Knapp daneben

eine Spielerezension von Riemi - 31.10.2005
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Knapp daneben von haba
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Wikinger sind sehr darauf bedacht gewesen sich körperlich fitt zu halten. Damit das auch Spaß macht, wurden Wettkämpfe ausgetragen. Bei Knapp daneben kommt neben dem Körper auch der Geist zum Einsatz und das Ganze passt zudem in eine kleine Spieleschachtel.

Zugegeben, viel ist es nicht, was zum Spiel gehört. Gerade mal fünf farbige Holzfiguren und sechzig große Karten liegen in der Schachtel. Die Karten haben es dafür aber in sich, sie geben vor, welche Holzfigur zu schnappen ist. Denn nur, wer die richtige Figur in den Händen hält, darf sich zur Belohnung die Karte nehmen. Fünf davon reichen zum Sieg. Hört sich einfach an? Im Prinzip ja, aber so einfach ist es dann doch nicht.

Die Karten sind dreifach unterteilt. Sie zeigen jeweils eine Figur in der richtigen oder falschen Farbe vor einem zweifarbigen Hintergrund. Wenn Farbe und Figur auf der Karte mit der Holzfigur auf dem Tisch übereinstimmen, muss blitzschnell die entsprechende Figur genommen werden. Das wäre die einfache Variante. Wehe, man deckt eine Karte mit der falschen Figurenfarbe auf. Dann hat die gesuchte Holzfigur nämlich eine andere Form. Außerdem ist die Farbe der gesuchten Holzfigur nicht auf der Karte zu sehen. Zu schwer? Im Prinzip nein, aber so einfach ist es dann auch hier wieder nicht.

Am besten man geht gemeinsam vor Beginn des Spiels die Möglichkeiten mit den Kindern durch. Aller Anfang ist schwer. Innerhalb weniger Minuten ist das Eis aber gebrochen und man fiebert der neuen Karte entgegen. Bei den "schwierigen" Karten (die mit den falschen Farben) kann es ein paar Sekunden dauern, bis Auge und Gehirn die richtige Holzfigur zuordnen. Meistens (aber nicht immer) sind die Kinder in ihrer Auffassungsgabe schneller. Als Erwachsener behilft man sich dann mit einem kleinen Trick. Einfach mal so tun, als wenn man die Holzfigur entdeckt hat und scheinbar zugreifen. Zack, schon hat ein Kind die vermeintlich erkannte Holzfigur in der Hand. Wer eine falsche Figur in den Händen hält, darf erst wieder mitmachen, wenn die nächste Karte aufgedeckt wird. Wenn mehr als eine Person daneben greift, bekommt keiner die Karte. Aber Vorsicht, dieser Trick klappt nicht immer.

Nach etwa fünf Minuten ist ein Spiel vorbei. Unabhängig von der Personenzahl werden Wiederholungen immer wieder gefordert, so werden sechs oder mehr Partien hintereinander gespielt, ohne dass sich jemand in der Spielrunde langweilt. Und das ist die eigentliche Überraschung. Denn wer sich die Regeln vorher durchliest, kommt nicht auf den Gedanken, dass das Spiel wirklich Spaß machen kann. Erst in der Spielpraxis offenbart sich dieses schöne Spiel.

Wenn man das Haar in der Suppe sucht, könnte bemängelt werden, dass die zwei Wikingerfiguren im Aussehen nicht ganz mit den Kartenfiguren übereinstimmen. Nach ein, zwei Runden Knapp daneben hat sich aber jeder an die Unterschiede gewöhnt und kann problemlos die Figuren zuordnen.

Knapp daneben können Kinder und Erwachsene gut zusammen spielen. Eltern müssen sich hier nicht zurücknehmen. Im Gegenteil, kämpfen ist angesagt.

 

Spieleinfo

Verlagsangaben
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2 - 8
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
6
Spieldauer (Minuten): 
5
Spielkategorisierung
Spielethema: 
Spielegattung: 
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