Alleine das muss bei allen Spielern ein Um- und Mitdenken bewirken, sofern man den betreffenden Spieler nicht ungehindert gewähren lassen möchte. Eine Möglichkeit der Einschränkung ist übrigens eine Sperre, die den Weg zwischen zwei Plättchen behindern kann (außer für den Besitzer der Sperre). Da Umwege bei Istanbul auch mit der Erweiterung zu vermeiden sind, kann die Sperre sehr effektiv sein.

Die Gildenkarten können als eigener Spielzug ausgespielt werden. Bis auf eine Ausnahme bewegt man dafür aber seinen Kaufmann nicht, was zunächst als Nachteil empfunden wird. Aber zum richtigen Zeitpunkt eingesetzt, wird aus dem (sowieso nur) gefühlten Nachteil ein Vorteil, so zum Beispiel, wenn man damit einen Zug lang warten kann, bis ein gewünschter Ort wieder frei und damit kostenlos zu betreten ist.

Man kann auch mit der Erweiterung Istanbul auf die althergebrachte Art gewinnen. Aber nur wer Kaffee hat, kann sich die neuen Elemente leisten, die einem einen zum Teil enormen Vorteil bringen. Letztlich ist auch das der Grund, warum die Istanbul-Erweiterung das Spiel weder zwingend noch wesentlich verlängert. Die Spieldauer ist wie schon beim Grundspiel davon abhängig, wie die Orte zueinander liegen und wie gut damit Zugketten aufgebaut werden können.

Mokka & Bakschisch hat mir sehr gut gefallen, weil es das Spiel zwar anders macht aber eben nicht so anders, dass es nicht mehr Istanbul wäre. Es wird noch spannender, noch vielseitiger, aber es bleibt übersichtlich, was die Regeln betrifft. Das macht (wieder) neugierig auf neue Partien.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieleautor: 
Grafik: 
Spielerzahl: 
2-5
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
10
Spieldauer (Minuten): 
40-60
Jahrgang: 
2015
Spielkategorisierung
Spielefamilie: 
Spielethema: 
Spielegattung: 
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