Le bois des Couadsous

eine Spielerezension von Jörn Frenzel - 25.10.2015
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Le Bois des Couadsous - Foto von Jeux Opla
Lesezeit: ca. 3 Minuten

Da läuft man so über die Spielemesse in Essen und stellt fest, dass vieles nicht in Deutsch erklärt wird. Gerade die Kleinverlage sind oft fremdsprachig, sodass diese oft wegen der eigenen fehlenden Fremdsprachenkenntnisse links liegen gelassen werden. Doch dann: In Halle sieben bleibe ich an einem Tisch hängen, wo zwei Frauen herzhaft lachen und mit dem ganz bestimmten glücklichen Lachen vom Spieltisch gehen. Also nichts wie ran da, auch wenn das Spiel nach einem Memo aussieht und das ja eher die Kleinen anspricht. Wer des Französischen mächtig ist, sollte die Anleitung gut genug verstehen.

Beim Familienspiel Le bois des Couadsous von Blaise Muller (Jeux Opla) gibt es nur neun beidseitig bedruckte Karten - mit Pilz, Blatt oder Stein in drei verschiedenen Farben. Diese legt man im 3 x 3-Muster aus und außen herum zwölf Haselnusskarten, von denen manche eine oder eben zwei Haselnüsse zeigen. Jeder besitzt eine Eichhörnchenkarte, die er nach Belieben hinter eine Haselnusskarte legt. Damit erhebt man Anspruch auf die Haselnusskarte der anderen Seite. Die Eichhörnchenkarte hat entweder Farben oder umseitig Symbole, die den Spielkarten entsprechen.

So wird Le bois des Couadsous gespielt

Wer an der Reihe ist, versucht die Haselnusskarte am Ende der anderen Reihe zu erhalten. Dazu muss man die drei Symbolkarten vor einem vorhersagen und zwar immer die andere Seite der Karte. Das heißt: entweder die Farben oder die Symbole. Gelingt das bei der ersten Karte, kann man mit der zweiten Karte weitermachen und, wenn man am Ende die dritte Karte errät, bekommt man die Haselnuss am Ende der Reihe. Wenn eine Vorhersage nicht stimmt, geht das Spiel an den nächsten weiter. Wenn man eine Haselnuss ergattert hat, schiebt man seine Eichhörnchenkarte entweder eine Reihe nach links oder rechts und macht dort weiter. Alle anderen Spieler müssen nun ihre Eichhörnchenkarte umdrehen und dann die Symbole oder eben Farben vorhersagen. Dabei wird immer mit der ersten Karte begonnen! Wer zuerst fünf Haselnüsse hat, gewinnt. Sollte man mehr Haselnüsse bekommen, gibt man zwei Karten wieder ab, denn es gilt eben, genau fünf Haselnüsse zu haben.

Wie gut ist Le bois des Couadsous

Das klingt leicht, ist es aber gar nicht. Da hat man eben noch die Farben gewusst und muss auf Symbole umsteigen. Das ist extrem witzig, da man sich erstaunlicherweise doch nicht alles merken kann. Es gibt also immer wieder viele Aha-Effekte, denn erstens kommt es anders und zweitens, als man denkt ...

Ich bin kein Memofan, aber bei diesem Spiel habe ich gehörigen Spaß. Es sind nur neun Karten, aber Hirnverzwirblung ist angesagt und es entsteht irgendwie immer ein witziger Moment. Eben war ich noch sicher: Es ist ein Stein! Und es folgt dann: ein Blatt! Hardcoregegner von Memo-Spielen werden auch hier nicht ihren Spaß finden, aber für alle anderen ist es ein willkommener Anfang eines Spieleabends und - wenn es nicht zu spät ist - auch ein würdiges Ende. Doch dann muss das Gehirn noch mal arbeiten, aber auch das dauert nicht länger als 20 Minuten. Also, wer ein kleines witziges Mitbringsel für die ganze Familie sucht und dieses Spiel irgendwo im Handel findet (ob in Frankreich oder hier), sollte sich dieses feine Gesellschaftsspiel holen. Es nimmt nicht viel Platz im arg gequältem Regal weg. Und nicht vergessen: Lachen ist gesund, erst recht, wenn man spielt!

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2-4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
6
Spieldauer (Minuten): 
10-20
Jahrgang: 
2015
Spielkategorisierung
Spielethema: 
Spielegattung: 
Fotos
Le Bois des Couadsous Spielsituation - Foto von Jörn Frenzel
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