Legenden von Camelot

eine Spielerezension von Axel Bungart - 30.09.2007
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Legenden von Camelot von Reich der Spiele
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Lesezeit: ca. 3 Minuten

Mit Legenden von Camelot sind nicht die Geschichten gemeint, die man sich um die Ritter der Tafelrunde erzählt, sondern König Artus, Lancelot und all’ die Figuren, die als Helden in ihnen leben. Mit einer handvoll Helden (-karten) wird jeder Spieler ausgestattet und versucht, an (mindestens) drei Orten Aufgaben zu erfüllen und nach einer vorgegebenen Zahl an Runden als Sieger zu glänzen.

Drei Hauptorte werden anfangs des Spiels ausgelegt: Camelot, Cornwall und der Wald. Zu Beginn jeder Runde zieht der aktive Spieler eine Ereigniskarte, die (meist) an einen dieser Orte gelegt wird. Die Karten zeigen Anforderungen, die durch die Eigenschaften der anwesenden Ritter und sonstigen Helden erfüllt werden müssen. Sodann darf ein Spieler die Sondereigenschaften seiner bereits ausgelegten Helden nutzen. Das ist in den ersten Runden weniger ausgeprägt, später jedoch ist dies ein sehr wichtiges Element des Spiels. Kann ein Spieler dann anhand seiner sechs Charaktereigenschaften die Anforderungen eines der ausliegenden Ereignisse erfüllen, darf er sich dieses nehmen, womit in der Regel Siegpunkte erzielt werden. Schließlich darf der Spieler noch zwei Kartenaktionen ausführen, was bedeutet, er darf bis zu zwei Karten nachziehen, auslegen oder mit ausgelegten Karten von einem Ort zum andern wandern. Wer auf diese Weise die meisten Siegpunkte erzielen kann, gewinnt.

Das Herzstück des Spiels sind die Charakterkarten, auf denen die Helden dargestellt sind. Sie sind von guter Qualität, sehr ansprechend gezeichnet, wobei lediglich der Kartentext etwas klein ausgefallen ist. Dies stört weniger beim sofortigen Lesen als mehr im weiteren Verlauf, wenn der Text einer Karte auch mal während des Spiels nachgelesen werden will und dann auf die Entfernung nur ohne Sehschwäche noch erkennbar ist.

An jedem Ort darf jeder Spieler bis zu sechs Charaktere vereinen, um die Anforderungen des Ereignisses zu erfüllen. Heißt es zum Beispiel in einem Ereignis, dass man zwölf Punkte der Diplomatie benötigt, versucht der Spieler möglichst, einen Trupp zusammenzustellen, der diese zwölf Diplomatiepunkte aufbringt und zwar bevor der Gegner es schafft. Dazu kann man neben den Diplomatiepunkten der Charaktere auch deren besondere Eigenschaften nutzen, um andere Charaktere zu stärken. In manchen Fällen ist es gar nicht anders möglich, die Anforderungen zu erfüllen.

Da nahezu jeder Charakter eine Sondereigenschaft hat und diese überwiegend abhängig sind von der An- oder Abwesenheit eines bestimmten anderen Charakters oder eines Ortes, vergrößert sich mit jeder ausgelegten Karte das Netz von Abhängigkeiten der Karten untereinander. Das wird allerdings spätestens nach der vierten ausliegenden Karte recht unübersichtlich, da man sich unmöglich die Eigenschaften der Charaktere merken und schon gar nicht die wechselseitigen Beziehungen steuern kann. Hinzu kommt dann, dass der Text der Karten so klein ist, dass man öfter mal eine Karte aufnehmen muss, um deren Sonderfunktion erneut zu studieren. Bei häufigem Spielen relativiert sich das ein wenig, weil man die Karten besser kennt, aber in den ersten Partien ist es eher eine Hürde. Erschwerend ist, dass gerade bei weniger Spielern bei weitem nicht alle Karten im Spiel sind. Klar führt das zu mehr Variation im Spiel, aber es braucht eben mehr Zeit, um die Karten kennen zu lernen.

Die Vielzahl an Möglichkeiten, die sich durch die unterschiedlichen Konstellationen der Karten ergibt, sorgt für eine nicht zu unterschätzende Spieltiefe. Darüber hinaus kommen neben den oben genannten weitere Orte und Aufgaben ins Spiel, und bestimmte Ritter haben kurzzeitig Vorteile vor anderen. Dem Gelegenheitsspieler wird sich dies kaum erschließen, zumal vieles an Sammelkartenspiele erinnert, die einen speziellen Spielerkreis ansprechen. Dennoch ist Legenden von Camelot in sich stimmig und dies auch wegen der kurzen aber treffsicheren Regel.

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2 - 4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
10
Spieldauer (Minuten): 
90
Jahrgang: 
2004
Spielkategorisierung
Spielethema: 
Spielegattung: 
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