Kazaam Dice

eine Spielerezension von Ralf Schallert - 09.05.2010
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Kazaam Dice von Reich der Spiele
Lesezeit: ca. 4 Minuten

Immer mehr, vorwiegend ausländische, Spielverlage, welche in Deutschland ihre Spiele veröffentlichen, haben nicht nur die angenehme Eigenschaft, die derzeitige Spiellandschaft um neue und unverbrauchte Ideen zu bereichern. Nein, gleichzeitig bieten sie auch jungen Spieleautoren, als Alternative zum Eigenverlag, ein Sprungbrett und eine dankbare Plattform für deren erste Projekte. So auch in diesem Fall. Die beiden deutschen Autoren heuerten beim mittlerweile in Deutschland gut bekannten polnischen Verlag Wolffang an und präsentieren dem Publikum vor dem Hintergrund des Spiels Kazaam, mit dem hier vorliegende Kazaam Dice, ein schnelles, einfaches Würfelspiel.

Bis zu vier Spieler schlüpfen wieder in die Rollen von Alchemie-Gesellen bei Meister Ambrosius. Die Zeit als Schüler ist vorbei, die aus dem Spiel Kazaam bekannten Prüfungen sind bestanden. Nun geht es daran, unter der Aufsicht des Meisters immer bessere und mächtigere Hommunkuli zu erschaffen. Doch die wertvollen Zutaten dafür sind knapp.

Vor den ersten Wettstreit wird jedoch die Arbeit gestellt. Ist das Regelstudium vergleichsweise einfach und geht schnell vonstatten, muss anderswo ordentlich zugegriffen werden. Immerhin 32 jungfräulich weiße Kunststoffwürfel gilt es, allseitig mit bunten Aufklebern zu verzieren. Danach wird das Spielbrett zusammengefügt, welches das Labor des Meisters Ambrosius veranschaulichen soll. Auf einem sieben mal sieben Felder großen großen Grundrissraster finden sich hier, bunt gemixt, die Abbildungen der verschiedenen Hommunkuli. Jeder Adept startet in einer Ecke des Spielfeldes, die vier Lieblingszutaten aller werden nach einem bestimmten Schema auf dem Spielbrett verteilt. Zudem steht die Spielfigur des Meisters Ambrosius in der Mitte des Spielfeldes und überwacht das muntere Treiben. Um ihn herum sind weitere alchemistische Zutaten angeordnet, deren Besitz gewisse Boni verspricht. Nun gilt es, als erster eine ununterbrochene Kette aus Hommunkuli-Würfeln vom Startort des Adepten bis zu seiner Lieblingszutat zu schaffen.

Die zugehörige Vorgehensweise ist einfach. Jeder Adept würfelt mit zwei Hommunkulus–Würfeln. Anschließend darf er einen davon auf ein zugehöriges Feld einsetzen oder einen, bereits auf dem Spielfeld liegenden, entsprechenden Würfel über eine Kante auf ein benachbartes freies Feld kippen. Würfelt der Adept einen Pasch, kann er außerdem Meister Ambrosius bewegen, um ein bestimmtes Feld zu blockieren oder den Hindernis-Marker legen, um eine Kette von Hommunkuli anderer Spieler zu unterbrechen. Sobald eine Hommunkuli-Kette vom Startplatz des Adepten bis zu einem in der Mitte liegenden Zutaten-Chip reicht, darf der Spieler sich diesen nehmen. Damit ist es zum Beispiel möglich einen Extrazug zu machen, einen Würfelwurf dessen Ergebnis nicht passt, noch einmal auszuführen oder den Chip einfach zu behalten und am Ende des Spiels in Siegpunkte umzuwandeln.

Hat der erste Spieler seine Lieblingszutat über eine ununterbrochene Kette von Hommunkuli erreicht, endet das Spiel sofort. Nun werden nach einem bestimmten Schema die Siegpunkte ausgezählt. Dabei muss nicht unbedingt der Spieler gewonnen haben, welcher das Spiel beendet hat.

Kazaam Dice ist ein schnelles Würfel- und Legespiel, in welchem allerdings der Glücksfaktor, bedingt durch die vielen Würfel, eindeutig überwiegt. Vom Verlag geschickt im Kaazam Universum angesiedelt, sollen so sicher auch beabsichtigt, Synergien freigesetzt werden. Zum einen werden sich Kazaam-Fans für dieses Spiel interessieren und andere Spieler, welche Kazaam Dice mögen, werden so vielleicht auch auf das Ur-Spiel Kazaam aufmerksam. Zu vergleichen sind die Spiele allerdings nicht miteinander.

Die Grafik von Kazaam Dice ist nett, wenn auch für meinen Geschmack zu überladen und zu bunt. Insbesondere die kleinen Symbole auf den Würfeln sind verwirrend und benötigen somit eine gute Ausleuchtung, beispielsweise um zu überprüfen, in welche Richtung die Würfel gekippt werden sollten. Kinder werden die Kombination aus Würfeln und ein bischen Taktik, besonders vor dem Hintergrund des historisch angehauchten Fantasy-Ambientes, recht nett finden, für ambitionierte Spieler ist das Spiel zu anspruchs- und belanglos. Aus vorgenannten Gründen ist das Spiel leider nur als Familienspiel oder für Wenigspieler zu empfehlen.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spielerzahl: 
2 - 4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
6
Spieldauer (Minuten): 
20
Spielkategorisierung
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