Krieg und Frieden

eine Spielerezension von Rainer Fieseler - 31.10.2005
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Krieg und Frieden von Reich der Spiele
Lesezeit: ca. 3 Minuten

"Für hart gesottene Spieler" steht auf dem Titelblatt der Regel. Und das stimmt auch. Wer eher ruhige und gewaltfreie Spiele mag, wird es nicht schätzen, wenn zum Beispiel gegnerische Ritter mordend und brandschatzend durch das eigene Territorium ziehen und sollte sich lieber einem anderen Spiel zuwenden.

Zentrales Thema des Spiels ist der Bau einer Kathedrale. Die königlichen Siegel, die es dabei zu gewinn gibt, bestimmen letztlich den Sieger bei Krieg und Frieden. In mehreren Jahren wird nach und nach die Kathedrale errichtet, und wenn sie fertig ist, endet das Spiel.

Jedes Jahr teilt sich in die natürlichen Jahreszeiten. Im Winter wird mittels einer Schicksalskarte bestimmt, was im nächsten Jahr passiert: Steuern, Hungersnot, Aufruhr oder Krieg (was anderes gibt es nicht, es sind halt harte Zeiten). Spieltechnisch bestimmt das Schicksal die Wertigkeiten der Machtkarten bei der Versteigerung des Postens als "Königlicher Berater". Außerdem gibt ein Symbol an, ob in dem betreffenden Jahr an der Kathedrale gebaut wird oder nicht. Sollte es einem Spieler überhaupt nicht gefallen, was da als Schicksalskarte ausliegt, kann er sie durch Abgabe eines Siegels noch ändern.

Der Frühling ist die Zeit der Abstimmung: Wer wird in dieser Runde "Königlicher Berater"? Nur der kann auch Siegel gewinnen. Genau eins (zuzüglich eines Privilegs), wenn nicht gebaut wird oder, wenn doch gebaut wird, eine im Lauf des Spiels zunehmende Anzahl von Siegeln, die sich noch steigern lässt, wenn man Bauleute einsetzen kann, das heißt wenn man Bauhütten hat.

Im Sommer kommt es zu Bauaktionen: Bauernhäuser oder Bauhütten kann man errichten, wird aber (insbesondere als führender Spieler) auch den neidischen Augen der Mitspieler ausgesetzt sein, die mit Vorliebe die eigenen Militärkräfte per Bestechung außer Gefecht setzen, um dann über das wehrlose Land herzufallen und die mühsam errichteten Gebäude wieder einzureißen.

All dass wird durch die Machtkarten gesteuert, von denen man folglich nie genug haben kann. So gibt es im Herbst Nachschub, der aber auch hier kärglich ausfällt: Eine Karte immer, für jedes Privileg eine weitere, und ebenso eine je zwei Bauernhäuser. Da heißt grundsätzlich gut haushalten!

Überhaupt birgt das Spiel eine ganze Reihe von strategischen und taktischen Entscheidungsmöglichkeiten, und man wird es in der ersten oder zweiten Partie kaum durchschauen. Die Regel ist gut überschaubar und lässt keine Frage offen. Das Material ist ansprechend und lädt direkt zum Spielen ein.

Dennoch ist ein Fazit schwierig, denn es gibt bei Krieg und Frieden spannende Partien, in denen um jedes Siegel hart gekämpft wird, bis schließlich ein verdienter Sieger feststeht. Andere Spiele plätschern nur so vor sich hin, und irgendwann hat jemand gewonnen, doch warum weiß niemand so recht. Und so mögen manche Leute das Spiel aus Angst vor solchen Partien gar nicht, andere aber bringen es in der Hoffnung auf ein gutes Spiel immer wieder auf den Spieltisch.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
3 - 4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
12
Spieldauer (Minuten): 
90
Jahrgang: 
1999
Spielkategorisierung
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