Katarenga

eine Spielerezension von Alexandra Fauth - 11.05.2018
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Katarenga - Foto von Huch
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Nicht nur Schach-Liebhaber mögen die kurzweiligen, taktisch anspruchsvollen Duellspiele, für die HUCH! unter anderem bekannt ist. Mit Katarenga von David Parlett kommt nun ein Spiel, das sich auffallend stark an die Klassiker anlehnt und doch ein eigenständiges Spielerlebnis bietet. Ebenso einfach und dabei taktisch tiefgehend (und mit ebenso mysteriös-abstrakt klingendem Namen) wie Carnac oder Kamisado erinnert Katarenga bereits optisch stark an Schach – und so spielt es sich auch. Katarenga in einem Satz? Eine gelungene Schach-Neuversion mit einem Hauch von Dame. Selbstredend, dass vor allem Schachliebhaber hier auf ihre Kosten kommen.

Wie wird das Strategiespiel Katarenga gespielt?

Das Ziel ist, die gegnerische Grundlinie zu erreichen. Allerdings nicht, um so eine Dame zu bekommen, sondern um eine der Figuren in das gegnerische Lager (den Bereich hinter der Grundlinie) vorrücken zu lassen. Dafür ist ein separater Zug notwendig. Sobald man das mit zwei Figuren geschafft hat, ist das Spiel gewonnen.

Der Rest des Spiels ist stark an Schach angelehnt – bis in die Details der einzelnen Spielzüge. Der entscheidende Unterschied: Anders als beim Schach sind die Zugmöglichkeiten nicht an die verschiedenen Figuren gebunden, sondern an die Spielfelder. Je nachdem wo eine Figur steht, kann sie sich unterschiedlich bewegen: als Turm, Springer, Läufer oder König. Die uneingeschränkte Bewegungsfreiheit der Königin gibt es bei Katarenga nicht. Und auch sonst endet der Zug einer Figur spätestens, wenn sie auf ein Feld trifft, das ihrem Ausgangsfeld entspricht. Vom Turmfeld aus kann man also nicht in gerader Linie bis ans andere Ende des Spielfelds ziehen, sondern maximal bis zum nächsten Turmfeld. Ach ja, und schlagen kann man die gegnerischen Figuren natürlich auch.

Wie gut ist das Strategiespiel Katarenga?

Diese Mechanismen erinnern dabei nicht nur an die Klassiker Schach und Dame, sondern auch an andere abstrakte Duellspiele für zwei Personen (nicht nur von HUCH!). Wie bei Kamisado muss die gegnerische Grundlinie erreicht werden, wie bei Onitama richtet sich die Laufrichtung nicht nach der Art der Figur, sondern nach einer Karte bzw. in diesem Fall dem Spielfeld. Direkte Wechselwirkungen mit dem Zug des Gegners gibt es aber bei Katarenga, anders als bei Kamisado und Onitama, nicht. Stattdessen beeinflusst man den eigenen Folgezug.

Durch den ständigen Wechsel der Figurenzuordnung erfordert Katarenga ein hohes Maß an Aufmerksamkeit. Leicht rutscht man in die gewohnte Schachdenkweise und plant die Züge einer Figur (bei den eigenen und denen des Gegners) mit demselben Bewegungsschema für den Folgezug. Dann steht die Figur aber vielleicht schon wieder auf einem anderen Feld. Das erschwert es auch, die Zugmöglichkeiten des Gegners vorauszuberechnen.

Beeinflussen kann man diese übrigens trotzdem – ganz klassisch direkt über die eigenen Figuren, wie bei Schach oder Dame. Es gilt, den Gegner so in die Enge zu treiben, dass man ihm möglichst viele Figuren wegnehmen kann – wer weniger als zwei Figuren übrighat, kann schließlich nicht mehr gewinnen. Oder aber man pirscht sich immer weiter voran, bis man – heimlich, still und leise – die gegnerische Grundlinie erreicht hat (zweimal, versteht sich). Hier zeigt sich auch die deutliche Ähnlichkeit zu Schach: Langsames Aushungern oder Räuberschach, beides funktioniert bei Katarenga ebenso wie beim Klassiker.

Die Spielfiguren sind – wie man es von HUCH! gewohnt ist – hochwertig und liegen gut in der Hand. Und auch für den Wiederspielreiz ist gesorgt: Ähnlich Carnac mit seinen drei Spielfeldgrößen kommt Katarenga mit unterschiedlichen Spielfeldkonstellationen daher. Vier beidseitig bedruckte einzusetzende Spielfeldteile stellen sicher, dass das Spielfeld jedes Mal anders aussieht und die Herausforderung immer wieder aufs Neue besteht. Allerdings ist dies auch der Wermutstropfen des ansonsten empfehlenswerten Duellspiels. Durch den Zufallsaufbau kann ein Ungleichgewicht in der Ausgangssituation entstehen; je nach Feldverteilung bekommt einer der Spieler einen Vorteil, für den es keinen expliziten Ausgleichsmechanismus gibt. Die Spielanleitung empfiehlt lediglich, auf einen ausgeglichenen Aufbau zu achten, sobald man Katarenga besser kennt. Schade, das geht besser – gerade beim Kennenlernen eines Spiels möchte man ja ein ausgeglichenes, faires Spielerlebnis. Zumindest ein empfohlener Startaufbau wäre schön gewesen.

Video: 

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
8
Spieldauer (Minuten): 
20
Jahrgang: 
2017
Spielkategorisierung
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