Lost Cities: Auf Schatzsuche

eine Spielerezension von Alexandra Fauth - 03.05.2020
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Lost Cities: Auf Schatzsuche - Ausschnitt - Foto von Kosmos
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Lesezeit: ca. 4 Minuten

Lost Cities und Keltis von Reiner Knizia gehören mittlerweile zu den bekannteren Spielemarken – und für den Otto-Normal-Gelegenheitsspieler sicher auch zu den verwirrendsten. Schließlich bringt man die Indiana-Jones-Thematik von Lost Cities nicht unbedingt auf den ersten Blick mit den irisch-keltischen Symbolen aus Keltis zusammen, sodass das ähnliche Spielprinzip auch mal überraschen kann (hier gibt es eine Übersicht über die Lost Cities-Spielefamilie). Nun gibt es wieder eine Neuvariante bei Kosmos. Dieses Mal mit Würfeln.

Expeditionsanleitung zu den Lost Cities: mit Würfeln auf Schatzsuche

Das Grundprinzip von Lost Cities setzen wir voraus. Ihr könnt es hier nachlesen.

Beim neuesten Ableger sortieren wir keine Karten, sondern Plättchen, und das schon vor Spielbeginn. Und statt Handkarten haben wir Würfel. Aber der Reihe nach: In der allgemeinen Auslage liegen die altbekannten Farbreihen. Wir würfeln bis zu zwei Mal mit drei Würfeln, wie bei Kniffel und Co. können wir beim zweiten Wurf gute Zahlen behalten. Anschließend nehmen wir uns eines der Zahlenplättchen aus der Mitte, das der Augenzahl eines oder mehrerer Würfel entsprechen muss. Und dann kommt es doch noch, das typische Lost Cities-Kartensammeln: In der eigenen Auslage sortieren wir diese Plättchen in aufsteigenden Farbreihen. Punkte bekommen wir pro Plättchen ein oder zwei (thematisch dargestellt als Fußabdrücke), die sich aber mit ergatterten Wettsymbolen multiplizieren – die dürfen wir aber nur in unsere Reihen legen, wenn wir das Wettsymbol auch gewürfelt haben (es ersetzt auf den Würfeln die Sechs).

Am meisten Punkte gibt es durch Bonusplättchen: Hier gilt es als Erster eine bestimmte Aufgabe zu erfüllen (z. B. alle fünf Farben, drei Fünfer oder vier aufeinanderfolgende Zahlen einer Farbe).

Noch ein Lost Cities-Spiel – alter Hut oder neues Abenteuer?

Ob Karten oder Plättchen, macht das einen Unterschied? Schon Lost Cities to go hat als Mitbringspiel die Karten durch Plättchen ersetzt. Nun kommen noch Würfel dazu. Und dabei enthält Lost Cities: Auf Schatzsuche alle typischen Lost Cities- bzw. Keltis-Elemente: die aufsteigend sortierten Zahlen in fünf Farbreihen, höhere Punkte am Ende einer Expeditionsroute und die Multiplikatoren, die es einzusammeln gilt. Was bei Lost Cities – das Brettspiel Artefakte und bei Keltis Steine sind, sind hier die Wettsymbole in Form zweier Hände. Thematisch erschließt sich das nicht ganz, fürs Spielprinzip macht das aber keinen Unterschied.

Das ist immer noch das Lost Cities-Prinzip. Und fühlt sich trotzdem anders an.

Nicht nur, weil zu wenige Wettsymbole keine Minuspunkte bedeuten. Würfeln und Aufgaben erfüllen ist eben anders als Karten anlegen und Männchen bewegen. Der Glücksfaktor ist naturgemäß hoch, dennoch gibt es taktische Entscheidungen bei der Plättchenauswahl. Welche der Bonusplättchen sind überhaupt noch machbar (zu viert bleiben meist einige unerfüllt)? Welche Optionen will ich mir für später noch offenhalten (liegt eine hohe Zahl erst einmal, kann ich keine niedrigeren dieser Farbe mehr legen, auch nicht, wenn ich dadurch ein Bonusplättchen erreichen würde)? Und welche Farben brauchen die Gegner eigentlich noch? Letztlich ist Lost Cities: Auf Schatzsuche eben auch ein Wettlauf um die Bonusplättchen.

Lost Cities: Auf Schatzsuche - Schachtel - Foto von Kosmos

An dieser Stelle noch ein großes Lob an die Verlagsredaktion: Waren die Farben im Brettspiel teilweise viel zu ähnlich, sind sie in der Würfelvariante klar zu unterscheiden und haben zusätzlich ein eindeutiges Symbol. Und die schönen Farbverläufe und "Kamerafahrten" der ersten Stunde sind dabei erhalten geblieben, auch wenn diese auf den kleinen Plättchen ein wenig in den Hintergrund geraten.

Fazit: Lohnt sich Lost Cities auch als Würfelspiel?

Während Keltis und Lost Cities in der Grundvariante so ähnlich sind, dass man eigentlich nur als eingefleischter Fan beide Spiele braucht, hebt sich Lost Cities: Auf Schatzsuche angenehm erfrischend von seinen Vorgängern ab und übersetzt das farb- und zahlenbasierte Kartenanlegeprinzip gelungen ins Würfelspiel mit schnellem Einstieg. Familienspieler kommen hier ebenso auf ihre Kosten wie Vielspieler, die mal ein kleines Spiel für zwischendurch suchen. Wer Lost Cities einmal anders erleben möchte, ist hier richtig! Und wir sind jetzt erst einmal noch eine weitere Runde würfeln …

Spieleinfo

Verlagsangaben
Verlag: 
Spieleautor: 
Spielerzahl: 
2-4
Altersempfehlung (ab bzw. von/bis Jahre): 
10
Spieldauer (Minuten): 
20
Jahrgang: 
2019
Spielkategorisierung
Fotos
Lost Cities: Auf Schatzsuche - Schachtel - Foto von Kosmos
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