Kayanak

Angeln, Eis & Abenteuer

eine Spielerezension von Claudia Grothe - 04.10.2014
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Kinderspielklassiker Kayanak - Foto von Haba
Lesezeit: ca. 4 Minute

Kayanak ist eine Neuauflage des bereits 1998 auf dem Markt erschienen, gleichnamigen Kinderspiels von Haba. Damals waren es kleine Eskimos die umherzogen, mit ihren Pickeln Löcher in das Eis schlugen und darin angelten. Heute sind es Eisbären. Sicherlich sind Inuit wesentlich authentischer, zumal Eisbären erstens keine Fische fangen sondern Robben und zweitens weder Eispickel noch Angel dazu benutzen. Dafür sind Eisbären seit Knut voll im Trend, und sie sehen auch wirklich allerliebst aus.

Wie wird das Kinderspiel Kayanak gespielt?

Das Spielprinzip von Kayanak ist unverändert geblieben. Ins Schachtelinnere werden fünfundsiebzig kleine Stahlkugeln (die Fische) geschüttet. Anschließend wird der Karton leicht hin und her geschwenkt, so dass sich die Kugeln verteilen und in den kleinen Vertiefungen im Schachtelboden liegen bleiben. Auf den Kartoneinsatz kommt der eigentliche Spielplan: Zwei Kartonplatten mit identischen Löchern zwischen die ein A4 Blatt gelegt wird. Das Papier bildet nun also die Eisschicht auf den Angellöchern. Das Prinzip ist einfach genial: Ein Blatt Papier reinlegen und schwupps - sind alle Löcher zugefroren!

Nachdem jeder Spieler seinen Eisbären auf ein beliebiges Loch gestellt hat, kann es losgehen. Der Aktionswürfel entscheidet, was der Spieler machen kann. Bei einem Eisbären darf die Figur weiterziehen, bei der Spitzhacke darf man das Eis der angrenzenden Löcher aufhacken (mit dem Pickel an der Angelunterseite das Papier durchstoßen), und beim Fisch darf geangelt werden. Die Anzahl der Punkte neben den entsprechenden Symbolen gibt an, wie oft die jeweilige Aktion durchgeführt werden darf. Einige Seiten des Würfels zeigen einen Stern. Er ist eine Art Joker, da man sich hier aussuchen darf, was man tun möchte. Sind alle Aktionen aufgebraucht, beziehungsweise keine weiteren mehr möglich, ist der nächste Spieler am Zug. Wer als erstes zehn Fische aus dem Eis zieht, gewinnt das Kinderspiel ab 4 Jahre.

Variante für spielerfahrene Kinder

In der Variante für Fortgeschrittene kommt zum Aktionswürfel noch ein Wetterwürfel hinzu. Wenn Tauwetter einsetzt, können Eisschollen unbetretbar werden. Wer das entsprechende Symbol würfelt, darf ein Nicht-Betreten-Plättchen auf eine freie Eisscholle legen oder auch ein vorhandenes wieder entfernen. Liegt ein solches Plättchen auf einer Scholle darf man diese zwar nicht mehr betreten, aber man kann immer noch von Nachbarschollen aus in den Eislöchern angeln. Ein Eiskristall lässt Wasserlöcher zufrieren. Dazu wird ein Eiskristallplättchen auf ein beliebiges Wasserloch gelegt. Hier kann man jetzt zwar weder angeln noch hacken, dafür kann man ganz normal über diese Felder hinweg ziehen. Gibt es keine Wetteränderung, zeigt der Wetterwürfel nur Punkte, die man zu denen des Aktionswürfels hinzuzählt. Bei dieser Variante braucht man fünfzehn Fische um zu gewinnen.

Lohnt sich der Kauf von Kayanak?

Jeder kennt Angelspiele; ein hoher Karton in dem Fische und allerlei Unrat liegen, die man mit etwas Geduld und Geschick herausfischen muss. Was für kleinere Kinder Anfangs noch recht spannend ist, wird schnell langweilig und verstaubt dann in irgendeiner Ecke. Doch es geht auch anders! Mit Kayanak hat Peter-Paul Joopen gezeigt, das auch Angelspiele langanhaltend für Spaß im Kinderzimmer sorgen können. Das ist ihm so gut gelungen, dass Kayanak mehrfach ausgezeichnet wurde. Und das zu recht, denn es ist eine überaus gelungene Kombination aus Angelspiel und Würfelglück. Nun ist dieses tolle Kinderspiel in altbewährter Spielweise und neuem Design wieder erhältlich. Und es lohnt sich nach wie vor es in seine Spielesammlung aufzunehmen.

Tolles Kinderspiel

Die Ausstattung ist sehr hochwertig. Figuren und Angel sind aus Holz, wie auch die kleinen Zuber, von denen jeder Spieler einen in seiner Farbe erhält, um die gefangenen Fische darin zu sammeln. Auf die sollte man auch gut aufpassen, da sie sehr klein sind und schnell verloren gehen können. Sogar Papier für die ersten Spiele ist enthalten. Wirklich vorbildlich! Und wer die Umwelt etwas schonen will, kann seinen Kindern ja die Werbebriefe und Infoschreiben geben, die täglich den Briefkasten verstopfen. Die sind meist eh nur einseitig bedruckt und können ruhig ein paar Löcher bekommen, bevor sie im Altpapier landen.

Wenn es überhaupt einen Kritikpunkt gibt, dann, dass es beim Vorgänger einen sehr informativen kleinen Text über die Inuits gab, während es bei der Eisbärenversion nur noch eine fiktive Angelwettbewerb-Geschichte ist. Aber das mindert den unglaublichen Spaß, den das Eisaufhacken und anschließende Angeln mit sich bringt, nicht im Geringsten.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2-4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
4-99
Spieldauer (Minuten): 
10-15
Jahrgang: 
2013
Spielkategorisierung
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