Limes

eine Spielerezension von Jürgen Strobel - 09.12.2014
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Gesellschaftsspiel Limes - Foto von Abacusspiele
Lesezeit: ca. 4 Minuten

Es gab schon mal ein ähnliches Spiel, das 2008 unter dem Namen Cities von Martin F./Emma Games veröffentlicht wurde. Doch damals ging es thematisch über einen Stadtbau mit Sehenswürdigkeiten, Parks und Straßencafés. Ziel ist es dort, so viele Touristen wie möglich punkteträchtig zu gewinnen. Limes von Abacusspiele schlägt thematisch in eine andere Kerbe. Spielerisch ist es aber dasselbe Konstrukt.

Worum geht es beim Gesellschaftsspiel Limes?

Limes, auch Grenzwall genannt, bezeichnete man im Römschen Reich vom 1. bis 6. Jahrhundert n. Chr. allgemein die Einteilung eines Raumes oder die Erschließung eines Geländes. Auch hier versuchen zwei Spieler, ihre Arbeiter mittels 16 Landschaftskarten so in verschiedene Gebiete zu platzieren, dass man am Ende des Spieles die meisten Siegpunkte verbuchen kann.

Wie wid Limes gespielt?

Hierfür bekommt jeder Spieler 16 Landschaftskarten einer Farbe und sieben Arbeiter. Ein Vorgabenspieler wird bestimmt, dieser mischt seine Karten und legt diese verdeckt als Nachziehstapel bereit. Aber zunächst ein Blick auf die Landschaftskarten. Auf diesen können jeweils bis zu vier verschiedene Landschaften abgebildet sein: Wasser, Acker, Wald oder aber ein Turmfeld. Jedes Gebiet wird am Spielende dabei unterschiedlich gewertet. Aber dazu später mehr. Der Vorgabenspieler zieht nun verdeckt eine Landschaftskarte und liest die Nummer darauf laut vor. Der andere Spieler sucht nun aus seinem numerierten Stapel die passende Karte heraus, und beide Spieler legen sie dann passend waagrecht oder senkrecht an eine schon liegende Karte in ihrer Auslage an. Dabei ist zu beachten, dass die neue Karte mit ihrer kompletten Kante an eine bereits ausliegende Karte angrenzt. Die Ausrichtung der Karte darf man dabei selbst bestimmen. Es entseht so im laufe des Spieles eine Ablagefläche von 4 x 4 Feldern (16 Karten). Hier sollte man jetzt schon darauf achten, dass man in allen Bereichen punkten kann und vor allem rechtzeitig entscheidet, wann die eigenen Arbeiter einzusetzen sind. Sicherlich kann man diesen auch später noch bewegen. Aber dies ist meistens umständlich bzw. nicht immer sinnvoll.

Wie wird beim Legespiel Limes gewertet?

Nachdem jeder Spieler seine 16. Landschaftskarte ausgelegt hat, kommt es zur Wertung. Jetzt wird jedes einzelne Gebiet folgendermaßen gewertet:

  • Bauer: Ein Arbeiter bringt ein Siegpunkt für jedes Feld seines Ackergebietes.
  • Fischer: Jeder Fischer bringt einen Siegpunkt für jede Fischerhütte, die direkt an das Ufer seines Wassergebietes angrenzt.
  • Holzfäller: Auch jeder Holzfäller bringt einen Siegpunkt für jedes senkrecht oder waagerecht zum eigenen Waldgebiet angrenzende andere Gebiet.
  • Wächter: Jeder Wächter bringt einen Siegpunkt für jedes Waldfeld, das er in waagrechter und senkrechter Linie von seinem Turmfeld aus sehen kann. Blockieren dabei aber andere Turmfelder die Sichtlinie, werden alle dahinterliegenden Waldfelder nicht mitgezählt.

Bei der Schlusswertung ist noch zu beachten, dass pro Gebiet nur ein Arbeiter gewertet wird. Sollten sich mehrere Arbeiter in einem Gebiet aufhalten, so bringt nur einer davon Siegpunkte. Nachdem alle Gebiete ausgewertet wurden, gewinnt der Spieler mit den meisten Siegpunkten das Legespiel Limes. Bei einem Gleichstand gewinnt der Spieler, dessen Arbeiter die meisten Punkte eingebracht hat.

Wie gut ist das Spiel Limes?

Limes ist ein Optimierungsspiel mit einem übergestülpten Thema . Im Endeffekt geht es darum, die eigenen Arbeiter zur richtigen Zeit auf das passende Feld zu stellen. Thema überflüssig! Genauso gut könnten die Spieler quadratische Steine auf verschiedenen Flächen ablegen. Aber durch das Kartenziehen kommt doch ein erheblicher Glücksanteil in das Spiel. Man weiß nie, ob der gerade eingesetzte Arbeiter auch am Schluss kräftig Punkte einbringt oder er doch irgendwie nur dumm herum steht. Diesen Aspekt und die Aussicht, beim nächsten Spiel vielleicht seinen persönlichen Highscore zu knacken, macht Limes interessant.

Aber das Legespiel ist und bleibt ein reines Optimierungsspiel. Vielen wird das zu wenig sein und viele wird das auf die Dauer auch nicht lange fesseln. Aber Limes will vielleicht auch gar nicht mehr sein. Eine Partie ist in 20 Minuten gespielt. Es spricht nichts dagegen, gleich eine nächste folgen zu lassen.

Ich fand es ganz nett und bin jederzeit dazu bereit, eine Partie zu spielen, aber bei meiner Frau hielt sich die Begeisterung in Grenzen. Ihr war das Spiel einfach zu staubtrocken. Auch das kann ich verstehen!

Spieleinfo

Verlagsangaben
Spieletitel: 
Verlag: 
Spieleautor: 
Grafik: 
Spielerzahl: 
1-2
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
8
Spieldauer (Minuten): 
20
Jahrgang: 
2014
Spielkategorisierung
Spielethema: 
Mehr zum Spiel

Kommentare

Ich fand meine ersten Partien ganz reizvoll, doch bei der Mitspielerin kam es gar nicht gut an... Bei Zwei-Personen-Spielen heißt das ja dann meist, dass es nie wieder gespielt wird. Sowas spielt man ja doch eher zu Hause als mit irgendwelchen Leuten auf Spieletreffs... Leider. Vielleicht kommt ja irgendwann mal eine Person zu Besuch, wenn ich alleine zu hause bin!