Knätsel?!

Was kann das sein?

eine Spielerezension von Markus Nussbaum - 14.07.2015
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Knetspiel Knätsel - Foto von Kosmos
Lesezeit: ca. 4 Minuten

Mit Knätsel hat Klaus Teuber seinem Spiel des Jahres 1988 Barbarossa und die Rätselmeister eine aktuelle Überarbeitung vorgelegt. Wie damals geht es auch heute noch in erster Linie um das Kneten von Begriffen und das Erraten derselben. Allerdings ist neben dem optischen Erscheinungsbild auch das Regelwerk stark überarbeitet worden. Ich kenne die Varianten dieses Spiels von Kosmos nicht, daher kann ich nur gegen das Ur-Spiel vergleichen, aber mir macht die neue Variante deutlich mehr Spaß. Das liegt vor allem an der Spieldauer, die im Vergleich zum Vorgänger deutlich reduziert wurde. Wo man früher bei den Spielaktionen vom Würfelglück bzw. der Anzahl seiner Elfensteine abhängig war, ist die Zeit pro Spielzug heute für alle nahezu identisch. Das liegt auch daran, dass man nicht mehr so viele Fragen zu jedem Begriff stellen darf, sondern auf zwei Fragen beschränkt ist.

Wie wird Knätsel gespielt?

Aber der Reihe nach. Wenn man den runden Spielplan entfaltet, macht dieser zunächst aufgrund der tristen Grautöne nicht so viel her. Aber die Farbe soll ja durch die Kneträtsel – kurz Knätsel – ins Spiel kommen. Dafür sorgt die beiliegende Softknete in sechs knalligen Farben, darunter auch ein leuchtendes – na ja - Grau. Die Knete ist wirklich schön weich und muss nicht wie früher erst stundenlang in eine formbare Konsistenz geknetet werden. Dafür gibt es schon mal einen Pluspunkt (auch wenn in meinen Runden schon der ein oder andere das leicht „fettende“ Gefühl bemängelt hat). Auf den ersten Blick wirken die Kneteklumpen recht klein für die geforderten zwei (bei drei Spielern drei) Rätsel, aber das täuscht.

Nun sucht sich jeder Spieler die Begriffe seiner Wahl aus einer Liste von Vorschlägen aus, die sich auf den Rückseiten der willkürlich gezogenen Knetunterlagen befinden. Zumindest in den ersten Partien ist das sinnvoll, später kann man sich auch selbst Begriffe ausdenken. Und dann wird geknetet und die Ergebnisse werden auf dem Spielplan auf den Knätselfeldern deponiert. Diese Felder werden von kleinen Hinweisfeldern umrundet, die durch Verschieben einer Scheibe im Uhrzeigersinn aktiviert werden.  Wenn man dran ist, verschiebt man die Scheibe auf das nächste Feld und darf dann je nach Art des Feldes entweder zwei Fragen stellen oder um Bekanntgabe eines der ersten fünf Buchstaben des Lösungsbegriffs bitten (auf dem letzten Feld hat man die Wahl). Offene Fragen sind dabei verboten, d. h., man darf sie nur auf vier mögliche Arten beantworten können („Ja, „Nein“, Eventuell“ und „Nicht eindeutig zu beantworten“).

Des Rätsels Lösung: die Wertung bei Knätsel

Als Gimmick liegt dem Spiel ein Ratetrichter bei, der zunächst vor Spielbeginn zusammengesetzt werden muss, sich dann aber wunderbar in der Schachtel verstauen lässt. Mit Hilfe dieses Trichters wird entschieden, wer bei zeitgleichen Lösungsversuchen die Nase vorn hat, in dem jeder Spieler Ratesteine hineinwirft, wenn er ein Knätsel lösen will. Der Spieler, dessen Stein beim Herausfallen am weitesten vorne liegt, darf das Rätsel lösen. Hierzu waren im alten Spiel die Fluchsteine nötig, die aber nur während bestimmten Spielephasen eingesetzt werden durften. In der Neuauflage darf man nun zu jedem Zeitpunkt die Lösung eines Rätsels versuchen, auch wenn man selbst nicht am Zug ist.

Rät man korrekt, dann darf man seine Spielfigur auf einer Leiste nach vorne bewegen, und zwar so viele Felder, wie grüne Pfeile auf dem Ausgangsfeld vorhanden sind. Rät man falsch, muss man entsprechen der Anzahl von roten Pfeilen auf dem Ausgangsfeld zurückziehen. Und genau wie im alten Spiel wird der Ersteller des Knätsels belohnt, wenn er den Begriff nicht zu schwer und nicht zu leicht gestaltet hat. Entsprechend der Nummerierung der Hinweisfelder, auf denen sich die Scheibe zum Zeitpunkt der Lösung befindet, darf sich der Gestalter nun 0 bis 3 Felder vorbewegen.

Für die Buchstabenhinweise hat der Verlag einen kleinen Block dazugelegt, auf den man die Buchstaben notieren kann und der für alle Spieler zu jeder Zeit sichtbar ist (auch dies ein Unterschied zum Ur-Spiel). Diese Zettel reichen bestimmt für zahlreiche Partien. Falls der Block doch einmal aufgebraucht sein sollte, kann man sich auf der Verlagsseite eine PDF-Vorlage zum Ausdrucken herunterladen (s. u.).

Am Ende siegt der Spieler, der mit seiner Figur als erster das Zielfeld erreicht. Im Fall, dass alle anderen Rätsel bereits gelöst wurden, wenn man an die Reihe kommt, gewinnt alternativ der Spieler, dessen Figur am weitesten vorne steht.

Wie gut ist das Brettspiel Knätsel?

Knätsel ist eine zeitgemäße und überaus gelungene Modernisierung des Klassikers von Klaus Teuber. Die eingangs genannten Optimierungen der Regeln führen meiner Meinung nach zu einem wesentlich flüssigeren Spiel, dass bei uns sicher noch oft auf den Tisch kommen wird.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Grafik: 
Spielerzahl: 
3-6
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
ab 10
Spieldauer (Minuten): 
40
Jahrgang: 
2015
Spielkategorisierung
Fotos
Spieleschachtel Knätsel - Foto von Kosmos
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